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Dennis Mayer

Wie funktioniert einCarry Trade?

Question

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Wenn Sie schon eine Weile ein Investor sind, haben Sie wahrscheinlich schon einmal den Begriff Carry Trade gehört. Er liegt derzeit nicht im Trend, hat aber seit Jahrzehnten für viele Devisenhändler positive Renditen seit den 1980er Jahren generiert. Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts wurde er hauptsächlich von institutionellen und professionellen Händlern genutzt, aber in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts begannen Einzelanleger, den Carry Trade zu nutzen. Der Carry Trade war bemerkenswert, weil er seit mehr als 20 Jahren positive Renditen erzielte, doch im Jahr 2008 wurden die Anleger daran erinnert, dass das, was steigt, auch sinken kann. In einem Zeitraum von drei Monaten wurden Gewinne im Wert von etwa sieben Jahren aufgehoben. Die Gewinne, die von 2000-2007 erzielt wurden, haben die Hoffnung der Devisenhändler auf eine Rückkehr des Carry-Trade eines Tages wach gehalten. Wenn Sie nichts über Carry Trades wissen und sich über die Begeisterung, die sie unter älteren Devisenhändlern hervorrufen, nicht im Klaren sind, bleiben Sie bei mir und ich werde Ihnen erklären, wie der Carry Trade aufgebaut ist, wann er erfolgreich ist, wann er nicht genutzt wird und wie Sie die Carry Trade Strategie anwenden können.

Was ist ein Carry Trade?

Lange Zeit war der Carry Trade die beliebteste Strategie an den Devisenmärkten. Im Grunde genommen ging es nur darum, eine Währung mit hoher Rendite zu kaufen und gleichzeitig eine Währung mit niedriger Rendite zu verkaufen. Einfach und doch so profitabel. Alle der beliebtesten Carry Trades betrafen den japanischen Yen, da er eine Rendite von fast 0% erzielte. Der Australische Dollar und der Neuseeländische Dollar hatten beide ziemlich hohe Renditen und waren beliebt bei Carry Trades, die mit dem Yen gekoppelt wurden. Somit ist dies der erste Schritt bei der Schaffung eines Carry-Trades - finden Sie die Rendite verschiedener Währungen und finden Sie eine mit hoher und eine mit niedriger Rendite. Stand November 2018 stellen sich die Renditen der größten Währungen der Welt wie folgt dar:
Australische Dollar (AUD) 1.50%
Neuseeländische Dollar(NZD) 1.75%
Euro (EUR) 0.00%
Kanadischer Dollar (CAD) 1.75%
Pfund (GBP) 0.75%
Amerikanische Dollar (USD) 2.25%
Schweizer Franken (CHF) (0.75)%
Japanische Yen (JPY) (0.10)%
  Sobald Sie diese Renditen kennen, können Sie die Währungen mit den höchsten und niedrigsten Renditen abgleichen, um einen Carry Trade zu strukturieren. Dabei ist es auch ratsam, die Zinssätze im Auge zu behalten, da dies Auswirkungen auf den Carry Trade haben wird. Da Japan und die Schweiz beide einen Zinssatz von unter 0% haben, ist es nicht verwunderlich, dass sie in einem Carry Trade verkürzt werden würden. Und der US-Dollar ist eine gute Wahl, da die Zinsen in den USA bereits die höchsten der großen Volkswirtschaften sind und bis Ende 2019 voraussichtlich mindestens weitere 1% steigen werden. Tatsächlich hat die niedrige Rendite des Yen sogar dazu geführt, dass Rohstoff- und Aktienhändler Yen leihen, um verschiedene Rohstoffe, US-amerikanische und chinesische Aktien zu kaufen.

