Aktienanalyse Vapiano

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aktualisiert: 11 Juni 2020

Nachdem die Restaurantkette Vapiano schwache Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 bekannt gegeben hatte, fiel der Aktienkurs auf ein neues Rekordtief und ist nur noch rund 5,50 Euro wert. Das Unternehmen kündigte zwar einen Umbau des Unternehmens an, dies konnte sich zunächst jedoch nicht positiv auf den Aktienkurs auswirken. Lange Jahre konnte das Unternehmen nach der Gründung 2002 viele Erfolge verzeichnen, nun scheint das Unternehmen jedoch in einer Krise zu stecken. Die Aktie ist erst seit Sommer 2017 an der Börse und damit einer der schwächsten Börsenneulinge seit langem.

Dramatischer Kursverlust

Noch im Januar 2018 konnte sich die Anleger über ein Allzeithoch von 24,80 Euro der Vapiano-Aktie freuen. Schon im Mai letzten Jahres begann dann jedoch ein Abwärtstrend. Von September bis Oktober verlor die Aktie dramatisch von 17,74 Euro auf 7,14 Euro. Nun fiel die Vapiano-Aktie zu Wochenbeginn nochmals um elf Prozent und ist nur noch 5,50 Euro wert. Dieser Wert markiert ein neues Allzeittief. Von Januar 2018 bis Februar 2019 musste die Aktie damit einen massiven Einbruch hinnehmen.

Zum Börsenstart betrug der Emissionspreis der Vapiano-Aktie 23 Euro. Seitdem verlor die Aktie um 77 Prozent. Damit handelt es sich wohl im internationalen Vergleich um eine der schlechtesten Entwicklungen eines Börsenneulings in den letzten Jahren.

Nachdem die sich die Vapiano-Aktie zum Ende des Jahres 2018 auf dem Weg nach unten befunden hatte, schien es Anfang des Jahres so, als entwickelte sich aus dem Abwärtstrend ein Seitwärtstrend, der den Kursverlust stoppen könnte. Noch Anfang Februar lag der Kurs etwas über der 38-Tageslinie, ist aber mittlerweile unter diese gefallen. Aus einer Seitwärtsbewegung könnte der Kurs jedoch wieder ansteigen, auch wenn derzeit viele Signale auf Verkauf hindeuten. Derzeit zeigt die Chartanalyse bei sieben Euro und bei neun Euro Widerstände. Der nächste wichtige Widerstand liegt erst wieder bei 19 Euro. Diese Widerstände sich zu Kurszielen entwickeln.

Aktienanalyse Vapiano

Underperformance im Branchenvergleich

Die Vapiano-Aktie gehört an der XETRA zur Branche „Restaurants“. In den letzten Monaten hatten auch andere Unternehmen der Branche Schwierigkeiten. So musste beispielsweise auch McDonalds sein Geschäftsmodell verändern und setzt vermehrt auf frischere Lebensmittel. Die Aktie von Vapiano schwankte zwischen ihrem Börsenstart Mitte 2017 und Mai 2018 zunächst zwischen 20 und 25 Euro. Danach kam es jedoch zu einem Abwärtstrend, in dessen Verlauf die Aktie in nur neun Monaten 77 Prozent verlor.

Im letzten Jahr gab es zudem bei der Rendite der Aktie ein klares Minus von 73,3 Prozent. Im Vergleich zu anderen Aktie aus dem Sektor der sogenannten zyklischen Konsumgüter lag die Aktie damit 71,41 Prozent unter dem Durchschnitt von 1,89 Prozent. In der Branche Hotels, Restaurant und Freizeit lag die durchschnittliche jährliche Aktienrendite zuletzt bei 5,94 Prozent. Damit liegt die Vapiano-Aktie auch hier derzeit 79,25 Prozent unter dem Durchschnitt. Die Vapiano-Aktie kann damit als Underperformance eingestuft werden. Darüber hinaus zeigt der Relative Stärke Index derzeit an, dass die Aktie überkauft ist. Dies kann als Verkaufssignal gedeutet werden.

