RWE Aktienanalyse

Der nach Umsatz zweitgrößte deutsche Energieversorger RWE ist derzeit in aller Munde. Nachdem im Hambacher Forst alle Baumhäuser geräumt wurden, gingen die Demonstrationen gegen die Rodung des Waldes allerdings weiter. Ende vergangener Woche entschied schließlich das Oberverwaltungsgericht in Münster, dass der Energiekonzern die Rodung des Waldes bis auf Weiteres stoppen muss. Bereits am Wochenende kehrten Aktivisten in den Wald zurück. Nicht nur der Imageschaden für RWE ist groß, auch die Aktie des Unternehmens musste in den letzten Tagen hohe Verluste hinnehmen.

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Aktie fällt bis auf Sieben-Monats-Tief

Die RWE-Aktie fiel nach dem Rodungsstopp zunächst auf ein Viermonatstief und rutschte an das Ende des DAX. Die Aktie verlor am Tag der Gerichtsentscheidung teilweise mehr als sieben Prozent. Zudem geht man davon aus, dass der Rodungsstopp laut Angaben des Unternehmens vom kommenden Jahr an das operative Ergebnis (Ebitda) jedes Jahr um einen dreistelligen Millionenbetrag belasten werde. In den folgenden Tagen fiel die Aktie weiter und erreichte ein Sieben-Monats-Tief.

Die Verluste am Tag der Entscheidung durch das Münsteraner Gericht blieben nicht die einzigen für die RWE-Aktie. Auch am Tag danach fiel die Aktie nochmals um acht Prozent. Am zweiten Handelstag nach der Entscheidung war eine RWE-Aktie an der Frankfurter Börse nur noch 18,85 Euro wert, am Tag zuvor immerhin noch 20,43 Euro. Der DAX verlor insgesamt um 1,12 Prozent.

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Die RWE-Akte fiel damit beinahe 23 Prozent unter ihr 52-Wochen-Hoch von 23,18 Euro. Einige Tage später lag die Aktie auf Jahressicht mehr als 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 9. November 2017. Das 52-Wochen-Tief lag am 6. Februar 2018 bei 15,15 Euro. Am zweiten Handelstag nach der Gerichtsentscheidung betrug das Handelsvolumen der Aktie bis Börsenschluss 7,12 Millionen Euro. Am Tag zuvor wurden lediglich 2,66 Millionen Wertpapiere von RWE gehandelt.

Rodungsstopp mit Folgen

Das Unternehmen wollte ursprünglich im Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen 100 Hektar der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen. Auf der gerodeten Fläche soll dann der Braunkohle-Tagebau erweitert werden. Vor Beginn des Tagesbaus war der Wald mehr als 4.000 Hektar groß.

Für RWE sind die Rodung des Waldes und die damit verbundene Erweiterung des Braunkohle-Tagebaus notwendig. Da nun keine weitere Abholzung mehr möglich ist, gefährde dies aus Unternehmenssicht die Stromerzeugung in Kraftwerken. Da man im letzten Jahr freiwillig auf Rodungen verzichtet hatte, gebe es nun keine zeitlichen Puffer mehr.

Die Diskussionen rund um den Hambacher Forst dauern nun bereits seit Jahren an. Umweltaktivisten demonstrieren bereits seit einiger Zeit gegen die Abholzung sowie gegen Braunkohle. Nun gab das Oberverwaltungsgericht in Münster in einem Eilverfahren dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) recht. Der Umweltverband argumentierte, dass der Wald aufgrund der Bechsteinfledermaus, die dort lebt, als FFH-Schutzgebiet eingestuft und damit geschützt werden müsse. Laut dem Gericht gebe es zu dem Verfahren nicht nur viele Unterlagen, auch die rechtlichen Fragen seien sehr komplex. Daher könnte man nicht in einem Eilverfahren entscheiden, sondern müsse die Rodung zunächst stoppen. Die Richter kamen zudem zu der Einschätzung, dass RWE die Notwendigkeit für die Versorgungssicherheit nicht ausreichend belegt habe. Womöglich ist mit einer endgültigen Entscheidung des Gerichts erst Ende 2020 zu rechnen.

