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Candlestick Trading – Nutzen Sie die Kursdarstellung und ihre Vorteile zum Maximieren ihres Gewinns durch Candlestick Trading

Updated 16 Nov 2020

Candlestick Charts sind zwar schon lange die gängige Art der Darstellung von Börsenkursen und Charts, viele Investoren und sogar aktive Trader kennen deren Vorzüge und die Chancen die sich durch die Candlestick Darstellung ergeben nicht wirklich und können dementsprechend wenig mit dieser Darstellung anfangen. Ein Fehler, wie viele Trader und Anleger im Nachhinein zugeben mussten, denn Candlestick Trading ist eine sehr lukrative Möglichkeit, durch eigene Analysen und Signale erfolgreich an der Börse handeln zu können. Was es damit auf sich hat, weshalb man überhaupt von Candlesticks spricht und wie Sie ihr Trading durch diese Form der Kursdarstellung verbessern können werden Sie im Folgenden erfahren. Natürlich gehen wir vor allem auf die Basics und einige Spezialitäten des Candlestick Tradings ein, es wird jedoch ein umfassender Gesamtüberblick geschaffen werden und Sie werden bereits nach dem ersten Lesen neue Horizonte für ihr Trading erhalten haben.

  • Bullische und Bärische Kerzen erkennen
  • Normale Kerzen Formationen, Dojis und viele Unklarheiten werden geklärt
  • Wendemarken im Charts erkennen: Das sind der Doppelte Hammer oder der Hanging Man
  • Die wichtigsten Begriffe aus dem Candlestick Trading einfach und verständlich für Einsteiger und Fortgeschrittene erklärt

Was sind überhaupt Candlesticks?

Die Darstellung von Börsenkursen als Candlesticks oder eben auch Kerzen Formationen ist eine mittlerweile sehr gängige Form der Darstellung und ist vor allem für aktive Trader sehr von Nützen. Der Name ergibt sich aus der Form, denn während bei einer Standard Kerze oben ein dünner Strich ist, ist die Mitte einer Chart Kerze ein breiterer Körper. So entsteht ein Bild wie bei einer Kerze mit Körper und Docht. Anders als bei echte Kerzen ist allerdings auch auf der Unterseite ein „Docht“ zu finden.

Selbstverständlich sollen nicht einfach nur Charts in Form von Kerzen dargestellt werden, sondern dahinter steckt ein sinnvolles System, denn während des untere Ende des „Dochts“ das Tagestief markiert, stellt das oberer Ende passend dazu das Tageshoch dar. Der Körper der Kerze hingegen markiert am unteren Ende den Eröffnungskurs und der obere Teil markiert den Schlusskurs auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis. Es können aber sogar noch kürzere Zeiteinheiten dargestellt werden und das Candlestick Trading ist somit auch als Daytrading Methode umsetzbar Insofern zeigt ein Candlestick Chart schon auf den ersten Blick deutlich mehr als andere Chart Formationen an.

Ob der von einer Kerze dargestellte Zeitraum positiv oder negativ verlaufen ist, lässt sich bereits mit einem Blick erkennen, denn in der Regel teilen sich die Kerzen in grüne und in rote Kerzen auf. Grüne Kerzen sind dabei Zeiteinheiten die im Gewinn und rote Kerzen solche, deren Zeiteinheiten mit Verlust abgeschlossen wurden. Anzumerken ist dabei noch, dass die Farbe einer Kerze lediglich anzeigt, wie der einzelne Handelsabschnitt abgeschlossen wurde, nicht aber das Verhältnis zum Beispiel zum Schlusskurs des Vortages.

