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Aktienanalyse Commerzbank

Die Aktie der Commerzbank muss seit mehr als acht Tagen Verluste hinnehmen. Am Dienstag verlor sie beispielsweise um 1,5 Prozent und gehörte damit zum wiederholten Male zu den größten Verlierern im MDAX. Seit Januar konnte sich die Aktie nach ihrem Abstieg aus dem DAX im letzten Herbst wieder erholen, diese Kursgewinne verlor die Commerzbank-Aktie allerdings in den letzten Tagen wieder.

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Commerzbank-Aktie seit Tagen mit Verlusten

Die Commerzbank-Aktie verliert nun schon seit Tagen an Wert, was sich auch im sich eintrübenden Chartbild widerspiegelt. Der Aufwärtstrend, der seit Jahresbeginn anhielt, scheint endgültig beendet. Noch Mitte April erzielte die Aktie ein Jahreshoch von 8,26 Euro, danach verlor die Aktie um 20 Prozent. Derzeit ist die Aktie nur noch rund 6,44 Euro wert. Damit wurde auch die Unterstützung bei sieben Euro klar unterschritten. Der höchste Abschlag in den letzten Tagen lag bei 4,5 Prozent.

Die Commerzbank-Aktie könnte erneut bis auf 5,58 Euro sinken. Bei dieser Marke liegt das Zwei-Jahres-Tief, dass Ende Dezember 2018 erreicht wurde. Bis zu diesem Wert hat die Aktie derzeit noch einen klaren Puffer, der jedoch bei einem fortschreitenden Abwärtstrend rasch aufgebraucht sein könnte. Nicht weit unter der 5,58-Euro-Marke befindet sich bei 5,22 Euro das Allzeittief von Anfang August 2016. Daher sind weitere Rückgänge möglich.

Noch vor einigen Tagen sorgte ein Kursplus von 30 Prozent dazu, dass die Commerzbank der Top-Performer im Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks war. Nun sind von diesen 30 Prozent Zuwachs nur noch 14 Prozent geblieben. Dennoch gehört die Commerzbank noch immer zu den besten fünf Werten im europäischen Banken-Index, der 47 Werte umfasst. Die Deutsche Bank muss beispielsweise ein Minus von neun Prozent verkraften und zeigt sich im Index deutlich schwächer.

Aktienanalyse Commerzbank

Geplatzte Fusionspläne

In den letzten Wochen waren sicher die Gespräche mit der Deutschen Bank über eine mögliche Fusion das wichtigste Thema bei der Commerzbank. Im April wurden die Gespräche jedoch ohne Ergebnis abgebrochen. Auch von der niederländischen ING oder der italienischen Großbank Unicredit hörte man, dass sie Interesse an einer Übernahme der Commerzbank hätten. Auch ein solches Vorhaben scheint derzeit jedoch nicht realistisch zu sein. Mit Verweis auf die ING sagte Martin Zielke, der Vorstandschef der Commerzbank, dass es kein konkretes Angebot zur Aufnahme von Verhandlungen gegeben habe.

Die geplatzten Übernahme- bzw. Fusionspläne haben damit sicher ihren Teil zu den Kursrückgängen bei der Commerzbank-Aktie beigetragen. Dazu kam der Dividendenabschlag von 0,20 Euro in der letzten Woche. Dies stellte eine Rendite von 2,8 Prozent dar und war die erste Dividendenausschüttung seit der staatlichen Rettung der Bank während der Finanzkrise. Möglich sind jetzt weitere Tiefpunkte, wenn die Aktie unter sechs Euro fällt.

Der Gesamtmarkt zeigt sich derzeit schwach. Ein Grund ist hier, dass die Banken in Europa noch immer unter den niedrigen Zinsen leiden. Dazu kommt, dass Vorstandschef Zielke in der letzten Woche auf der Hauptversammlung der Commerzbank bis Herbst eine Anpassung der Strategie angekündigt hatte. In diesem Zusammenhang will die Bank wohl auch ein Wachstum durch Übernahmen und Partnerschaften prüfen. Gerüchten zu einer Übernahme durch die ING wies Zielke jedoch zurück. Insgesamt gingen von der Hauptversammlung keine positiven Impulse für die Aktie der Bank aus.

Schwacher Gewinn 2018

Zielke sprach allerdings auf der Hauptversammlung mehrfach von einer erfolgreichen Strategie der Commerzbank. Die Bank könnte jedoch mit einem Gewinn von 865 Millionen Euro wie im letzten Jahr nicht zufrieden sein. Die Bank muss wohl effizienter werden. Zielke deutete an, dass die Verhandlungen mit der Deutschen Bank gezeigt hätten, an welchen Punkten die Commerzbank ihre Strategie verbessern müsse.

Schon seit einigen Jahren sinken die Einnahmen der Commerzbank. Immer wieder musste die Bank ihre ausgegebenen mittelfristigen Ziele für 2020 nach unten korrigieren. Mitte September will sich der Aufsichtsrat zu seiner Strategiesitzung treffen, die einmal im Jahr stattfindet. Danach könnten neue Details bekannt werden, wie die Strategie der Commerzbank in Zukunft aussehen könnte.

Für das laufende Jahr rechnet Zielke mit einem etwas höheren Ergebnis als im letzten Jahr. Außerdem will die Commerzbank auch 2020 wieder eine Dividende ausschütten. Die Ausschüttungsquote soll etwa auf dem gleichen Niveau wie in diesem Jahr liegen. Analysten wie die Schweizer Großbank UBS haben nicht nur ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie bereits von 10,20 Euro auf 7,40 Euro gesenkt, sondern gehen auch für die Jahre 2019 bis 2022 mit sinkenden Gewinnen aus. Für das Jahr 2022 rechnet die UBS nur noch mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Euro.

