Achterbahnfahrt für Tesla-Aktie

Tesla kommt seit Ende letzter Woche nicht aus den Schlagzeilen. Die Aktie brach am vergangenen Freitag um fast 14 Prozent ein, holte ihre Verluste aber zu Wochenbeginn direkt wieder herein. Hintergrund ist eine Untersuchung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC bezüglich eines umstrittenen Tweets von Elon Musk im August. Am Wochenende fanden Tesla und die SEC allerdings einen Kompromiss. Unternehmenschef Elon Musk muss nicht wie zuvor befürchtet seinen Hut nehmen, seine Macht wird jedoch beschränkt. Damit soll das Vertrauen in die Aktie und das Unternehmen erhöht werden.

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Kompromiss mit der amerikanischen Börsenaufsicht

Musk wird zwar in den nächsten drei Jahren nicht mehr Chairman sein, darf jedoch CEO von Tesla bleiben. Dies ist in den USA recht ungewöhnlich, da eine Person normalerweise beide Positionen innehat. Zudem hat dort in der Regel der Verwaltungsrat nicht nur eine Kontrollfunktion ähnlich wie der Aufsichtsrat in Deutschland; der Verwaltungsrat bestimmt zum Teil die gesamte Unternehmensstrategie mit. Bislang stand der Verwaltungsrat von Tesla klar hinter Elon Musk, der wiederum die volle Kontrolle über Tesla hatte und die Unternehmensgeschicke bestimmte. Schon früher kam daran immer wieder Kritik von Investoren und Beobachtern auf. Man forderte, dass der Verwaltungsrat eigenständiger werden sollte, um damit einen Gegenpol zu Musk zu bilden.

Ende vergangener Woche wurde eine Untersuchung der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde gegen Tesla bekannt. Die Behörde warf Musk vor, im August mit einem Tweet in die Irre geführt zu haben, und forderte, dass er auf Lebenszeit nicht mehr in der Führungsriege eines börsennotierten amerikanischen Unternehmens arbeiten darf.

Musk äußerte sich im August zu einem möglichen Börsenrückzug seines Unternehmens auf Twitter. Er schrieb, er erwäge, Tesla für einen Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse zu nehmen. Die Finanzierung sei gesichert. Danach stieg die Aktie auf 380 Dollar. Dies war nicht weit vom Rekordwert aus dem September 2017 entfernt, als die Aktie 385 Dollar wert war. Allerdings wurde wenig später bekannt, dass es keinen Deal mit Investoren aus Saudi-Arabien gab. Die Aktie verlor darauf hin innerhalb nur weniger Tage um fast ein Viertel auf nur noch 252 Dollar.

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Musk im Visier der Börsenaufsicht

Elon Musk rückte mit seinem Verhalten erneut ins Visier der Börsenaufsicht. Auch Anleger scheinen langsam die Geduld zu verlieren. Laut amerikanischen Medienberichten sind die Turbulenzen rund um Tesla noch nicht ausgestanden, denn auch das amerikanische Justizministerium hat offenbar Ermittlungen eingeleitet.

Nach der Einigung im Rechtsstreit zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht hat die Aktie des Elektroautobauers kräftig Boden gutgemacht. Sie schnellte am Montag im vorbörslichen US-Handel um rund 16 Prozent auf 307 Dollar in die Höhe, nachdem sie am Freitag fast 14 Prozent auf 264,77 Dollar verloren hatte.

Tesla muss als Teil der Einigung mit der SEC zudem 20 Millionen Dollar zahlen, Musk selbst nochmals die gleiche Summe. Ein Gericht in den USA muss den Vergleich noch bestätigen. Im Übrigen räumen weder Musk selbst noch Tesla ein Fehlverhalten ein.