Vapiano gehörte seit 2002 lange zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche. Dieses rasche Wachstum könnte sich heute als negativ erweisen. Verbessern sich jedoch die Geschäftszahlen wieder und das Unternehmen kann mit positiven Schlagzeilen punkten, so könnte sich auch der Aktienkurs wieder erholen.

Schwache Zahlen für das Geschäftsjahr 2018

Vapiano scheint sich jedoch derzeit von seinen Schwierigkeiten nicht erholen zu können. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte man laut einer ersten Schätzung 370 Millionen Euro Umsatz. Noch im letzten November lag die Prognose bei 375 bis 385 Millionen Euro. Damit musste man seine Schätzungen nochmals nach unten korrigieren. Im Herbst 2018 ging man noch von Umsätzen von 385 bis 400 Millionen Euro aus. Damit musste Vapiano seine ursprünglichen Umsatzziele von 390 bis 420 Millionen Euro mehrfach nach unten korrigieren. Dennoch liegen die aktuellen Schätzungen noch immer fast 14 Prozent über dem Umsatz von 2017.

Der bereinigte operative Gewinn soll bei 29 bis 31 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte man diesen Wert von ursprünglich 42 bis 47 Millionen Euro bereits auf 34 bis 38 Millionen Euro nach unten geschraubt. Das Gewinn-Ziel für 2018 lag ursprünglich einmal bei 48 bis 54 Millionen Euro. Im Jahr 2017 konnte Vapiano noch einen bereinigten operativen Gewinn von 38,8 Millionen Euro vorweisen. Von diesem Wert ist man derzeit weit entfernt.

Nach den schlechten Geschäftszahlen für das Jahr 2018 könnte Vapiano weiteren Kapitalbedarf haben. Derzeit verfügt das Unternehmen über ein Eigenkapital bei 100 Millionen Euro. Liegt der Verlust wie erwartet bei 40 Millionen Euro im Jahr, wäre diese Summe in zweieinhalb Jahren aufgebraucht. Daher befindet sich Vapiano derzeit wohl in Finanzierungsgesprächen. Möglicherweise erholt sich die Vapiano-Aktie wieder leicht. Die Probleme des Unternehmens lassen sich wohl nicht von heute auf morgen lösen. Daher ist das Chance-Risiko-Verhältnis der Vapiano-Aktie derzeit eher negativ.

Vapiano Aktie Analyse

Umstrukturierungen geplant

Vapiano ist erst seit Sommer 2017 an der Börse und musste nun zum zweiten Mal einen großen Kurssturz verkraften. In der letzten Woche verkündete man eine „nicht zufriedenstellende operative Entwicklung im vierten Quartal 2018“ und eine „schwache Entwicklung einiger neu eröffneter Restaurants“. Das Unternehmen plante ursprünglich, in Europa weiter zu expandieren, will dies nun jedoch reduzieren. Die Expansion verlief in einigen Ländern wie Schweden nicht so erfolgreich wie erhofft.

Um der aktuell schlechten Situation entgegenzutreten, hat sich Vapiano zudem für einen umfangreichen Konzernumbau entschieden. Zunächst musste zum 1. Dezember 2018 Jochen Halfmann nach drei Jahren seinen Posten als Vorstandsvorsitzender räumen. Cornelius Everke nahm seinen Platz ein. Weitere Personalwechsel folgten zu Jahresbeginn.

Vapiano will daran arbeiten, wieder profitabel zu werden. Unter anderem sollen Gäste in den Restaurants der Kette rascher bedient und das Menü reduziert werden. Arbeitsplätze sind laut einer Sprecherin des Unternehmens derzeit nicht in Gefahr. Vapiano-Chef Cornelius Everke kündigte an, dass man nach dem enttäuschenden Jahr 2018 das aktuelle Jahr dafür nutzen will, einen strategischen Übergang zu schaffen und das komplexe Geschäftsmodell zu vereinfachen.