Commerzbank Aktie Chartanalyse

Eine der größten Banken in Deutschland

Die Commerzbank ist eine Großbank, die als Universalbank tätig ist und damit ihren Kunden ein breites Banking-Angebot unterbreiten kann. Noch 2016 war die Commerzbank anhand ihrer Bilanzsumme die viertgrößte Bank in Deutschland. 2017 hatte sie in Deutschland rund 13 Millionen Kunden sowie mehr als fünf Millionen Kunden in Mittel- und Osteuropa.

Die Commerzbank ist schon lange an der Börse vertreten und gehörte 1988 zu den Gründungsmitgliedern im DAX. Im Herbst 2018 musste sie aber ihren Platz an das junge Finanzunternehmen Wirecard abgeben. Dennoch ist das Grundkapital der Commerzbank noch immer auf etwa 1,25 Milliarden Stückaktien mit einem Nennwert von je einem Euro aufgeteilt.

Die Commerzbank war von der Finanzkrise 2007 stark betroffen. Die Aktie erholte sich davon erst 2009 wieder und stieg damals auf mehr als 50 Euro. Danach folgten jedoch zahlreiche Rückschläge. 2013 erreichte die Aktie ein Tief von 5,79 Euro. 2015 folgte eine Kapitalerhöhung und die Aktie fiel nochmals auf 5,20 Euro. Dennoch wird die Aktie weiterhin an allen deutschen Börsen und XETRA gehandelt und ist derzeit im MDAX gelistet.

Auch in der aktuellen Situation könnte es für die Commerzbank-Aktie weiter nach unten gehen. Beobachter sahen schon vor einigen Tagen keine fundamentalen Gründe, die für einen weiteren Kursanstieg sprechen. Die Ankündigung einer neuen Strategie im Herbst könnte jedoch die Anleger wieder positiver Stimmen und dann auch ähnlich wie die Übernahme-Spekulationen vor einigen Monaten den Kurs wieder nach oben treiben.

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Von Finanzkrise stark betroffen

Die Commerzbank litt stark unter der Finanzkrise und wurde damals zum Teil verstaatlicht. Seit der Finanzkrise ist die Bundesrepublik Deutschland mit einer Beteiligung von 15 Prozent über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) an der Commerzbank beteiligt und auch größter Einzelaktionär. Die weiteren 85 Prozent sind im Streubesitz. Institutionelle Investoren halten allerdings rund 65 Prozent der Akten, auf private Investoren kommen rund 20 Prozent der Aktien.

Mit rund 1.060 Filialen kann die Commerzbank eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Banken vorweisen. Werden neue Standorte eröffnet, so verändern sich bestehende Filialen in Flagship-Filialen oder City-Filialen. Die Flagship-Filialen befinden sich meist in größeren Städten. Hier können Kunden das komplette Beratungsangebot der Commerzbank zu allen Angeboten von Girokonten über Sparprodukte bis hin zum Wertpapierhandel nutzen. Die Standorte zeichnen sich vor allem durch eine hochwertige Ausstattung aus.

Dazu kommen die kleineren City-Filialen, die vor allem auf persönlichen Service und Beratung zu Basisprodukten setzen. Die Commerzbank versucht, alle ihre Filialen über eine einheitliche digitale Plattform zu verbinden, über die Berater und Kunden in Echtzeit auf viele Informationen zugreifen können. Zu den Filialen in Deutschland kommen nochmals Standorte in mehr als 50 weiteren Ländern. Die Commerzbank ist in allen wichtigen Industrie- und Schwellenländern tätig. Im Ausland gibt es 23 Zweigstellen sowie Repräsentanzen und Tochterunternehmen.

Fazit:

Commerzbank mit hohen Kursverlusten

Die Aktie der Commerzbank fiel in den letzten acht Tagen deutlich und gehört zu den Verlierern im MDAX. Noch zu Jahresbeginn erholte sich die Aktie von ihren Verlusten im letzten Jahr. Mitte April lag die Commerzbank-Aktie noch auf einem Jahreshoch von 8,26 Euro, verlor in den letzten Wochen jedoch 20 Prozent. Derzeit ist die Commerzbank-Aktie etwa 6,44 Euro wert. Schafft es die Aktie nun nicht, einen Boden zu bilden, so könnten Verluste auf einen Wert von 5,58 Euro – dem Tief von Ende 2018 – möglich sein. Bis vor wenigen Tagen war die Commerzbank-Aktie mit einem Kurszuwachs von 30 Prozent noch der Gewinner im Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks.

Einer der Gründe für den massiven Einbruch war wohl die gescheiterte Fusion mit der Deutschen Bank. Spekulationen über eine Fusion mit der Deutschen Bank oder eine Übernahme durch die ING oder Unicredit befeuerten den Aktienkurs. Im April wurde bekannt, dass die Gespräche mit der Deutschen Bank ergebnislos abgebrochen wurden. Gerüchten um eine Übernahme durch die ING widersprach der Vorstandschef Martin Zielke in der letzten Woche bei der Hauptversammlung.

Auf der Hauptversammlung wurde zudem erstmals seit der Finanzkrise wieder die Ausschüttung einer Dividende mit einer Rendite von 2,8 Prozent beschlossen. Der Dividendenabschlag betrug damit 0,20 Euro, was den Kurs der Commerzbank-Aktie ebenfalls sinken ließ. Zudem wurde bekannt, dass die Commerzbank wohl im Herbst Details zu einer neuen Strategie bekannt geben wird. Dies könnte den Aktienkurs wieder stützen.