Aktienanalyse Adidas

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aktualisiert: 11 Juni 2020

Die Aktie von Adidas startete dank leichter Kursgewinne gut ins neue Jahr. Am ersten Handelstag des neuen Jahres zählte die Aktie mit einem Zuwachs von 1,43 Prozent zu den Gewinnern im DAX und war zwischenzeitlich 185,30 Euro wert. Allerdings fiel sie zum Börsenschluss auf etwa 182 Euro und verlor auch am zweiten Handelstag leicht. Dennoch ist bei der Adidas-Aktie ein Aufwärtstrend erkennbar. Analysten trauen der Aktie in diesem Jahr klare Kursgewinne zu. Auch die Geschäftszahlen des Unternehmens könnten positiv ausfallen.

Kursanstieg zu Jahresbeginn

Der zweite Handelstag des Jahres verlief für die Adidas-Aktie etwas schwächer. Nach den Gewinnen am ersten Handelstag 2019 fiel sie am zweiten Handelstag auf dem Frankfurter Börsenparkett wieder leicht zurück und lag nur im Mittelfeld des DAX. Dennoch entwickelt sich die Aktie noch immer besser als der gesamte Index. Derzeit ist sie rund 183 Euro wert und stiegt zwischenzeitlich sogar auf 185,85 Euro.

Dennoch ist dieser Wert noch 15,5 Prozent vom Allzeit-Hoch aus dem August 2018 mit 218 Euro entfernt. Das 52-Wochen-Tief von Anfang Januar 2018 mit 165,80 Euro ist dagegen noch in Sichtweite. Diese Aktienwerte sind dennoch weit vom Rekordtief von nur 11,52 Euro aus dem September 2001 entfernt.

Analysten wie die Baader-Bank halten ein Kursziel von 220 Euro für möglich und stufen die Aktie mit der Bewertung „Kaufen“ ein. Andere Beobachter halten sogar noch höhere Kurse für möglich. Auch mit Blick auf den gesamten Sportartikelmarkt wird deutlich, dass sich nicht nur die gesamte Branche sehr stabil präsentiert, sondern auch Adidas auf eine gute Geschäftsentwicklung blicken kann. Die Aktie von Konkurrent Nike startete ebenfalls mit leichten Zuwächsen ins neue Jahr. Allerdings musste der zweite große Konkurrent Under Armour kürzlich eine Gewinnwarnung herausgeben. Dies führte bei Anlegern zu Sorgenfalten und bei Under Armour zu Besorgnis hinsichtlich des Vertrauens der Verbraucher.

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2018 mit Höhen und Tiefen für Adidas

Im Geschäftsjahr 2017 konnte sich Adidas über einen Umsatz von knapp über 21 Milliarden Euro sowie einen Gewinn von 1,17 Milliarden Euro freuen. Bald werden auch die Ergebnisse für 2018 bekannt gegeben. 2019 könnten weitere Kursgewinne möglich sein. Im vergangenen Jahr lief es dagegen für Adidas nicht immer rund, obwohl man sich beispielsweise mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland große Ziele gesteckt hatte. Die WM war letztendlich eine Enttäuschung für Adidas, da keines der vom Sportartikelhersteller ausgerüsteten Teams ins Finale kam. Derartige Sportevents bedeuten für die großen Sportartikelhersteller immer eine gute Gelegenheit für Marketing und Imagepflege.

Dennoch konnte die Adidas-Aktie im letzten Jahr um etwa 10 Prozent zulegen. Verglichen mit der Konkurrenz ist dieses Ergebnis jedoch eher mittelmäßig. So wächst beispielsweise Puma trotz seiner kleineren Größe und geringeren Profitabilität sehr dynamisch. Die Puma-Aktie konnte 2018 an der Börse einen Gewinn von 15 Prozent erzielen. Die Aktien von Nike und Under Armour gewannen ebenfalls um rund 15 Prozent dazu.