Darauf kommt es beim Candlestick Trading an

Wer sein Trading mit Hilfe der Candlestick Chart Formationen betreiben, unterstützen oder  verbessern möchte, der sollte auf einige Dinge achten, damit dies auch möglichst profitabel geschehen kann. Zunächst einmal muss daher klargestellt werden, dass Candlestick Analysen alleine häufig nicht ausreichen, um langfristige Prognosen zu stellen und häufig noch weitere Aspekte hinzugezogen werden müssen. So sind zum Beispiel bestimmte Formationen nicht maximal lange gültig bzw. ein praktikables Handelssignal, sondern sie gelten lediglich für rund vier bis fünf Zeiteinheiten, die jeweils durch eine Kerze dargestellt werden. Das bedeutet wenn eine Kerze für eine Stunde steht, dass das Signal maximal für vier bis fünf Stunden oder bei anderen Zeiteinheiten dementsprechend relevant ist.

Die Candlestick Analyse ist also tendenziell eher kurzfristig auf den jeweiligen Zeitraum anzuwenden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, diese Methode mit der klassischen Chart Analyse, Fundamentaldaten oder anderen Indikatoren zu ergänzen. Zudem gilt natürlich auch bei Candlestick Analysen, dass diese weder immer zu 100 Prozent funktionieren müssen, noch dass diese immer so klar wie zum Beispiel im Lehrbuch ausfallen werden. Die Chart Formationen aus dem Candlestick Trading, die Sie im Folgenden noch kennenlernen, treten daher häufig nicht ganz so sauber auf, können aber trotzdem als Indikatoren genutzt werden.

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Candlestick Analysen können zwar in den verschiedensten Anlageklassen wie Devisenpaaren, Aktien, Indizes und auch Kryptowährungen genutzt werden, ihre Trefferquoten erhöhen sich aber stets in der letzten und stärksten Phase eines Auf- bzw. eines Abschwungs. So können mit Candlestick Analysen häufig markante Wendepunkte ermittelt werden, nicht aber langfristige Kursziele oder Trends. Aufgrund der bereits angedeuteten kurzfristigen Ausrichtung der Candlestick Analyse sollten solche markanten Punkte möglichst schnell auch eine Bestätigung durch den Kurs erfahren. Viele Candlestick Experten verlangen sogar eine Bestätigung direkt in der folgenden Zeiteinheit, also zum Beispiel dem Folgetag oder dem Folgemonat. Wichtig ist daher vor allem, dass Sie ein solides Risiko- und Moneymanagement haben, was es ihnen garantiert, dass auch fehlgeschlagene Trades, unbestätigte Indikatoren oder Missinterpretationen nicht zu einem überdurchschnittlich großen Kapitalverlust führen. Gutes Management mit den verschiedenen Order Arten ist hier also von großem Vorteil.

Die wichtigsten allgemeinen Aspekte für Candlestick Analysen:

  • Grundsätzlich anwendbar auf verschiedene Anlageklassen wie Kryptowährungen, Devisenpaare, Indizes, Einzelwerte und verschiedene Finanzinstrumente
  • Häufig lassen sich Formationen nicht zu einhundert Prozent erkennen und es kommt daher vor allem auf eine zeitnahe Bestätigung des Handelssignals an
  • Candlestick Analysen sollten möglichst immer durch andere Analysen oder Aspekte ergänzt werden und können vor allem nicht als langfristige Orientierung alleine dienen
  • Aufgrund der Varianz und der Abhängigkeit von anderen Ereignissen sind auch Candlestick Analysen nicht absolut sicher und es sollte daher immer ein Risikomanagement eingehalten werden
  • Candlestick Formationen deuten vor allem auf Kehrwenden oder markante Punkte hin und sind daher vor allem in kurzfristigen Trades umsetzbar