Anleger befürchten allerdings, dass es in den letzten Jahren einige falsche Entscheidungen im Management gab und die Produktqualität sank. Dies könnte ebenfalls die deutliche Kursreaktion erklären. Einige Anleger gehen sogar davon aus, dass sich die Situation weiter verschlechtern wird. Deutlich wird auch, dass die aktuelle Entwicklung weit unter den von Vapiano ausgegebenen Zielen liegt. Dies verunsichert Anleger zunehmend. Die angekündigten Umbaumaßnahmen stellen die Anleger womöglich nicht zufrieden.

Rasches Wachstum nach der Gründung 2002

Ende Dezember gehörten mehr als 230 Restaurants in 33 Ländern, davon 82 in Deutschland zur Vapiano-Kette. Allerdings gab es immer wieder Kritik an der Qualität des Essens bei Vapiano. Die Restaurantkette bietet vor allem italienische Küche an. Das Unternehmen verfolgt dabei das sogenannte Fast-Casual-Prinzip. Dabei sollen frische Produkte mit einem schnellen Service angeboten werden. Gerichte wie Pizza oder Pasta werden damit ähnlich wie in einem Schnellrestaurant wie McDonalds serviert. Vapiano verortet sich damit mit seinem Geschäftsmodell zwischen Schnellrestaurants und klassischen Restaurants.

Wie das „Handelsblatt“ im Herbst 2018 berichtete, geben Gäste bei Vapiano durchschnittlich 11,80 Euro bei Vapiano aus und bestellen damit beispielsweise eine Pizza und ein Getränk. Diese Summe ist für ein Restaurant zu wenig und für ein Schnellrestaurant wie McDonalds zu viel. Zudem geben die Menschen in Deutschland bei einem Restaurantbesuch gerne auch etwas mehr Geld aus. Eine Umfrage von Michelin kam zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent der Restaurantgäste beim Essen gehen kein festgelegtes Limit haben und durchschnitt 26 bis 50 Euro für einen Restaurantbesuch ausgeben. Vapiano liegt damit unter den Möglichkeiten anderer Restaurants.

Vapiano wurde 2002 in Hamburg gegründet, hat seine Zentrale heute jedoch in Köln. Für die Restaurantkette arbeiten fast 7.000 Mitarbeiter. Die meisten Restaurants werden von Franchise-Partnern oder als Joint Venture betrieben.

Vapiano-Aktie fällt nach schwachen Geschäftszahlen

Seit ihrer Gründung 2002 wuchst die Restaurant-Kette rasant und plante weitere Expansionen in Europa. Diese Entwicklung scheint nun zunächst gestoppt. Vapiano musste seine Gewinn- und Umsatzschätzungen für das Geschäftsjahr 2018 zum wiederholten Male nach unten korrigieren. Derzeit geht man nur noch von einem Umsatz von 370 Millionen Euro aus. Ursprünglich waren 390 bis 420 Euro geplant. Der operative Gewinn wird wohl zwischen 29 und 31 Millionen Euro liegen. Dies ist deutlich weniger als 2017 und ein gutes Stück von dem selbst gesteckten Ziel von 48 bis 54 Millionen Euro entfernt.

Nun wurden umfangreiche Maßnahmen angekündigt, um diese negative Entwicklung zu stoppen. Ob dies die Anleger beruhigen kann, ist jedoch fraglich. Die Vapiano-Aktie viel nach Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen erneut um elf Prozent und erreichte mit nur noch 5,50 Euro ein neues Rekordtief.

Mitte 2017 war die Aktie mit einem Emissionspreis von 23 Euro an der Börse gestartet. Bis Mai 2018 schwankte der Wert dann zwischen 20 und 25 Euro. Noch im Januar 2018 freuten sich die Anleger über ein Allzeithoch von 24,80 Euro. Seit Mai 2018 verlor die Vapiano-Aktie dann jedoch sukzessive. Allein von September bis Oktober 2018 ging der Wert der Aktie von 17,17 Euro auf 7,14 Euro nach unten. Damit verlor die Vapiano-Aktie innerhalb von nur neun Monaten 77 Prozent ihres Werts und musste nun den zweiten hohen Wertverlust hinnehmen. Die Vapiano-Aktie gehört damit wohl zu den schlechtesten Börsenneulingen seit Jahren.