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Jane Goodwin

Worin besteht der Unterschied zwischen einem ETF, einem Investmentfond undeinem Indexfond?

Question

4 answers to this question

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Eine gute Möglichkeit, diese drei Anlageinstrumente zu verstehen, ist die Vorstellung einer umgekehrten Pyramide. Investmentfonds stehen an oberster Stelle, die breiteste Kategorie. Darunter befinden sich Indexfonds, die eine spezifische Art von Investmentfonds sind. ETFs befinden sich am unteren Ende der Pyramide, als eine Teilmenge von Indexfonds. Ein Investmentfonds ist ein aktiv verwalteter Fonds, der darauf ausgerichtet ist, bestimmte Anlageziele zu erreichen. Der Fondsmanager hat ein weites Ermessen, welche Wertpapiere er im Fonds halten soll, um die ihm zugrunde liegenden Ziele zu erreichen. So strebt beispielsweise der Fidelity Telecom and Utility Fund (FIUIX) eine Maximierung der Erträge an, indem er in Versorgungsunternehmen mit gutem Einkommen und Kapitalzuwachs investiert. Der Fondsmanager sucht Aktien aus, die den Anlagekriterien des Fonds entsprechen und verkauft diejenigen, die nicht erfolgreich sind. Von den drei Arten von Anlagen weisen Investmentfonds die höchsten Kostenquoten auf, d.h. einen Prozentsatz der Vermögenswerte, die zur Deckung der Kosten für die Verwaltung des Fonds erforderlich sind. Ein Indexfonds hingegen ist ein passiv verwaltetes Investment. Der Fonds ist an einen Index wie den Dow Jones oder die NASDAQ gebunden, dessen Wertpapierkatalog denjenigen des Index sehr nahe kommt. Mit anderen Worten, Entscheidungen darüber, welche Aktien der Fonds hält, werden an die Personen ausgelagert, die den Index entwickeln. Wenn Sie nach dem obigen Beispiel eine kostengünstigere Art der Investition in den Versorgungssektor wünschen, können Sie sich für den Vanguard Utilities Index Fund entscheiden, der an den MSCI US IMI/Utilities Index (VUIAX) gekoppelt ist. Der Investmentfonds für Versorgungsunternehmen hat eine Kostenquote von 0,55 % oder 5,50 $ pro 1.000 $ investiertem Kapital, während der Indexfonds nur 0,10 % oder 1,00 $ pro 1.000 $ investiertem Kapital kostet. Wenn Sie Investmentfonds und Indexfonds kaufen und verkaufen, tun Sie dies über das Unternehmen, das sie fördert, entweder direkt oder indirekt über ein Depot. Die Transaktionen werden am Ende des Handelstages auf der Grundlage des Nettoinventarwerts des Fonds oder des NAV abgewickelt. Investmentfonds und Indexfonds erfordern in der Regel eine minimale Anfangsinvestition. Exchange Traded Funds oder ETFs sind meist an einen Aktienindex gebunden, können aber auch in Rohstoffe, Währungen oder Anleihen investieren. ETFs können den ganzen Tag über gekauft und verkauft werden; im Gegensatz zu Index- und Investmentfonds, die über die Fondsgesellschaft gekauft und verkauft werden, werden ETFs an der Börse gehandelt, genau wie einzelne Aktien. Ihre Transaktion erfolgt mit einem anderen Anleger, nicht mit dem Fondsgeber. ETFs weisen tendenziell auch niedrigere Kostenquoten auf, die im Allgemeinen im Einklang mit oder niedriger als Indexfonds stehen. So bietet Vanguard beispielsweise eine ETF-Version seines Utilities Index Fund, den Vanguard Utilities ETF (VPU), der ebenfalls eine Kostenquote von 0,09% aufweist. Im Gegensatz zu Indexfonds und Investmentfonds gibt es jedoch keine Mindestanlage für ETFs. Man kann eine einzelne Aktie kaufen und verkaufen, wenn man dazu geneigt ist. Wenn Sie sich entschieden haben, dass Indexinvestments der beste Weg sind, um Ihre finanziellen Ziele zu erreichen, ist es wichtig, die wichtigsten Kostenunterschiede zwischen Indexfonds und ETFs zu verstehen, bevor Sie sich entscheiden, welche Art von Fonds Sie kaufen werden.