Hohe Verluste gegen Branchentrend

Die hohen Verluste von RWE gingen zum Teil gegen den Trend der Branche. Der Stoxx Europe 600 Utilities konnte sich am selben Handelstags nach hohen Verlusten am Vortag erneut stabilisieren. Versorgeraktien erlitten zuvor auch aufgrund des Anstiegs der Renditen am amerikanischen Anleihemarkt Verluste. Steigen die Renditen für Anleihen, sind vor allem Dividendenaktien für Anleger eher unattraktiv. Die RWE-Aktie hat übrigens nur vergleichsweise wenig Einfluss auf die gesamte Entwicklung des DAX. Mit einem Gewicht von 1,04 Prozent zählt RWE zu den fünf DAX-Unternehmen mit dem geringsten Einfluss bei der Berechnung des Index.

RWE ist dennoch einer der wichtigsten Stromversorger in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2017 lag der Umsatz bei 32,28 Milliarden Euro und der Gewinn bei 876 Millionen Euro. Ende letzten Jahres arbeiteten in aller Welt knapp 60.000 Menschen für das Energieunternehmen.

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Der Abwärtstrend der RWE-Aktie setzte bereits im letzten Monat ein. Die beiden gleitenden Durchschnitte von 38 und 100 liegen über dem Kurs. Die 200-Tage-Linie von 19,62 Euro befindet sich hingegen unter dem Kurs. Der Rodungsstopp ist sicher einer der Gründe dafür, dass die Aktie bis auf die 200-Tage-Linie zurückgefallen ist und diese teilweise unterschritten hat.

Der Kurs ging nach der Gerichtsentscheidung sehr plötzlich zurück. Daher neigten sich die Enden des Bollinger Bands nach außen. Das Bollinger Band könnte sich durchaus weiter ausdehnen. Derzeit verläuft der Kurs am unteren Ende des Bollinger Bands und lag teilweise sogar außerhalb des Bands.

Aktie im freien Fall

Aktuell befindet sich die RWE-Aktie noch immer im freien Fall und ist derzeit nur noch etwa 17 Euro wert. Vor einiger Zeit waren Experten noch der Ansicht, dass es für Versorger-Aktien bergauf geht und vor allem die RWE-Aktie wieder ein solides Investment darstellen könnte. Derzeit zeigen sich Experten mit Blick auf die RWE-Aktie jedoch skeptisch.

Als RWE vor einigen Wochen einen Rückgang seiner Gewinne bekannt geben musste, erfüllten diese dennoch die Erwartungen der Anleger. Diese Nachricht hatte damit nur wenige Auswirkungen auf den Aktienkurs. Die RWE-Aktie befand sich infolge der Energiewende seit 2011 eher auf dem absteigenden Ast, doch in diesem Jahr schien sich das Blatt zu wenden. Die Aktie gewann bis Mitte September 25 Prozent hinzu. Seitdem ging es zunächst langsam nach unten, am letzten Freitag folgte dann der klare Absturz um 8,5 Prozent. Auch zu Wochenbeginn wies die Aktie weiter Verluste auf.

Analysten sind aufgrund der schwierigen Situation bei RWE vorsichtig. Beispielsweise hat die DZ Bank den fairen Wert für die Aktie von 25 auf 22 Euro reduziert, gibt als Empfehlung jedoch noch immer „kaufen“ an. Die Analysten der DZ Bank sehen den Kursrutsch nach dem verhängten Rodungsstopp als übertrieben an. Die Reduzierung des fairen Werts hängt eher mit den gestiegenen Risiken für den Versorger sowie einer niedrigeren Gewinneinschätzung zusammen. Mittel- und langfristig seien die Geschäftsaussichten allerdings positiv. Andere Analysten senkten zwar ihre Kursziele, bleiben jedoch bei ihren Einschätzungen „kaufen“ oder „halten“.

