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Warum gibt es einen Performance-Unterschied bei ETFs, die den gleichen Index abbilden?


Dennis Mayer
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Der Unterschied in der Performance zwischen einem ETF und seinem zugrunde liegenden Index wird als "Tracking Error" bezeichnet und variiert manchmal erheblich zwischen verschiedenen ETFs, die an den gleichen Index gebunden sind. Um den Tracking Error zu verstehen, ist es jedoch wichtig, zuerst zu verstehen was ein Index tatsächlich ist. Ein Index ist lediglich eine Aufstellung verschiedener Aktien, die durch unterschiedliche Berechnungsformeln hindurchgeführt werden und dazu dienen, die Performance eines bestimmten Marktsektors zu verfolgen. Der Index selbst hält keine Wertpapiere. Im Gegensatz dazu bezahlt ein Index-ETF einen Fondsmanager für den Kauf und Verkauf der Wertpapiere in seinem Referenzindex. Diese Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten, sowie Verwaltungsgebühren und andere Aufwendungen, spiegeln sich in der Kostenquote des Fonds wider, d.h. in Prozent des Vermögens, das den Aktionären zur Deckung der Kosten für die Verwaltung des Fonds belastet wird. Die Ausgabenquoten sind der größte Faktor im Hinblick auf den Tracking Error. Hier ist ein Blick auf die Wertentwicklung von vier S&P 500 Indexfonds im Jahr 2017 – beachten Sie, dass der Index selbst eine Rendite von 21,83% für das Jahr erzielte.
Name des Fonds/Symbol Ausgabeaufschlag Rendite im Jahr 2017
Schwab S&P 500 (SWPPX) 0.05% 21.79% (-0.04%)
Vanguard 500 (VFINX) 0.14% 21.67% (-0.15%)
Dreyfus S&P 500 (PEOPX) 0.50% 21.25% (-0.58%)
State Farm S&P 500 (SNPBX) 1.34% 19.82% (-2.01%)
 

Andere Faktoren, die zu Tracking-Fehlern beitragen

Der Fondsmanager verwendet verschiedene Stichprobenverfahren, um festzustellen, welche Wertpapiere des Index im Fonds gehalten werden sollen. Denken Sie daran, dass einige Indizes Hunderte oder Tausende von Wertpapieren haben, von denen manche schwer zu finden sein können. Der Fondsmanager hat das Ermessen, welche Vermögenswerte er als repräsentative Stichprobe des Index selbst halten kann. Zum Beispiel ist der Russell 2000 ein Small-Cap-Index, der die unteren 2.024 Aktien des Russell 3000 verfolgt. Der Vanguard Russell 2000 ETF (VTWO) hat 2.056 Wertpapiere in seinem Fonds, während der SPDR Portfolio Small Cap ETF (SPSM), der auch den Russell 2000 verfolgt, nur 2.007 hält. Diese geringfügigen Abweichungen in den Beständen führen auch zu Leistungslücken gegenüber der Benchmark. Zusätzlich zur Stichprobenmethode verwenden die Fondsmanager verschiedene Methoden, um die Wertpapiere im Verhältnis zu den Beständen zu gewichten. Die mit Abstand beliebteste Methode ist die Cap-Gewichtung, bei der die größten Unternehmen innerhalb des Fonds stärker gewichtet werden. Andere Methoden bevorzugen verschiedene Aktiengattungen. So neigt sich beispielsweise die Gleichgewichtsmethode zu Small Caps, während die Dividendenmethode zu Wertaktien tendiert. Die RAFI-Gewichtung gewinnt an Popularität, da sie bei der Gewichtung der verschiedenen Aktien des Fonds vier Fundamentaldaten (Buchwert, Umsatz, Dividende und Cashflow) berücksichtigt. Die RAFI-Gewichtung tendiert zu Value-Aktien und Unternehmen mit niedrigeren Margen. Die Fähigkeit des Fondsmanagers, das Risiko von Kapitalertragssteuern und Handelskosten während des Portfolio-Rebalancing zu minimieren, hat ebenso einen leichten Einfluss auf Tracking Error und Gesamtrenditen.

Abschließende Gedanken

Für langfristige Investoren, die kaufen und halten, sind Tracking-Fehler und geringfügig schlechtere Wertentwicklung im Laufe der Zeit möglicherweise nicht so signifikant, da diese Investoren typischerweise nach kostengünstigen Möglichkeiten suchen, einen Index zu halten. Kurzzeitanleger sollten hingegen darauf achten, Unterschiede zwischen dem Fonds und der Benchmark zu verfolgen.
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Moin Dennis,

 

ich versuche dir das mal etwas einfacher zu erklären - und nicht so wissenschaftlich ? Also ein Punkt ist, dass ein ETF Kosten verursacht. Mögen sie auch noch gering sein, sie fallen an und reduzieren damit die Rendite. Ein Index dagegen verursacht ja keine Kosten. Er hat die Wertpapiere ja nicht direkt in einem Portfolio, sondern bildet lediglich die Wertentwicklung eines fiktiven Portfolios ab. Von dem her schneidet ein ETF immer schlechter ab als ein Index. ABER! Es kann auch vorkommen, dass ein ETF besser abschneidet als der zugrunde liegende Index. Wie kann das passieren? 

 

Das hängt mit der Konstruktion eines ETFs zusammen. Um einen Index 1:1 abzubilden, müsste ein ETF exakt dieselben Wertpapiere in exakt derselben prozentualen Zusammensetzung beinhalten. Bei einem ETF auf den DAX oder den Dow Jones ist das kein Problem. Aber bei einem Index wie dem MSCI World, in dem circa 1.600 Aktien enthalten sind, ist das faktisch nicht möglich bzw. nicht sinnvoll. Der ETF müsste ja auch ständig die Wertpapiere kaufen und verkaufen, was ja wiederum Kosten verursacht. Daher greifen viele Portfolio-Manager auf ein einfaches Prinzip zurück: Sie bilden den Index nur zu - sagen wir mal - 99,8 Prozent ab. Das erreichen sie, indem sie - um beim Beispiel des MSCI World zu bleiben - nicht alle 1.600 Aktien kaufen, sondern nur beispielsweise 600 Aktien. (Ich nehme hier nur fiktive Zahlen, die genauen Angaben habe ich nicht.). Diese 600 Aktien decken aber eben zu 99,8 Prozent den Index ab. Die anderen 1.000 Aktien machen insgesamt nur 0,2 Prozent aus. Aufgrund der Aktien-Auswahl kann sich eben der ETF auch mal besser entwickeln als der eigentliche Index. Oder auch schlechter. Obwohl man natürlich sagen muss, dass die Unterschiede nur minimal sein werden. 

 

Also kurz zusammengefasst:

- Ein ETF hat Kosten, die ein Index nicht hat

- Die meisten ETFs nehmen nur eine Auswahl an Aktien aus dem Index auf und nicht die gesamten Wertpapiere, was sich sowohl negativ als auch positiv auf die Wertentwicklung auswirken kann.

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