Transaktionskosten 

Indexfonds können hier von Vorteil sein, da viele Unternehmen Indexfonds ohne Transaktionskosten anbieten, unabhängig davon, ob die Fonds direkt oder über einen Vermittler gekauft werden. Andererseits zahlen Sie bei jedem Kauf oder Verkauf eines ETFs eine Transaktionsgebühr oder Provision.

Rebalancing

Wenn mehr Geld in einen Indexfonds fließt, als durch Rücknahmen ausgezahlt wird, muss der Fondsmanager mehr Wertpapiere kaufen, um das Verhältnis von Wertpapieren und Bargeld oder Bargeldäquivalenten des Fonds im Gleichgewicht zu halten. Wenn mehr Geld ausgeht als hereinkommt, muss der Manager Wertpapiere verkaufen, um die Liquidität im Gleichgewicht zu halten. Bei diesen Geschäften fallen direkte Kosten in Form von Provisionen und indirekte Kosten im Rahmen der Angebots-/Auftragsspanne dieser Geschäfte an. ETFs hingegen verfügen über einen einzigartigen Erstellungs-/Rücknahmeprozess, der Transaktionskosten vermeidet. Sie können einfach mehr Aktien ausgeben oder alte einlösen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Das Ausgleichen steht auch im Zusammenhang mit dem Liquiditätsengpass, der sich aus dem Halten notwendiger Barreserven in einem Indexfonds zur Deckung von Transaktionskosten und Rücknahmen ergibt. ETFs müssen in der Regel nicht so viel Geld halten, wodurch ein Liquiditätsengpass vermieden wird.

Steuerrechtliche Sachverhalte

Jedes Mal, wenn ein Fond Wertpapiere verkauft, besteht die Gefahr, dass er aufgrund von Kapitalgewinnen ein negatives Steuerereignis auslöst. Da Indexfonds ständig ausbalanciert werden, besteht ein höheres Risiko für Veräußerungsgewinne als bei ETFs, da ETFs den Prozess der Sachkapitalbeschaffung/-rücknahme nutzen, anstatt Portfoliovermögen zu verkaufen.

Dividendenpolitik

Indexfonds haben einen klaren Vorteil in Bezug auf Dividenden, da sie sofort nach ihrer Realisierung wieder in den Fonds reinvestiert werden. ETFs sammeln jedoch Dividenden, bis sie am Ende des Quartals an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Welchen soll man nun wählen? Das kommt ganz darauf an. Indexfonds und die meisten ETFs sind an Aktienindizes gebunden, was es einfach macht, ein kostengünstiges breites Portfolio in einem bestimmten Marktsegment zu generieren. Investmentfonds hingegen haben mehr Flexibilität und Vielseitigkeit, um in Nischenmärkte oder andere komplexe Anlagen zu investieren, dafür zahlen Sie aber insgesamt einen höheren Preis.

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Hallo Jane,

 

für einen Einsteiger kann es tatsächlich etwas verwirrend sein die ganzen Begriffe untereinander zu unterscheiden. Mal schauen, ob ich dir da ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann 😉

 

Selbstverständlich solltest du schon die Grundlagen des Wertpapierhandels und der Börse kennen. Ansonsten beschäftige dich bitte zunächst damit 🙂

 

Fangen wir mit dem Investmentfonds an, das ist vielleicht am ehesten nachzuvollziehen. 

 

Investmentfonds sind aktiv gemanagt. Das bedeutet, dass es einen Manager oder ein Team von Managern gibt, die die Märkte überwachen und selber entscheiden, welche Wertpapiere sie in ihr Portfolio aufnehmen und welche nicht. Sie entscheiden auch, wann sie Positionen wieder verkaufen. Natürlich unterliegen Investmentfonds gewissen Regularien. Es gibt auch diverse Vorgaben, also zum Beispiel dürfen nur 60 Prozent in Aktien investiert werden, der Rest muss in Anleihen investiert sein. Das ist natürlich nur ein simples Beispiel. Manche Investmentfonds dürfen auch keine Aktien beinhalten, manche dagegen dürfen das gesamte Kapital der Anleger in Aktien investieren. Es kommt immer auf die Zielsetzung des Investmentfonds an. 

 

Also der entscheidende Punkt ist, dass ein Investmentfonds aktiv von einem Portfolio-Manager oder einem Team gemanagt wird. Im Gegenzug fallen auch Gebühren an, die von der Performance quasi abgezogen werden.

