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(Chart-) technische Analyse

Updated 4 Mrz 2020
CFD-Brokers

Die technische Analyse bezieht sich auf historische Kursverläufe, die in Charts dargestellt werden. Trader versuchen so zu ermitteln, ob sich ein Trend fortsetzen wird oder eine Trendumkehr bevorsteht. Fundamentale Daten wie die Eigenkapitalquote oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis spielen hier keine Rolle. Bei der charttechnischen Analyse gehen Trader davon aus, dass diese Faktoren ebenso wie psychologische Muster bereits im Chart enthalten sind. Darüber hinaus ist eine der Grundannahmen der technischen Analyse, dass sich bestimmte Entwicklungen an den Börsen immer wieder wiederholen.

Kaufentscheidungen treffen

Auf der Basis des Kursverlaufs einer Aktie versuchen Trader im Rahmen der charttechnischen Analyse Kaufentscheidungen zu treffen. Allerdings muss gesagt werden, dass es sich dabei immer nur um Prognosen handelt und kein Trader immer exakt vorhersehen kann, wie sich eine Aktie entwickeln wird.

Grundsätzlich gehen Trader davon aus, dass der Kurs einer Aktie steigen oder fallen wird. Theoretisch ist es auch möglich, dass keine Bewegung nach oben oder unten bevorsteht. In diesem Fall sprechen Analysten von einem Seitwärtstrend. Die Gründe für Kursbewegung können sehr unterschiedlich sein. Eine Ankündigung, dass die Dividende erhöht wird, kann zu steigenden Kursen führen, während die Ankündigung, dass im laufenden Geschäftsjahr der Gewinn geringer ausfallen wird, fallende Kurse zur Folge haben kann.

Trader nutzen daher die unterschiedlichsten Wege, um eine Aktie und das mit dieser verbundene Unternehmen zu analysieren. Bei der Fundamentalanalyse beziehen sich Trader auf allgemeine Wirtschaftsdaten, Informationen zur jeweiligen Branche und vom Unternehmen selbst. Im Rahmen der Unternehmensanalyse sehen sie sich beispielsweise Bilanzen genauer an und bewerten auch die Kompetenz des Managementteams.

technische Analyse Ratgeber

Alle Informationen im Kurs enthalten

Im Rahmen der Fundamentalanalyse ist es wichtig, auch Branchenindikatoren oder Veröffentlichungen zum Wirtschaftswachstum zu verfolgen. Trader müssen stets auf dem Laufenden sein und eine Fülle an Informationen auswerten. Trader versuchen herauszufinden, ob eine Aktie fair bewertet ist und ob sich demnach ein Kauf lohnt. Sie halten gezielt Ausschau nach unterbewerten Aktien, die als besonders attraktiv gelten. Neben den zahlreichen Kennzahlen der Fundamentalanalyse spielen für den Handel an der Börse zahlreiche weitere Aspekte eine Rolle, die Angebot und Nachfrage beeinflussen. Hierbei handelt es sich insbesondere um psychologische Faktoren, die das Anlageverhalten an der Börse beeinflussen.

Sorgen, Meinungen und Stimmungen der Anleger fließen ebenso in den Kurs ein. Gehen viele Anleger nach einer Analyse davon aus, dass der Kurs steigen wird, so werden sie die Aktie kaufen und der Kurs steigt in der Folge in der Tat. Fundamental-Analysten versuchen, Zahlen und Fakten objektiv und rational zu bewerten. Allerdings ist der Handel an der Börse oft nicht objektiv und rational, sondern wird von psychologischen Faktoren beeinflusst. In Aktienkursen spiegeln sich damit auch die Gefühle und Stimmungen vieler Menschen wider, die an der Börse aktiv sind.

Vorhersagen treffen

All diese Faktoren bündeln sich dennoch letztendlich im Aktienkurs, der von Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt wird. Der Kurs ist letztendlich der entscheidende Faktor an der Börse, der auch für Käufe und Verkäufe die Basis ist. In diesem sind letztendlich alle Faktoren rund um eine Aktie enthalten. Die aktuelle Lage des jeweiligen Unternehmens spiegelt sich ebenso im Kurs wie die Stimmung der Anleger und die allgemeine wirtschaftliche Situation.

