Aktienanalyse: Netflix

Nach der Bekanntgabe überraschend hoher Nutzerzahlen setzte die Aktie von Netflix in dieser Woche zu einer Erholungsrally an. Im August lag die Aktie noch auf ihrem bisherigen Tiefstwert. Da die Quartalszahlen nachbörslich veröffentlicht wurden, stieg die Aktie im nachbörslichen Handel um 14 Prozent. Allein von Juli bis September konnte Netflix sieben Millionen neue Kunden gewinnen. Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal kann Netflix also wieder Wachstum vorweisen. Insgesamt könnte 2018 ein erfolgreiches Jahr für Netflix werden.

Top 3 Aktien Broker Vergleich

1
von 20 Aktien Broker DEGIRO
Gebühren national 2,00 € + 0,04%
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr 0,50 €
Einlagensicherung 20.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB
2
von 20 Aktien Broker flatex
Gebühren national 5,90 € Flat
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr Ab 15,90 €
Einlagensicherung 100.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB
3
von 20 Aktien Broker onvista
Gebühren national 5 € +1,50 €
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr 10 € + 2,50 €
Einlagensicherung 80.000.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB

Neue Kunden durch Investitionen

Der Streamingdienst investierte im letzten Quartal massiv und lockte so mehr neue Kunden an, als von Experten erwartet worden war. Vieles deutet darauf hin, dass Netflix weiter wachsen wird. Nicht nur unter Jugendlichen wird Netflix immer beliebter – auch bei Anlegern. Nach der Bekanntgabe der Zahlen für das abgelaufene Quartal am Dienstag konnte die Aktie im nachbörslichen Handel um 14 Prozent auf etwa 370 Dollar steigen. Damit rückt das Hoch aus dem September von 387,53 Dollar wieder in greifbare Nähe. Mehrere Investmentbanken erhöhten als Reaktion auf den großen Kursanstieg ihr Kursziel für die Netflix-Aktie. Morgan Stanley nennt beispielsweise nun einen Wert von 475 Dollar pro Aktie als Ziel, was aufgrund des Wachstums durchaus realistisch erscheint.

Im europäischen Handel gewann die Netflix-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen über zehn Prozent hinzu. Damit scheint die jüngste Korrektur beendet. Seit dem Hoch im September fiel die Aktie von 387,53 Dollar bis auf 315,81 Dollar. Damit könnte der Zugewinn nun auf eine Erholung hindeuten. Die 200-Tagelinie zeigt nach oben und deutet so auf einen mittelfristigen Aufwärtstrend hin. Der langfristige Aufwärtstrend scheint intakt. Der gleitende Durchschnitt über 200 Handelstage liegt bei 327,55 Dollar und bildet so eine Unterstützungslinie. Die 21-Tagelinie liegt mehr als sieben Prozent über den Aktienkurs von Tag der Bekanntgabe der Unternehmenszahlen. Sie zeigt den überverkauften Bereich an.

cfd 3

Überraschend hohe Nutzerdaten

Netflix übertraf mit seinen sieben Millionen neuen Kunden in den letzten drei Monaten die Erwartungen von Analysten und des Unternehmens selbst um fast zwei Millionen. Der Nettogewinn der letzten Monate war ebenfalls eine Überraschung. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 erhöhte sich dieser von 129,6 Millionen Dollar auf 402,8 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf fast vier Milliarden Dollar.

Die überraschend hohen Nutzerzahlen hängen eng mit den Investitionen des Unternehmens zusammen. So hat das Unternehmen in diesem Jahr bereits über acht Milliarden Dollar in Serien und Filme investiert, die man selbst produzierte. Viele davon wie „Orange is the New Black“ sind beim Publikum sehr erfolgreich. Im Vergleich zu 2017 bietet der Streamingdienst derzeit insgesamt 676 Stunden mehr Eigenproduktionen an. Der Anstieg beträgt demnach 135 Prozent. Diese Zahlen kommen zurzeit bei Anlegern gut an.