Die Mechanismen des Carry Trade

Der Schlüssel zu einem Carry Trade ist die Fähigkeit, Zinsen für den Handel zu erwirtschaften. Diese Zinsen werden täglich gezahlt und am Mittwoch wird eine dreifache Zinszahlung für die Samstags- und Sonntags-Rolle fällig. So berechnen Devisenbroker Zinszahlungen: (Zinssatz der Kaufwährung - Zinssatz der Verkaufswährung) * Begriff der Position / Anzahl der Tage im Jahr = Täglicher Zinsertrag. Für 1 Posten USD/JPY, der einen Nominalwert von 100.000 hat, berechnen wir die Zinsen wie folgt: (.0225 - (0.001)) x 100.000 / 365 = ca. $6,40 pro Tag. Der Betrag wird nicht genau auf $6,40 pro Tag ausfallen, da Broker den Tageskurs der Banken verwenden, der sich von Tag zu Tag ändert. Denken Sie daran, dass diese Zinsen nur verdient werden, wenn Sie Long die höher verzinsliche Währung sind. Einige Händler waren überrascht zu erfahren, dass sie, wenn sie in der höher rentierenden Währung short sind, verpflichtet sind, den täglichen Zinsbetrag zu zahlen.

Vorteile des Carry Trade

Der Carry Trade ist keine Day-Trading-Strategie. Es handelt sich um eine langfristige Strategie. Dementsprechend ist es im Devisenhandel einzigartig, da es sich eher für Investoren als für Händler eignet. Ein solider Carry Trade macht es überflüssig, die Preisangebote ständig zu überprüfen. Carry-Händler sind dafür bekannt, dass sie seit Monaten, in einigen Fällen sogar seit Jahren, Positionen halten. Wenn Sie für Ihre Geduld bezahlt werden möchten, dann ist der Carry Trade vielleicht etwas für Sie.

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Hallo Dennis,

Carry Trades sind eine interessante Möglichkeit, um von der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen oder Währungsräumen zu profitieren. An dieser Stelle gleich mal der klassische Carry Trade der in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten so genutzt wurde:

Du leihst dir Geld in Japanischen Yen (JPY), zu 0,10 Prozent. Dieses Geld legst du in US-Dollar (USD) zu - sagen wir mal - 2,5 Prozent an. Du hast eine Zinsdifferenz von 2,4 Prozent. Diese 2,4 Prozent entsprechen augenscheinlich einem risikofreien Gewinn.

Wieso augenscheinlich risikofrei? Also die Zinsen erhältst du auf jeden Fall. Nach Abzug der 0,10 Prozent Zinsen, die du bei deinem JPY-Kredit bezahlen musst, bleiben dir noch 2,4 Prozent übrig, so die einfache Überlegung. Aber: Wenn der JPY-Kredit fällig wird, musst du natürlich den Kredit auch in JPY wieder zurückzahlen. Das Risiko besteht nun darin, dass sich bis dahin der Wechselkurs für dich als USD-Anleger eher zum Nachteil entwickelt hat. Ich möchte das ebenfalls veranschauchlichen.

Stell dir vor, der USD/JPY Kurs liegt - ich nehme bewusst einfache runde Werte - bei 100,00. Du nimmst nun 100 JPY als Kredit auf und willst es in USD anlegen. Das bedeutet, du musst die 100 JPY in USD wechseln, was 1 USD entspricht.

Ich weiß, kein Mensch legt nur einen USD an, aber es soll ja nur zur Veranschaulichung dienen. Du kannst ja deine Werte einsetzen.

Nun erhältst du für den 1 USD für ein Jahr 2,5 Prozent Zinsen (also 0,025 USD). Gleichzeitig zahlst du aber 0,1 Prozent für den JPY-Kredit, aber erst nach dem einen Jahr. So, nun ist das eine Jahr rum und du musst den JPY-Kredit plus Zinsen (was 0,1 JPY entspricht) zurückzahlen. Der Kurs liegt aber nun nicht mehr bei 100,00, sondern bei 90. Das heißt, für 1 USD bekommst du 90 JPY. Wie viel USD musst du nun aufwenden, um 100,10 JPY zu erhalten? Genau, rund 1,11 USD. Du hast aber inkl. Zinsen nur rund 1,03 USD zur Verfügung. Den Rest legst du drauf. So einfach ist das.

Der Kurs könnte natürlich nach einem Jahr auch bei 110 stehen. Dann müsstest du für die Rückzahlung des Kredits nur rund 0,91 USD aufwenden. Du hast also neben den Zinseinnahmen noch einen Kursgewinn gemacht.