Die größten Risiken durch das Candlestick Trading

Wer mit Hilfe von Candlestick Charts Analysen anfertigt, der ist in erster Linie zwei Risiken ausgesetzt. Das ist zum einen die Fehlinterpretation von bestimmten Formationen aufgrund der teilweise schwer zu erkennenden Formationen und auch rückwirkender Fehleinschätzungen, was eine Formation in anderen Fällen gewesen sein könnte. Häufig werden für bestimmte Phänomene im Nachhinein eine Chart Formation verantwortlich gemacht, die aber erst im Nachhinein erkennbar wird und tendenziell keinerlei Aussagekraft für den Trader hatte. Auf der anderen Seite neigen Trader häufig aufgrund des hohen Aufwands bei den Analysen dazu, wenn eine bestimmte Formation fast schon vollständig ist, sich den Rest hinzuzudichten. So ist zum Beispiel die bekannte Schulter – Kopf – Schulter Formation bereits zu zwei Drittel vervollständigt und dann folgt aber etwas, was im Prinzip keine zweite Schulter ist und das Signal würde somit ausbleiben. Der Trader hat aber viel Arbeit in die Analyse gesteckt, hat möglicherweise noch andere Aspekte hinzugezogen und seine Analyse vertieft und möchte nun eigentlich den Trade wagen, obwohl die Formation nicht wirklich entstanden ist. Viele Trader missdeuten nun, egal ob bewusst oder unbewusst, den letzten Teil der Formation und gehen den Trade dennoch ein. Ein Fehler der häufig im Nachhinein erst deutlich wird und so natürlich für Verluste sorgen kann.

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Selbiges gilt auch für ausbleibende Bestätigungen. Manche Trader sehen es gar als eigenen Fehler oder als ein Eingestehen eines Fehler an, wenn eine Formation nicht bestätigt wird und verharren daher in ihrer Strategie. Ein großer Fehler, denn es liegt in der Natur von Candlestick Analysen, dass diese nur zu einem bestimmten Prozentsatz, selbst bei absolut richtiger Anfertigung, bestätigt werden und sich der Kursverlauf entsprechend darstellt. Wer Candlestick Trading betreiben möchte, der sollte sich also mit einer bestimmten Ungenauigkeit abfinden können und bei ausbleibenden Bestätigungen immer auch den Absprung finden.

Ein letztes nicht unbeachtliches Risiko ist das zu schnelle Reagieren bzw. das Antizipieren von Candlestick Formationen. Die Idee ist eigentlich genauso simpel wie genial aber eben leider sehr anfällig für Fehler und daher kaum für den Trader geeignet. Wer bereits rund zwei Drittel einer bestimmten Formation an einer passenden Stelle entdeckt hat, der könnte selbstverständlich auf die Idee kommen, nicht nur nach der endgültigen Feststellung der Formation zu handeln, sondern bereits jetzt und quasi entsprechend des noch ausstehenden Teils der Formation zu handeln. Dieser Ansatz kommt einem im Moment des Trades häufig wirklich klug vor, stellt sich aber fast immer als Fehler heraus. Das liegt daran, dass zwei Drittel einer bestimmten Formation sehr häufig in Charts auftauchen und nur für einen kurzen Moment so aussehen, als würde sich die entsprechende Formation überhaupt bilden. Schlägt der Ansatz fehl und das wird er häufig tun, fragt man sich als Trader im Nachhinein schnell, wie man überhaupt nur auf die Idee kommen konnte, an diesem Spot einen derartigen Trade zu wagen. Insgesamt sollten Candlestick Analysen daher in Gänze erfolgen, ganze Formationen abgewartet werden und häufig empfiehlt es sich sogar, die Bestätigung abzuwarten. Auch wenn das manchmal unnötige Mühen bedeutet, sorgt das langfristig für eine deutlich höhere Trefferquote und somit auch für ein besseres Gesamtergebnis.

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Die wichtigsten Candlestick Formationen für Einsteiger und Fortgeschrittene

Die Candlestick Analyse ist im Grunde darauf ausgerichtet, bestimmte Bilder, sogenannte Formationen, die durch eine Anordnung von mehreren Kerzen entstehen zu erkennen und richtig zu interpretieren. Die wichtigsten Formationen werden wir ihnen daher nun in Kurzform vorstellen.