Im laufenden Quartal rechnet der CEO von Netflix, Reed Hastings, mit 9,4 Millionen neuer Kunden. 1,8 Millionen davon sind in den USA zuhause; 7,6 Millionen sind Zuschauer aus aller Welt. Die Zahl der Neukunden würde somit in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen. Außerdem expandiert Netflix in Länder wie Indien und experimentiert bei seinem Programm mit neuen Genres und Formaten, beispielsweise zeigt Netflix seit Jahresbeginn die Talkshow „My Next Guest Needs No Introduction With David Letterman“, die einmal im Monat ausgestrahlt wird. Der bekannte US-Moderator David Letterman empfängt in der Sendung so prominente Gäste wie George Clooney und Barack Obama.

Finanzierung durch Anleihen

Die zahlreichen Eigenproduktionen locken nicht nur Nutzer an, sondern sich auch teuer. Vor allem romantische Komödien, die von Netflix selbst produziert wurden, sieht das Unternehmen selbst als großen Erfolg an. Der Anstieg der Nutzerdaten könnte jedoch nicht an einzelnen Inhalten festgemacht werden, da auch sehr beliebte Sendungen nur einen einstelligen Prozentanteil an der gesamten Streaming-Zeit hätten.

Netflix ist auf dem Heimatmarkt doppelt so profitabel wie im Ausland. Der Streamingdienst wird seit Anfang 2017 in fast allen Ländern der Welt bis auf China angeboten. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt, produziert man Filme und Serien in den Sprachen der jeweiligen Länder. Um die teuren Eigenproduktionen finanzieren zu können, gab das Unternehmen in den letzten drei Jahren Anleihen im Wert von 7,5 Milliarden Dollar aus. Das Wachstum fußt damit teilweise auf geliehenem Geld. Steigen nun die Zinsen, könnte sich daraus ein Problem entwickeln. Das Unternehmen könnte aus diesem Grund anfälliger für höhere Kapitalkosten werden. Außerdem ist die Konkurrenz durch andere Streamingdienste wie Amazon Prime groß. Im nächsten Jahr wollen Schwergewichte wie Walt Disney und AT&T ebenfalls eigene Streamingdienste auf den Markt bringen. Das traditionelle Fernsehen ist dagegen kaum noch eine Konkurrenz für Netflix. Preiserhöhungen könnten das Wachstum ebenfalls bremsen. In den letzten fünf Jahren wurden dreimal die Preise für ein Abo erhöht.

cfd 1

Zahlen aus dem zweiten Quartal enttäuschten

Netflix hat nun rund 130 Millionen Kunden. Fast sieben Millionen weitere Nutzer befinden sich gerade in der einmonatigen Testzeit. Während im vierten Quartal 2017 rund 8,3 Millionen neue Nutzer dazukamen, sank die Zahl der Neukunden im zweiten Quartal 2018 auf lediglich fünf Millionen neue Kunden.

Das Wachstum von Netflix überzeugt wohl derzeit viele Anleger, die nach der Bekanntgabe der Zahlen aus dem zweiten Quartal noch enttäuscht waren. Damals verlor die Aktie deutlich. Dazu kamen Sorgen, das Unternehmen könnte Wachstumsprobleme haben. Diese Bedenken sind wohl nicht endgültig vom Tisch, die jüngsten Quartalszahlen lassen jedoch das Unternehmen selbst, Analysten und Anleger zunächst optimistischer in die Zukunft blicken.

Die Aktie von Netflix stieg nach der Bekanntgabe der neusten Unternehmenszahlen um 6,5 Prozent auf fast 368 Dollar. Dies war der höchste Wert seit zwei Wochen. Zudem konnte sich die Aktie damit an die Spitze des Nasdaq 100 setzen. Ende Juni lag die Aktie noch bei 367 Dollar, fiel dann jedoch im August auf rund 275 Dollar. Dieser Absturz war mit den enttäuschenden Quartalszahlen für das zweite Quartal verbunden. Die Netflix-Aktie konnte im letzten Jahr eine Rendite von 70,21 Prozent erzielen und lag damit im Vergleich zu anderen Aktien der Branche mehr als 57 Prozent über dem Durchschnitt.

Leichte Verluste zur Wochenmitte

Mitte der Woche verlor die Netflix-Aktie kurzfristig wieder leicht, holte diesen Verlust jedoch rasch wieder auf. Nun bewegt sich der Kurs sehr nahe an den einfachen gleitenden Durchschnitten. Der Kurs wurde vor wenigen Tagen an der 200-Tage-Linie bei rund 320 Dollar gestoppt. Die technische Analyse zeigt, dass sich das Bollinger Band derzeit ausdehnt. An der oberen Seite liegt das Ende des Bandes derzeit bei etwa 396 Dollar, an der unteren Seite bei rund 322 Dollar. Der Aktienkurs ist bereits im ersten Halbjahr 2018 klar gestiegen.

