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Was ist Backtesting?


Brian Hayslip
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Backtesting umfasst das Anwenden Ihrer Handelsstrategie auf historische Marktdaten mit einem Dummy-Konto. Nehmen Sie zum Beispiel eine Beta-Handelsstrategie, die darauf abzielt, die Dips über einen Zeithorizont von Monaten oder Jahren zu kaufen. Ihre Strategie könnte Kaufsignale generieren, wenn der einfache 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt den 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt überschreitet. Backtesting würde den Start der Strategie am 1. Januar 2010 beinhalten, Stop-Loss- und Take-Profit-Parameter würden auf jede Position angewendet, sobald sie vom Markt in Aussicht gestellt werden. Die Handelsaktivität wird aufgezeichnet, und die P & L wird am 31. Dezember 2018 am Ende des Zeitraums aufgestockt. Es klingt nach einer großartigen Möglichkeit, um zu überprüfen, ob Ihre Ideen wirklich funktionieren werden, aber im Interesse der Erhaltung Ihres Kapitals lohnt es sich, auf einige der möglichen Fallen hinzuweisen. Die meisten systematischen Trader, die mitten in der Nacht aufwachen, sorgen sich wegen des sogenannten Paradigmenwechsels - oder für den Rest von uns: "Was früher funktioniert hat, funktioniert nicht mehr". Es passiert. Beim fortgeschrittenen Backtesting werden die Anforderungen an Handelsgröße und Marge berücksichtigt. Dies wird oft übersehen und es hat wenig Sinn, eine Strategie zu wählen, die in der Praxis nicht funktioniert. Beim Backtesting einer risikoreichen Renditestrategie könnte beispielsweise die Rendite + 100% über einen Zeitraum von zwei Jahren liegen. Wenn es im ersten Teil dieses Zeitfensters einen Verlust von 30% hinnehmen musste, dann hätte der Handel mit den Beschränkungen der Kapital-Balance-Margin dazu geführt, dass nur kleinere Geschäfte möglich gewesen wären. Diese kleineren Trades hätten, obwohl sie rentabel waren, nicht die absolute Rendite erzielt, die erforderlich ist, um die vorgeschlagenen 100% über zwei Jahre zu erzielen. Trader müssen auch die Zuverlässigkeit der verwendeten Preisdaten berücksichtigen. Umfasst es kurzzeitige Flash-Abstürze, die zu Stopp-Verlusten und zum Schließen von Positionen führen können? Viele der Broker-Plattformen auf dem Markt bieten die Möglichkeit, ein Dummy-Portfolio aufzubauen und Backtest-Strategien zu entwickeln. Sie zu führen kann eine interessante, lehrreiche und angenehme Erfahrung sein. Aber auch zu verstehen, dass dies Tests sind und dass die Reifen wirklich angetrieben werden müssen, ist der beste Ansatz. Stellen Sie sich einen Trader vor, der eine Strategie entwickelt. Diejenigen, die den Bask-Test nicht bestehen, werden direkt in die Ablage gestellt. Dann diejenigen, die nicht stolz hergezeigt werden. Ändern Sie die Zeitspanne, in der der Test abgelaufen ist. Berücksichtigen Sie die praktischen Umstände, in denen die Positionen tatsächlich gehandelt werden. Es kann durchaus sein, dass der ausrangierte Test derjenige ist, der Geld verdient, und der andere ist derjenige, der wirklich im Mülleimer landen sollte.
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Backtesting ist, wenn du eine entwickelte Strategie hast und diese auf Basis von Daten aus der Vergangenheit testest. So kannst du feststellen, ob diese Strategie in der Vergangenheit profitabel gewesen ist. Natürlich stellst du nicht nur fest, OB sie profitabel war, sondern auch WIE und welche weiteren Faktoren wichtig sind. Zum Beispiel die Trefferquote, die Volatilität, den maximalen Drawdown usw. Sehr gut wäre beispielsweise, wenn du beim Backtesting auch eine Equity-Kurve sehen kannst, an der du siehst, wie sich dein Kapital entwickelt hätte. Das Optimum wäre, wenn sich die Kurve immer schön leicht nach oben bewegen würde ohne große Ausschläge.

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So gut und wichtig das Backtesting auch ist, birgt es aber auch Gefahren! Es gibt Strategien, die auf Grundlage von Backtests gute Renditen bei angemessenem Risiko erwirtschafteten. Plötzlich aber in der Praxis bemerkt man, dass sich diese Strategie überhaupt nicht lohnt. Woran liegt das? Das kann verschiedene Ursachen haben. Die Handelsfrequenz ist einfach zu hoch. Oder die Datenbasis war ungenau. Der Zeitraum bzw. die Anzahl der getesteten Trades war zu gering. Es kann auch sein, dass der Backtest zufällig in einem Zeitraum lag, der für diese Strategie besonders günstig war, aber mittlerweile haben sich die Märkte geändert.

 

Zum Beispiel gab es seit 2009 bis Anfang 2020 einen Bullenmarkt. Wer Ende 2019 einen Backtest machte, hätte vielleicht auf einen Zeitraum von 10 Jahren zurückgeblickt. Das ist eigentlich ausreichend. Und dennoch ändern sich die Märkte plötzlich.

 

Selbst wer einen Backtest von 2000 an gemacht hätte - also rund 20 Jahre - wäre mit seiner Strategie in der Coronakrise vermutlich gescheitert.

 

Auch das Beispiel EUR/CHF, als die Schweizer Notenbank die Untergrenze von 1,20 aufhob zeigt, dass es immer wieder zu Situationen kommt, die man im Backtesting zwar testen kann, die sich aber so wahrscheinlich nicht wiederholen. Und eine neue Situation, die erst in der Zukunft auftritt, kann man nicht im Vorfeld testen. Das Backtesting hat also Schwächen und darf nicht als “heiliger Gral” bezeichnet werden.

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Es besteht auch beim Backtesting die Gefahr der Überoptimierung. Man tüftelt immer weiter an seiner Strategie, um noch das letzte Prozent aus dem Markt zu pressen. Aus der heutigen Perspektive in Bezug auf die Vergangenheit hätte das dann auch ganz gut geklappt. Aber dann wendet man die Strategie dann im Handel an und plötzlich funktioniert sie nicht mehr. Eine Ursache könnte dann eben die Überoptimierung sein. Die Strategie funktionierte - vielleicht auf einen langen Zeitraum - nur in eben diesem konkreten Markt und in dieser konkreten Zeitspanne. 

 

Würdest du zum Beispiel den backtest ein Jahr später machen, dann hättest du andere Parameter, aber auch wieder eine Überoptimierung. Besser ist es daher, immer einfache Strategien anzuwenden.

 

Dennoch solltest du natürlich eine Strategie backtesten - ohne Frage! Denn du brauchst ja Anhaltspunkte, auf die du aufbauen kannst. Und noch etwas: keine Strategie funktioniert in alle Ewigkeit. Mal abgesehen von so einfachen Plattitüden wie “Kaufe billig und verkaufe teuer”. Das ist ja keine konkrete Strategie ?

 

Das heißt also, du musst immer wieder - aber auch nicht zu oft - an deiner Strategie feilen und den Markt permanent beobachten. Es ist sehr schwierig und du brauchst viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Denn du musst ja entscheiden, handelt es sich um einen normalen Drawdown oder muss ich meine Handelsstrategie anpassen.

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