 

Das Pendant dazu ist eine ETF. Ein ETF - ausgesprochen Exchange Traded Fund - ist ein börsengehandelter passiv gemanagter Fonds. Das heißt, hier gibt es keinen Manager der entscheidet, welche Wertpapiere in dem ETF enthalten sind. Ein ETF stellt nahezu 1:1 die Wertentwicklung eines Index dar, zum Beispiel den DAX. Man sagt dennoch passiv gemanagt, weil natürlich in regelmäßigen Abständen sich auch die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index ändert. Daher muss auch der ETF angepasst werden. Die Kosten liegen aber häufig nur im 0,x Prozent Bereich, also eine deutliche Ersparnis im Gegensatz zu aktiv gemanagten Investmentfonds. Ein Indexfonds ist in der Praxis fast das gleiche wie ein ETF. Der wesentliche Unterschied ist nur, dass ein Indexfonds nicht börsengehandelt ist. Der Handel ist wie beim Investmentfonds nur über die Börsengesellschaft möglich.

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Hi Jane,

 

die Frage die sich natürlich im Zusammenhang mit der Erklärung bzw. dem Unterschied zwischen einem Investmentfonds und einem ETF ergibt, ist, wann man welche Investition tätigen sollte. Sind also ETFs besser oder aktiv gemanagte Investmentfonds. Ohne das jetzt mit konkreten Zahlen belegen zu können, bin ich mir aber sicher, dass es dazu unzählige Studien gibt. Du musst nur mal danach googeln.

 

Vielleicht mal nur einige Anregungen oder Ideen dazu. Ohne aber jetzt sagen zu wollen, das eine ist besser als das andere. 

 

Es ist natürlich Fakt, dass ein aktiv gemanagter Investmentfonds deutlich mehr Kosten für dich verursacht. Diese Kosten musst du nicht direkt bezahlen, sondern wird mit dem Fondsvermögen verrechnet. Die Kosten liegen nicht selten bei über 5 Prozent. Gehen wir der Einfachheit halber mal von 5 Prozent pro Jahr aus. Ein ETF - auch hier kommt es natürlich wieder auf den konkreten ETF an - verursacht, sagen wir mal, 0,5 Prozent pro Jahr.

 

Ohne große Mathematikkenntnisse wird hier schnell deutlich, dass der Fondsmanager allein 4,5 Prozent pro Jahr mehr als der ETF erwirtschaften muss, nur, damit er auf dieselbe Rendite kommt. Wenn man davon ausgeht, dass im langfristigen Mittel Aktienmärkte im Schnitt 6 bis 8 Prozent pro Jahr zulegen, sind 4,5 Prozent pro Jahr nur um die Kosten zu decken, eine ganze Menge Rendite! 

 

Wenn der ETF demnach 6 Prozent erwirtschaftet, muss der Manager ein Plus von über 10 Prozent schaffen, nur um auf demselben Level zu sein! Es mag schon vorkommen, dass es ein Manager schafft, in einem Jahr eine Outperformance gegenüber dem ETF zu erreichen Aber dauerhaft? Sehr fraglich. Nichtsdestotrotz gibt es einige wenige Fondsmanager, die das wirklich schaffen. Diese sind aber selten. 

 

Auf der anderen Seite können aktiv gemanagte Investmentfonds mit einem anderen Aspekt punkten: einer geringeren Volatilität, sprich Schwankungsbreite. Der Fonds hat möglicherweise keine deutlich überlegenere Rendite gegenüber einem Vergleichsindex, aber er schwankt auch nicht so stark. Das heißt, die Verlustphasen fallen deutlich geringer aus. Das ist natürlich kein Muss! Aber es kann eben der Fall sein...

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Und genau der letztgenannte Aspekt ist derjenige, der einem aktiv gemanagten Fonds am ehesten zu einer Überperformance gegenüber einem ETF verhelfen kann. Die Stärke eines Investmentfonds sollte insbesondere in einer Baisse, einem Bärenmarkt zum Ausdruck kommen. Denn während der breite Markt im Allgemeinen viel Rendite verliert, sollte der Investmentfonds deutlich weniger an Rendite verlieren. Das führt am Jahresende zu einer Outperformance. 

 

Zumindest ist das so die Theorie. Auf lange Sicht gesehen gibt es dennoch nur wenige Fondsmanager, die das schaffen. Und das eigene Portfolio kann man ja auch anderweitig schützen bzw. die Schwankungsbreite verringern. Zum Beispiel, indem man nicht nur ETFs auf Aktienindizes ins Depot aufnimmt, sondern auch Anleihe-ETFs oder dergleichen.

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