Auch bei dem kleinen Einbruch zur Wochenmitte unterschritt die Aktie das Tief aus dem August nicht. Aus charttechnischer Sicht sieht es derzeit für die Netflix-Aktie durchaus gut aus. Der Relative-Stärke-Index deutet ein Kaufsignal an. Allerdings drücken Verkaufssignale die Aktie wohl kurzfristig nach unten. Der Relative-Stärke-Index ging kurz in den überkauften Bereich.

etf 2

Trotz aller Bedenken ist jedoch ein klarer Aufwärtstrend für die Netflix-Aktie in Sicht. Mittel- und langfristig scheinen derzeit Kurse bis 470 Dollar möglich. Die aktuellen Zahlen legen nahe, dass die Wachstumsgrenze wohl noch nicht erreicht wurde.

Netflix wurde 1997 von Reed Hastings und Marc Randolph im kalifornische Los Gatos gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich von einer Online-Videothek, die Filme auf DVD und Blu-ray an Abonnenten verschickte, zu einem Streaming-Anbieter. 2007 begann man mit Video-on-Demand-Angeboten. 2017 konnte man in der Forbes Global 2000-Liste der größten Unternehmen der Welt Platz 602 einnehmen. Mitte 2018 lag der Börsenwert bei rund 142 Milliarden Dollar.

Top 3 Aktien Broker Vergleich

1
von 20 Aktien Broker DEGIRO
Gebühren national 2,00 € + 0,04%
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr 0,50 €
Einlagensicherung 20.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB
2
von 20 Aktien Broker flatex
Gebühren national 5,90 € Flat
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr Ab 15,90 €
Einlagensicherung 100.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB
3
von 20 Aktien Broker onvista
Gebühren national 5 € +1,50 €
Depotgebühr 0 €
Int. Ordergebühr 10 € + 2,50 €
Einlagensicherung 80.000.000 €
Zum Anbieter
Risikowarnung: Ihr Kapital könnte gefährdet sein. Es gelten die AGB

Fazit:

Mittel- und langfristig gute Aussichten für Netflix-Aktie

Netflix gab vor wenigen Tagen seine Zahlen für das vergangene Quartal bekannt. Besonders überrascht hat dabei der Anstieg der Nutzerzahlen um sieben Millionen. Auch der Nettogewinn fiel mit 402,8 Millionen Dollar wesentlich höher aus als erwartet. Der Umsatz von knapp vier Milliarden Dollar war 34 Prozent höher als im dritten Quartal 2017.

Diese überraschenden Quartalszahlen sorgen für einen Anstieg des Aktienkurses um 14 Prozent im nachbörslichen Handel. Der Grund für die gestiegenen Nutzerzahlen waren große Investitionen in den letzten Monaten. Mit beliebten Eigenproduktionen kann das Unternehmen Nutzer an sich binden, obwohl die Konkurrenz beispielsweise durch Amazon Prime ebenfalls stark ist. Die zahlreichen Eigenproduktionen, immer häufiger auch in anderen Sprachen, sind jedoch teuer. Diese wurden in den letzten drei Jahren mit der Ausgabe von Anleihen finanziert. Steigen die Zinsen, könnte dies ein Risiko für Netflix bedeuten.

Allerdings scheint das Wachstum noch nicht an seine Grenzen gekommen zu sein. Mittel- und langfristig erscheinen Kurse von bis zu 475 Dollar realistisch. Noch im Quartal zuvor fielen die Zahlen des Unternehmens enttäuschend aus. Im zweiten Quartal 2018 kamen lediglich fünf Millionen neue Nutzer dazu, was Sorgen hinsichtlich des weiteren Wachstums nach sich zog. Die Aktie fiel in der Folge im August auf einen Tiefstwert von 275 Dollar. Im Übrigen rechnet der CEO von Netflix, Reed Hastings, auch für das laufende Quartal mit vielen neuen Nutzern. Er geht von 9,4 Millionen Neukunden aus.

Aktien Highlights