Im Rahmen der technischen Analyse versuchen Trader nun in die Glaskugel zu schauen und die Zukunft vorherzusehen. Viele Einschätzungen beruhen dabei auf den Erwartungen von Anlegern. Die Fundamentalanalyse beschäftigt sich eher mit dem aktuellen Zustand von Aktien und Unternehmen, während die technisch Analyse auf der Basis historischer Kursverläufe Erwartungen von Anlegern untersucht und daraus mögliche Entwicklungen für die Zukunft ableiten möchte.

Die technische Analyse erscheint damit auf den ersten Blick einfacher, da hier alle wichtigen Informationen bereits zusammengefasst sind und Analysten nicht mühsam einen Geschäftsbericht nach dem anderen studieren müssen. Dennoch erfordert auch die Charttechnik viel Wissen und Erfahrung, um Chartmuster richtig einschätzen zu können.

technische Analyse Trends

Bei der Chartanalyse ist wichtig zu wissen, dass sich Kurse stets in Trends bewegen. Diese setzen sich so lange fort, bis sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ändert und es somit zu einer Trendumkehr kommt. Neben Auf- und Abwärtstrends können dabei auch Seitwärtstrends auftreten. Angebot und Nachfrage gehen zudem mit bestimmten Chartformationen einher, die ebenso wie Trends analysieren werden. Diese Chartmuster haben sich im Laufe der Jahre immer wieder bestätigt und gelten somit als sehr verlässlich. Dies wird wohl auch in Zukunft weiter der Fall sein, denn das Anlegerverhalten wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern.

Über Kursverläufe in Charts versuchen Anlegern nun, Prognosen zu entwickeln. Ein Chart ist dabei nichts anderes als ein Diagramm, in dem der Kursverlauf eines Basiswerts dargestellt wird. Oftmals können Trader nicht nur die Darstellungsform, sondern auch den untersuchten Zeitraum selbst wählen. Als besonders beliebt haben sich

  • Balken-Charts
  • Linien-Charts und
  • Candlestick-Charts

erwiesen.

Darstellung in Charts

Trader haben die Wahl zwischen verschiedenen Chartformen und können hier verschiedene Zeiträume analysieren. Im Balken-Chart werden Kursverläufe in der Regel als senkrechte Linie dargestellt. So sehen Trader auf einen Blick beispielsweise Eröffnungs- und Schlusskurse. Beim Linien-Chart erscheinen meist nur die Schlusskurse eines bestimmten Zeitraums. Diese sind durch eine Linie miteinander verbunden. Kursschwankungen lassen sich so nicht erkennen. Der Linien-Chart bietet damit die wenigsten Informationen.

Weitaus mehr Angaben vermitteln Candlestick-Charts, die dem Balken-Chart sehr ähnlich sind. Auch kleinere Trends lassen sich hier gut erkennen. Die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs wird als Körper dargestellt und mit verschiedenen Farben markiert. So können Trader auf einen Blick erkennen, ob sich der Kurs positiv oder negativ entwickelt hat.

In diesen Charts können Tradern nun zahlreiche Muster erkennen. Unter anderem werden Gaps deutlich. Gaps sind Lücken im Chart, die durch einen Kurssprung entstehen und sind oft in Balken-Charts besonders gut zu sehen.

Sogenannte Spikes lassen sich ebenfalls gut erkennen. Spikes zeigen an, dass es zwischen dem vorherigen und dem folgenden Tag zu einem klaren Hoch oder Tief kam. Der Schlusskurs befindet sich nun am gegenüberliegenden Ende der bisherigen Bewegung. Wird ein Spike sichtbar, ist dies oftmals ein Anzeichen für eine Trendumkehr.

technische Analyse Oszillatoren

Auch Trendlinien und Trendkanäle lassen sich im Chart einzeichnen. So können Aufwärts- oder Abwärts-Trendlinien entstehen. Trendkanäle sind zwei nach Möglichkeit parallele Linien, die Kursschwankungen anzeigen. Ist der Trendkanal sehr breit, werden längere Kurszyklen angezeigt. Da Trends oft lange stabil sind, können innerhalb des Trendkanals mehrere kurzfristige Trends – auch gegenläufige – sichtbar werden. Trendlinien und Trendkanäle können aber eigentlich erst im Nachhinein in den Chart eingezeichnet werden.