Die SEC ist letztendlich wohl zu dem Schluss gekommen, dass sich Musk mit möglichen Geldgebern über einen Rückzug von der Börse unterhalten habe, jedoch nur sehr unkonkret. Man habe weder über den Preis von 420 Dollar gesprochen noch Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen. Dennoch habe es aufgrund des Tweets von Musk für Anleger so ausgesehen, als ob der Deal bereits beschlossene Sache sei. So seinen Anleger zu Aktienkäufen verleitet worden. Damit habe Musk Anleger bewusst oder leichtsinnig getäuscht.

Dauerhafter Schaden für Tesla?

Die Einigung könnte dazu führen, dass die Macht von Musk bei Tesla dauerhaft geschwächt wird. Seine Position im Verwaltungsrat wird ein unabhängiger Vorsitzender übernehmen. Dem Verwaltungsrat sollen in Zukunft auch zwei neue, unabhängige Mitglieder angehören, die nicht von den Großaktionären gestellt werden. Die Kommunikation von Musk mit Investoren will die SEC ebenfalls genauer im Blick behalten.

Werden die aktuellen Turbulenzen Tesla dauerhaft schaden? Die Anleger sind zunächst erleichtert, dass der Visionär und kreative Kopf Elon Musk dem Unternehmen erhalten bleibt. Zudem gibt es einige Beobachter, die davon ausgehen, dass Tesla in zwölf Jahren über eine Billion Dollar wert sein wird und dann zu Unternehmen wie Amazon oder Apple aufschließen kann. Der Großaktionär Ron Baron sprach kürzlich beim amerikanischen TV-Sender CNBC von einem möglichen Firmenwert von einer Billion Dollar im Jahr 2030. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liege bei mehr als 50 Prozent. Derzeit ist Tesla 53 Milliarden Dollar wert.

Allerdings ist bereits dieser Unternehmenswert eher eine Vision. Tesla hat seit Monaten Schwierigkeiten bei der Produktion seines Model 3. Mit diesem selbstfahrenden Auto wollte Tesla ursprünglich massentauglich werden. Zudem musste das Unternehmen in den letzten Monaten immer wieder schlechte Nachrichten wie Todesfälle bei Unfällen mit Tesla-Wagen verkraften. Außerdem erwirtschaftet das Unternehmen seit Jahren mehr Verluste als Gewinne. Mit dem Model 3 will Tesla endlich profitabel werden.

Überraschend gute Verkaufszahlen

Nach den vielen schlechten Nachrichten der letzten Tage überraschte Tesla zu Wochenbeginn mit besonders guten Verkaufszahlen. Im dritten Quartal 2018 konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben auf seiner Website immerhin 83.500 Autos verkaufen und so die Erwartungen der Anleger deutlich übertreffen. Dies sind 80 Prozent mehr Autoverkäufe als im gesamten vergangenen Jahr. 2017 wurden insgesamt etwa 101.000 Autos verkauft. Vom Model 3 wurden in den letzten drei Monaten fast 56.600 Stück verkauft und damit doppelt so viele wie in den beiden vorangegangenen Quartalen zusammen.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Produktionsstopps beim Model 3. Außerdem konnten mehr als 8000 fertiggestellte Wagen nicht an ihre Käufer ausgeliefert werden. In der letzten Woche des Quartals wurden immerhin 5300 neue Modell 3 hergestellt. Elon Musk hatte vor einiger Zeit eine wöchentliche Stückzahl von 6.000 Wagen anvisiert. Tesla hofft, mit dem Model3 dauerhaft Gewinne zu erzielen. Am Model 3 könnte sich durchaus die Zukunft des Unternehmens entscheiden.

Die positiven Verkaufszahlen sind nach den Negativmeldungen der letzten Tage eine gute Nachricht für Tesla. Möglicherweise kann das Unternehmen zumindest für das letzte Quartal einen Gewinn einfahren. Insgesamt wurden mehr als 80.000 Autos gebaut. Diese war eine Steigerung von rund 50 Prozent im Vergleich zum Quartal davor.