Am deutschen Markt präsentiert sich Adidas sehr solide. Der Zugewinn der Aktie von 10 Prozent war verglichen mit dem DAX, der im gleichen Zeitraum knapp ein Fünftel seines Werts verlor, ein gutes Ergebnis. Auch im Vergleich mit anderen DAX-Werten ist dies eine gute Performance, obwohl hier der DAX-Neuling Wirecard mit einem Plus von 40 Prozent klar die Nase vorn hatte. Nach RWE folgt Adidas jedoch gleich auf dem dritten Rang.

Profitabilität bis 2020 steigern

Unter Kasper Rorsted, der seit zwei Jahren Vorstandsvorsitzender des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach ist, ist das Unternehmen wieder profitabler geworden. Rorsted hat sich zum Ziel gesetzt, die operative Marge bis nächstes Jahr auf 11,5 Prozent zu erhöhen. Dies wären 4 Prozent mehr als bei seinem Start bei Adidas. Derzeit scheint dies durchaus realistisch. Sein Vorgänger Herbert Hainer konnte in 15 Jahren Amtszeit nie ein solches Ergebnis erreichen.

Bei dem Ziel, Adidas bis 2020 wieder profitabler zu machen, hält Rorsted auch an Reebok fest. Der US-Sportartikelhersteller ist seit 2006 ein Tochterunternehmen von Adidas und soll dies auch in den kommenden Jahren bleiben. In den letzten Jahren musste Adidas allerdings einige Rückschläge mit Reebook verkraften. Es gab Verluste und einige Filialen mussten schließen.

Obwohl vieles auf eine gute Entwicklung bei Adidas hindeutet, musste das Unternehmen im vergangenen Herbst seine Umsatzprognose für 2018 leicht senkten. Vor allem in Westeuropa lief das Geschäft schwächer als erwartet. Man hatte einen Zugewinn von bis zu 10 Prozent erwartet, was man allerdings auf höchstens 9 Prozent regulieren musste.

Für 2018 erwartet das Unternehmen dennoch insgesamt einen Gewinnzuwachs von 16 bis 20 Prozent. Noch vor einiger Zeit ging Rorsted von maximal 17 Prozent aus. Die operative Marge könnte für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr 10,8 Prozent betragen. Rorsted war von 10,3 bis 10,5 Prozent ausgegangen.

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Geschäftszahlen für 2018 im März erwartet

Die Anleger müssen noch bis Mitte März warten, bis Adidas die endgültigen Zahlen für 2018 vorlegen wird. Auch eine Prognose für 2019 wird dann erwartet. Dennoch scheinen Experten und Analysten positiv gestimmt zu sein und rechnen für 2019 mit klaren Kursanstiegen. Im Laufe des Jahres könnte sogar ein Kurs von 232 Euro erreicht werden. Dies wäre ein Gewinn von 25 Prozent.

Dennoch muss Adidas abwarten, wie sich die noch immer unruhige Situation an den Märkten entwickeln wird. Der DAX startet nach den Verlusten seit Herbst auch ins neue Jahr vergleichsweise schwach. Für Turbulenzen an den Märkten sorgen zahlreiche wirtschaftliche und politische Ereignissen wie der bevorstehende Brexit. Außerdem gibt es am Markt für Sportartikel Entwicklungen, die Adidas im Auge behalten muss. So entwickeln sich beispielsweise seit Herbst die Preise für Sportschuhe eher schwach. Dies könnte die Umsatzdynamik des Unternehmens negativ beeinflussen. Eine solche Entwicklung würde jedoch den Kurs der Adidas-Aktie nur geringfügig beeinflussen. Zudem scheint Adidas in Westeuropa weiter Marktanteile zu verlieren, wie Angaben von Nike nahelegen. Auch dies könnte den Umsatz 2019 etwas reduzieren. Mit Blick auf den Umsatz gibt es bei Adidas allerdings durchaus noch Potenzial. So verkauft das Unternehmen beispielsweise immer mehr Shirts und Sneakers für Herren. Bei Sportartikeln für Damen ist dagegen noch deutlich Luft nach oben. Hier könnte für das Unternehmen die Frauenfußball-Weltmeisterschaft, die im Sommer in Frankreich stattfinden wird, eine interessante Marketing-Gelegenheit werden.