Erfahrene Trader erkennen im Chart zudem Muster wie Dreiecke oder die Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die eine Trendumkehr anzeigen. Setzt sich ein Trend wohl fort, werden Formationen wie Rechteck oder Flagge und Wimpel sichtbar.

Neben Trends und Charts spielen in der Charttechnischen Analyse auch technische Indikatoren eine große Rolle. Viele Broker bieten diese ebenso wie Charttools direkt auf ihrer Handelsplattform an. Ein technischer Indikator hilft bei einer alternativen Darstellung von Kursverläufen. Trader nutzen diese Indikatoren, um Kursverläufe hinsichtlich bestimmter Eigenschaften und Informationen zu untersuchen.

Mit Hilfe von technischen Indikatoren versuchen Trader, einen möglichst günstigen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt herauszufinden sowie Information, beispielsweise ob ein Trend vorliegt, zu erhalten. Technische Indikatoren basieren in der Regel auf Preisdaten, gelegentlich kommen Daten zum Handelsvolumen hinzu.

Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren

Bei technischen Indikatoren wird zwischen trendfolgenden Indikatoren und Oszillatoren unterschieden. Trendfolgende Indikatoren zeigen an, ob sich eine derzeit in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet. Diese Indikatoren folgen einem Trend und reagieren daher immer mit etwas Verzögerung auf die jeweilige Kursentwicklung. Trendfolgendindikatoren können oft aber keine Prognose für den weiteren Kursverlauf geben sowie in Phasen mit Seitwärtstrends leicht zu Fehlsignalen führen.

Einer der bekanntesten Trendfolgeindikatoren ist wohl der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) der als Indikator für das Zusammen- bzw. Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts genutzt wird. Trader können hiermit erkennen, ob bereits ein Aufwärts- oder Abwärtstrend besteht und ob sich ein Trend etabliert hat. Auch eine Abschwächung eines Trends ist über den MACD sichtbar.

Der gleitende Durchschnitt ist ebenfalls ein wichtiger Trendfolgeindikator. Steigt ein Aktienkurs, so steigt auch der gleitende Durchschnitt. Aufgrund von üblichen Schwankungen bei Aktienkursen kann es sehr schwer sein, einen aktuellen Trend zu erkennen. Da der gleitende Durchschnitt aber den bisherigen Kursverlauf glättet, lassen sich Trends leichter ausmachen.

Neben Indikatoren zur Trendfolge gibt es auch Oszillatoren. Diese helfen dabei herauszufinden, ob es im Kursverlauf möglicherweise Wendepunkte geben könnte. Diese können mit Oszillatoren vorhergesagt oder bestätigt werden. So können Trader auch feststellen, ob eine Aktie womöglich überkauft oder überverkauft ist.

technische Analyse Indikatoren

Fazit: Kaufsignale durch charttechnische Analysen

In der Charttechnik geht man davon aus, dass alle wichtigen Informationen über Unternehmen und Aktien bereits im Kurs enthalten sind. Trader müssen daher keine Unternehmensbilanzen und wirtschaftliche Daten auswerten. Darüber hinaus sind auch psychologische Faktoren wie das Anlegerverhalten schon Teil des Kursverlaufs. Eine zweite wichtige Grundannahme der technischen Analyse ist, dass sich Entwicklungen an den Märkten immer wieder wiederholen.

Wie der Name bereits sagt, spielen Charts bei der charttechnischen Analyse eine große Rolle. Aus Liniencharts, Balken-Charts oder Candlestick-Charts können Trader viele wichtige Informationen rund um Kurse und Trends erhalten. Ziel der Charttechnik ist es, Trends und Trendwende auszumachen. Dabei helfen auch technische Indikatoren. Diese lassen sich in Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren unterteilen. Letztere helfen dabei, Trendwenden frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Zudem lassen sich in Charts Trendlinien oder Trendkanäle einzeichnen. Viele Broker geben ihren Tradern mittlerweile zahlreiche Indikatoren und Charttools an die Hand.