Visionäres Unternehmen

Tesla wurde 2003 gegründet und firmierte bis Februar 2017 unter dem Namen Tesla Motors. Neben Elektroautos werden auch Stromspeicher und Photovoltaikanlagen gebaut. Das Unternehmen wurde zunächst von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Beide verließen 2008 das Unternehmen. Elon Musk wurde 2004 Aufsichtsratsvorsitzender, nachdem mehrere Risikokapital-Investoren ins Unternehmen einstiegen. Rasch wurde Musk zum Kopf von Tesla. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Paolo Alto und beschäftigte Ende letzten Jahres rund 37.500 Mitarbeiter. Im Sommer wurde jedoch angekündigt, Stellen abzubauen.

Schon 2008 geriet Tesla in große Schwierigkeiten und stand kurz vor dem Aus. Erst in sprichwörtlich letzter Minute rettete der Investor Dibalog das Unternehmen. Seitdem ist man auf die Unterstützung von Investoren angewiesen, zu denen zeitweise auch große Autobauer wie Daimler oder Toyota gehörten. Tesla ist weiterhin nicht profitabel.

Trotz dieser Schwierigkeiten gelang im Juni 2010 der Sprung an die Börse, wo sich der Kurs der Aktie durchaus positiv entwickelte. Zu Beginn war eine Aktie lediglich 17 Dollar wert, zwischenzeitlich sogar 385 Dollar. Nachdem Tesla 2012 erneut in Schwierigkeiten geraten war, war 2013 angeblich Google an einer Übernahme interessiert. Es war ein Kaufpreis von sechs Milliarden Euro im Gespräch.

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Damals konnte sich das Unternehmen durch einen Absatzzuwachs und einem steigenden Aktienkurs retten und so einen Verkauf abwenden. Obwohl man schon 2013 auf schwarze Zahlen hoffe, überwogen über Jahre die Verluste. 2017 konnte Tesla trotz Verlusten an der Börse wichtige Autobauer wie BMW übertreffen und war, gemessen am Börsenwert, im Herbst 2017 der wertvollste amerikanische Autobauer.

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Fazit:

Fazit: Turbulenzen bei Tesla-Aktie

Anleger von Tesla müssen derzeit gute Nerven haben. Eine Meldung nach der anderen sorgte in den letzten Tagen für eine wahre Achterbahnfahrt der Tesla-Aktie. Nachdem in der vergangenen Woche eine Untersuchung der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC zu einem umstrittenen Tweet von Elon Musk im Sommer bekannt wurde, fiel der Aktienkurs um fast 14 Prozent. Diesen Verlust konnte die Aktie jedoch zu Wochenbeginn ausgleichen, als eine Einigung mit der SEC bekannt wurde. Gute Verkaufszahlen der Elektroautos des Unternehmens im letzten Quartal sorgten nochmals für einen Kursanstieg.

Die SEC wollte zunächst Elon Musk auf Lebenszeit von den Führungsriegen amerikanischer börsennotierter Unternehmen ausschließen. Nach einem Kompromiss einigte man sich darauf, dass er für die nächsten drei Jahre seinen Posten als Chairman von Tesla abgeben muss, aber weiterhin CEO bleiben darf. Zudem muss er wie auch Tesla 20 Millionen Euro an die SEC zahlen. So bleibt Musk dem Unternehmen zwar erhalten, seine Macht wird jedoch eingeschränkt.

Hintergrund ist ein Tweet von Musk aus dem August, als er in dem sozialen Netzwerk über einen möglichen Rückzug Teslas von der Börse sprach. Die Finanzierung sei durch einen Investor gesichert. In der Folge stieg die Aktie auf 380 Dollar, fiel jedoch wieder, als sich herausstellte, dass es keinen Deal mit einem Investor gibt.

Für Aufatmen sorgten auch die guten Verkaufszahlen aus dem letzten Quartal. Obwohl es beim Model 3 immer wieder Produktionsschwierigkeiten gibt, wurden in den letzten Monaten rund 56.600 Stück verkauft. Dies ist fast doppelt so viel wie im halben Jahr davor zusammen.

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