Etabliertes Unternehmen aus Herzogenaurach

Neben Adidas selbst ist Reebok eine der beiden Kernmarken des Unternehmens. Adidas vertreibt seine Sportartikel über eigene Ladengeschäfte und im Einzelhandel. Nach Nike ist das 1949 gegründete Unternehmen der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Zum Image des Unternehmens trägt vor allem das Ausrüsten bekannter Sportler und Teams bei. Seit 1998 ist die Aktie des Unternehmens im DAX vertreten. Das Unternehmen ist eines der größten in Deutschland und auch international unter den größten börsennotierten Unternehmen. Mitte 2018 betrug der Börsenwert etwa 46 Milliarden Dollar.

Adidas wurde im April 1989 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Damals machte das Unternehmen einen Verlust von rund 130 Millionen D-Mark. Als Folge verkauften1990 die vier Töchter des Gründers Adolf Dassler 80 Prozent ihrer Anteile an den französischen Unternehmer Bernard Tapie. Einige Jahre später führte der Verkauf der Anteile Tapies zu einem Skandal, der jahrelang die französischen Gerichte beschäftigte.

Seit 1993 firmiert das Unternehmen als Adidas AG und ging 1995 an die Börse. Im März 1996 wurde das Unternehmen dann zunächst in den MDAX aufgenommen. In den Folgejahren übernahm Adidas unter anderem den französischen Sportartikelhersteller Salomon, was sich später jedoch als verlustreich herausstellte. Nach dem Verkauf von Salomon wurde der Konkurrent Reebok übernommen, der damals die Nummer drei der weltgrößten Sportartikelhersteller war. Auch hier folgten zahlreiche Sanierungsmaßnahmen, und die Umsätze von Reebok gingen zurück.

Adidas-Aktie mit guten Aussichten für 2019

Für die Adidas-Aktie begann das neue Jahr sehr gut. Die Aktie legte am Börsenparkett in Frankfurt leicht zu und gehörte zu den Gewinnern im DAX. Allerdings kam es am Folgetag wieder zu leichten Verlusten. Die Aktie ist dennoch über 180 Euro wert, und ein Aufwärtstrend ist erkennbar. Analysten trauen der Adidas-Aktie für 2019 weitaus höhere Zugewinne zu. Sogar ein Wert von 220 Euro oder mehr scheint möglich. Diese Entwicklung könnte von guten Geschäftszahlen begünstigt werden. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018 werden Mitte März bekannt gegeben.

Das vergangene Jahr war für Adidas von Höhen und Tiefen geprägt. Unter anderem verlor das Unternehmen in Westeuropa zuletzt wohl Marktanteile an die Konkurrenz – unter anderem an Nike – und auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland brachte nicht den erhofften Imagegewinn. Keines der von Adidas ausgerüsteten Teams schaffte es ins Finale.

Trotz allem gewann die Aktie im Verlauf des Jahres rund 10 Prozent hinzu. Dies war zwar im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen ein gutes Ergebnis, allerdings konnten Under Armour und Nike etwa 15 Prozent hinzugewinnen.

Kasper Rorsted, der Vorstandsvorsitzende von Adidas, hat sich zum Ziel gesetzt, das Unternehmen bis 2020 wieder profitabler zu machen. Die operative Marge soll auf 11,5 Prozent steigen. Dies scheint durchaus realistisch. Dabei will man auch am Tochterunternehmen Reebok festhalten, das in den letzten Jahren immer wieder Verluste hinnehmen musste. Für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr könnte der Gewinn um 16 bis 20 Prozent steigen und die operative Marge bei 10,8 Prozent liegen.