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Guten Tag Dennis,

das, was Sabsi beschrieben hat, stimmt voll und ganz. Wenn du dir das so anschaust, magst du nun natürlich denken, dass es ein großes Risiko ist, solche Carry Trades einzugehen. Und es ist auch richtig, dass es ein Risiko ist. Aber hierbei solltest du auch folgendes überlegen.

In dem Moment, in dem du dich in JPY verschuldest und das Geld in USD anlegst, passiert auf dem Forex-Markt was? Es findet eine Nachfrage nach USD statt, da du ja JPY in USD wechselt. Stell dir nun weiterhin vor, dass du nicht der einzige bist, der auf diesen Gedanken kommt, sondern eine Vielzahl an Marktteilnehmern fängt nun an, sich in JPY zu verschulden und die JPY in USD umzutauschen. Es entsteht eine starke Nachfrage nach USD. Und was passiert mit dem Währungskurs USD/JPY, wenn eine starke Nachfrage nach USD herrscht? Richtig, er steigt. Wenn der USD/JPY Kurs nun steigt, dann bedeutet das auch, dass du Kursgewinne machst. Zusätzlich zu den Zinseinnahmen hast du auch Kursgewinne.

Tja, das sieht nun aus wie die Eierlegende Wollmilchsau was? Nun ja, es beeinflusst ja nun nicht nur das Zinsniveau den Wechselkurs, sondern auch andere Faktoren. Und du solltest den Gedanken auch weiterdenken. Stell dir einmal vor, der JPY-Kredit läuft jetzt aus und du musst die USD wieder in JPY umtauschen. Was geschieht dann? Eine stärkere Nachfrage nach JPY. Wenn das zu viele Marktteilnehmer vor dir machen, dann sinkt der Wechselkurs und anstatt eines Kursgewinns, musst du möglicherweise drauf legen.

Du siehst also, Carry Trades sind nicht ohne und du musst eine ganze Menge bedenken.

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Hi,

hier wurden ja bereits richtig gute Gedanken zum Thema Carry Trade geäußert. Aber ich sehe, dass nun vielleicht der Eindruck entstehen kann, dass das für einen normalen Trader respektive Anleger gar nicht so einfach ist, einen Carry Trade in die Praxis umzusetzen. Deswegen möchte hier das an dieser Stelle ebenfalls noch erwähnen, wie ein Trader das in die Praxis umsetzen kann. Denn es wird ja wohl kaum einer buchstäblich einen Kredit in Japan aufnehmen und das Geld in den USA anlegen wollen 😉

Ich möchte hier beim Beispiel USD/JPY bleiben:

Das Eingehen einer Long-Position in USD/JPY entspricht einem Carry-Trade, bei dem man sich in JPY verschuldet und das Geld in USD anlegt. So einfach ist das 🙂

Regel: Long-Position in der höher verzinsten Währung, Short-Position in der niedriger verzinsten Währung.

Das Geld wird hierbei täglich vom Broker dem Kunden gutgeschrieben (sofern es eine positive Zinsdifferenz gibt !!! Stand heute ist das nämlich nicht der Fall !!). Du kannst es unter dem Begriff “Swap” finden.

Sofern es eine negative Zinsdifferenz gibt, wird dem Kunden täglich der Betrag quasi abgezogen. Also nicht buchstäblich vom Giro- oder Verrechnungskonto, sondern die offene Position ist dann entsprechend mehr im Minus bzw. mehr im Plus, bei einer Gutschrift.

Wer sich die großen Major-Paare Stand heute anschaut, wird feststellen, dass es mittlerweile keine lukrativen Carry-Trades mehr gibt. Bei einer Long-Position in USD/CHF gibt es derzeit 0,18 Prozent p.a. Das ist das beste Carry Trade Währungspaar unter den Majors aktuell.

Du kannst natürlich auch exotische Währungen nehmen, da liegen die Zinssätze deutlich höher. Beispiele sind hier der südafrikanische Rand, der mexikanische Pesos oder auch der russische Rubel. Nicht zu vergessen die türkische Lira. Allerdings solltest du bei diesen exotischen Währungen auch den Langzeitchart im Blick behalten. Denn es kann gut sein - vor allem bei der türkischen Lira - dass du trotz der hohen Zinsen im Endeffekt ein Minusgeschäft machen wirst, da die Währungen dennoch dem USD, GBP oder Euro abwerten.

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