Langer Docht und kurzer Körper: Die Hammer bzw. Shootingstar Formation

Besonders auffällig sind Kerzen dann, wenn ein sehr kleiner Körper am unteren oder oberen Ende des Dochts einer Kerze auftauchen. Befindet sich der Körper am oberen Ende, sprechen wir in der Candlestick Analyse von einem „Hammer“ und es handelt sich dabei um ein bullisches Signal, also einen Indikator für positiv verlaufende Kurse. Das gilt besonders dann, wenn die entsprechende Hammer Kerze grün gefärbt ist, das ist allerdings nicht einmal zwingende Voraussetzung. Häufig werden so Trendwenden eingeläutet, wenn nach schwächeren Kursen eine Erholung einsetzt.

Das Gegenteil, also der Körper am unteren Ende des Dochts, ist die sogenannte Shootingstar Formation und diese gilt dementsprechend als bärisch und das vor allem aber ebenfalls nicht ausschließlich, wenn diese Kerze auch noch rot ist. Typischerweise lässt sich diese Formation an der Spitze einer Aufwärtsbewegung finden und es folgt ein Abverkauf der letzten Gewinne innerhalb eines Wertes. Für beide Varianten gilt, dass das Signal umso stärker wird, wenn zwei ähnlich aussehende Kerzen aufeinander folgen.

Piercing Lines: Ein Signal für Short- oder Long Positionen

Bei Piercing Lines bedarf es zweier Kerzen hintereinander, die beide einen fast vollen Körper haben und bei denen die zweite Kerze entweder unterhalb oder oberhalb der letzten Kerze anfängt und mehr als die Hälfte der vorangegangenen Kerze wieder aufholt. Geschieht dies nach oben, beginnt also der Körper der zweiten Kerze unterhalb der ersten und geht bis über die Hälfte der ersten Kerze nach oben, ist dieses Signal bullisch und somit ein Indikator für Long Positionen. Das Gegenteil hingegen ist klar bärisch und sollte entweder zum Verkauf oder aber für Short Positionen genutzt werden.

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Der Morningstar: Markanter Wendepunkt als Zeichen für bessere Zeiten

Das stärkste Signal dass es in der Candlestick Analyse gibt, heißt Morningstar und setzt sich aus drei Kerzen zusammen. Die erste Kerze ist dabei immer rot, also eine Zeiteinheit im Verlust, darauf folgt eine sogenannte Doji Kerze, eine Kerze die gar keinen oder nahezu keinen Körper hat und im letzten Schritt eine grüne bzw. positive Kerze, die einen möglichst großen Körper hat.

Besonders wichtig ist in dieser Formation eine zeitnahe Bestätigung durch weiter steigende Kurse. Dann ist in der Regel aber auch der Trendwechsel geschafft und es können hohe Gewinne eingefahren werden.

Das Gegenteil: Der Evening Star

Die gleiche Formation, nur genau umgekehrt läutet dementsprechend auch fallende Kurse nach einem langfristigen Anstieg ein. Positive Kerze, gefolgt von einer Doji Kerze und zuletzt einer stark negativen Kerze, sowie eine Bestätigung durch weiter fallende Kurse ist häufig der Beginn eines länger anhaltenden Abwärtstrends und kann daher sowohl für Shortseller als auch für langfristig orientierte Anleger als Indikator dienen.

Candlestick Trading ist eine sinnvolle Ergänzung aber kein Selbstläufer

Die vorgestellten Formationen sind in der Tat nur eine sehr kleine Auswahl und sollen wenn überhaupt exemplarisch aufzeigen, wie Candlestick Analysen aussehen können. Das Benutzen von Candlestick Charts ist absolut sinnvoll, praktisch und bietet Tradern mehr Informationen und die Chance eine weitere Art der Analyse in das eigene Trading einfließen zu lassen. Doch wie erläutert kommen auch Risiken mit dem Candlestick Trading einher und es ist daher sinnvoll, diese Form der Analyse ergänzend zu nutzen oder aber sie zumindest durch weitere Ansätze zu erweitern. Insgesamt sollte ein Trader aber die wichtigsten Formationen kennen und die Candlestick Charts zu seinen Gunsten benutzen und somit mehr Profit erwirtschaften.