Weiterer Ausblick

Im Laufe der Woche ging es für die RWE-Aktie immer weiter nach unten. Allerdings verlor die Aktie zur Wochenmitte weniger als der gesamte DAX. Von ihrem Allzeit-Hoch vom Anfang des Jahres 2017 mit 102,20 Euro ist die RWE-Aktie derzeit meilenweit entfernt. Das Allzeit-Tief von 9,13 Euro aus dem September 2015 ist hingegen eher in Sicht. Derzeit ist jedoch wohl nicht davon auszugehen, dass die RWE-Aktie erneut auf dieses historisch schlechte Niveau sinkt.

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Nachdem die RWE-Aktie einige Tage lang stetig gefallen war, sank sie auf ein Sieben-Monats-Tief. Verständlicherweise fielen die Verluste am vergangenen Freitag, nachdem das Gericht in Münster seine Entscheidung getroffen hatte, besonders massiv aus. Mittlerweile hat der Kurs auch die letzte wichtige Fibonacci-Unterstützung aus der Aufwärtsphase von Februar bis Juli durchbrochen.

Der Chart zeigt derzeit zwei langfristige Unterstützungen. Die vom Tief ausgehende Unterstützungslinie verläuft knapp unter der 15-Euro-Marke und stammt von einem Auswärtstrend vor drei Jahren. Derzeit gehen Analysten davon aus, dass sich die Aktie um 16,30 Euro stabilisieren wird. Dort liegt das logarithmische 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement aus einer Aufwärtsphase aus den Jahren 2015 und 2017.

Zur Wochenmitte konnte sich die RWE-Aktie leicht erholen. Möglicherweise hat das Papier nun die abwechslungsreichen letzten Tage und Woche überstanden und kann sich erneut stabilisieren. Der Kursrutsch hat zudem zur Folge, dass die Aktie derzeit günstiger ist als vor einigen Wochen. Der Relative Stärke Index ist seit einiger Zeit im überkauften Bericht und liegt unter 20 Punkten.

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Fazit:

Fazit: RWE-Aktie nach Gerichtsentscheidung im freien Fall

Ende letzter Woche entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster, dass die Rodung des Hambacher Forsts zunächst gestoppt werden muss. Eine endgültige Entscheidung könne jedoch nicht in einem Eilverfahren getroffen werden, sondern kann sich aufgrund der Komplexität der juristischen Fragen bis Ende 2020 hinziehen. RWE informierte seine Anleger daraufhin, dass diese Entscheidung in den nächsten Jahren das operative Ergebnis um einen dreistelligen Millionenbetrag belasten könnte.

Am Handelstag nach der Entscheidung des Gerichts verlor die Aktie mehr als sieben Prozent und fiel auf ein Viermonatstief. In den folgenden Tagen verlor die Aktie weiter und erreichte ein Sieben-Monats-Tief. Derzeit ist die RWE-Aktie etwa 17 Euro wert und damit weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 23,18 Euro aus dem November 2017 entfernt.

Aufgrund der Energiewende kämpft die RWE-Aktie bereits lange. Noch 2007 war sie mehr als 102 Euro wert, seit 2011 geht es für die Aktie stetig nach unten. Im ersten halben Jahr 2018 konnte sich die Aktie aber deutlich stabilisieren und legte um 25 Prozent zu. Seit Mitte September ist jedoch ein Abwärtstrend erkennbar. In den letzten Tagen fiel die Aktie teilweise unter die 200-Tage-Linie. Einige Analysten haben dennoch weiterhin Vertrauen in die RWE-Aktie. Sie senkten zwar ihre Kursziele, sind jedoch mittel- und langfristig weiterhin optimistisch gestimmt.

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