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Paul Beck

Was ist eine fundamentale Analyse im Devisenhandel (mit Fokus auf Wirtschaftswachstum, Kapitalflüsse und Handel)?

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Im Devisenhandel umfasst die Fundamentalanalyse den Zustand der Weltwirtschaft. Sie umfasst die Recherche zu Wirtschaftswachstum, Handel, Kapitalflüssen, Fertigung, Beschäftigung, Zinssätzen und anderen wirtschaftlichen Kennzahlen. Händler nutzen diese Recherchen, um den aktuellen Wert der nationalen Währungen zu ermitteln. Der Grund, warum Händler den Wert von Währungen bestimmen wollen, ist die Ansicht, dass der Preis einer Währung nicht unbedingt ihrem Wert entspricht. In der Tat kann man sagen, dass das immer zutrifft und sich deshalb die Währungspreise ständig ändern. Kurz gesagt, die Märkte bewerten die Währungen immer zu hoch oder zu niedrig, und die Fundamentalanalyse versucht, den wahren Wert der Währungen zu ermitteln, um den Händlern einen Vorteil an den Märkten zu verschaffen. Dies zeigt auch, wie sich die technische Analyse von der Fundamentalanalyse unterscheidet. Während die Fundamentalanalyse alles außer dem Preis berücksichtigt, konzentriert sich die technische Analyse ausschließlich auf den Preis. Das bedeutet, eine fundamentale Analyse ist in der Regel am besten für mittel- und langfristige Handelspläne geeignet, während eine technische Analyse für die kurzfristigen täglichen und sogar minütlichen Bewegungen an den Devisenmärkten besser ist.

Nachrichten und Grundlagen des Devisenhandels

Als Devisenhändler werden Sie schnell feststellen, dass die größten Bewegungen auf den Devisenmärkten durch Nachrichten verursacht werden. All dies ist mit einer Fundamentalanalyse verbunden und damit, wie sie bestrebt ist, den richtigen Wert für Währungen zu ermitteln. Devisenhändler und andere an den Finanzmärkten Beteiligte beobachten eine Reihe an Indikatoren, die Hinweise auf Wirtschaftswachstum, Handelsbilanz und Kapitalfluss eines Landes liefern. Diese Indikatoren erscheinen in Wochen-, Monats- oder Quartalsberichten. Wann die verschiedenen Berichte herauskommen, können Sie Online-Devisenhändlerkalendern entnehmen. Hier zeigt sich, wie sich fundamentale und technische Analysen stark unterscheiden: In der technischen Analyse erhalten Händler sekündlich neue Informationen, da Kursnotierungen in Echtzeit aktualisiert werden. Grundlegende Aktualisierungen erfolgen vielleicht höchstens einmal pro Woche, in manchen Fällen auch nur alle drei Monate. Die Fundamentalanalyse berücksichtigt tatsächliche Veränderungen. Kapital fließt schleichend und verändert sich dort, wo es sich langsam ansammelt. Auch die Wirtschaftskraft nimmt ab und fließt schleichend. Mit zunehmender Wirtschaftsstärke wird sie für ausländische Investoren attraktiver. Das zieht neues Kapital an, das die Wirtschaft stärkt und in der Regel die Handelsbilanz verbessert. All diese Faktoren setzen voraus, dass Investoren die jeweilige nationale Währung des Landes besitzen. Dies erhöht die Nachfrage nach dieser Währung und erhöht damit auch den Wert der Währung. Wenn die Wirtschaftswissenschaft so einfach wäre, wären wir alle reich. Währungen reagieren neben dem Wirtschaftswachstum und Kapitalflüssen auf viele weitere Faktoren und in einigen Fällen manipulieren Regierungen und Zentralbanken den Wert von Währungen. In der Tat ist eine Veränderung des Wertes der Währung eine direkte Folge der Geldpolitik des Landes. Händler untersuchen Wirtschaftsberichte auf Anzeichen zur Stärke oder Schwäche einer Wirtschaft. Vor Veröffentlichung der Berichtegeben Ökonomen und Finanzexperten ihre Erwartungen zu den Daten ab. Jede maßgebliche Abweichung von den Erwartungenführt zu einer Schwankung auf dem Devisenmarkt. Diese potentiellen Schwankungen sind der Grund, warum neue Devisenhändler davor gewarnt werden, Trades um die Bekanntgabe wichtiger Pressemitteilungen herum zu platzieren. Wichtige Wirtschaftsindikatoren für die Fundamentalanalyse Es gibt zwar Dutzende von grundlegenden Wirtschaftsberichten, die die Devisenmärkte beeinflussen können, aber drei sind von entscheidender Bedeutung: Zinsen, Inflation und Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Zinssätze

Jeder Devisenhändler verfolgt die Zinssätze, insbesondere die Änderung der Zinssätze ist ein wichtiger fundamentaler Indikator für den wahren Wert von Währungen. Sie kennen wahrscheinlich die verschiedenen Arten von Zinssätzen.Wenn Devisenhändler über Zinssätze sprechen, meinen sie die von den Zentralbanken festgelegten Nominalzinsen. Der Nominalzinssatz ist der Zinssatz, den die Zentralbank den Geschäftsbanken für die Geldaufnahme berechnet. Zinssätze haben den stärksten fundamentalenEinfluss auf Währungspreise. Das liegt darin begründet, dass die Zinsen viele weitere Faktoren der Wirtschaft beeinflussen können. Zinssätze beeinflussen Handel, Kreditaufnahme, Investitionen, Inflation, Kapitalflüsse und sogar die Beschäftigung. Wenn Sie an der fundamentalen Analyse der Devisenmärkte interessiert sind, dann sollten Sie beim Studium der globalen Zinssätze anfangen.

Inflation

Inflationsberichte konzentrieren sich auf Veränderungen der Preise für Waren und Dienstleistungen im Verlauf der Zeit. Die Zentralbank jedes Landes versucht ein Inflationsziel zu erreichen und Inflationsberichte können vielfach auf Veränderungen in der Geldpolitik Hinweise geben. Wenn die Inflation zu stark zunimmt, kann die Zentralbank die Zinsen senken oder die Geldmenge verringern. Die Kehrseite der Inflation ist die Deflation, d.h. wenn Waren und Dienstleistungen billiger werden, weil der Wert des Geldes steigt. Das kann für kurze Zeit gut sein, führt aber bald zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Bei der Durchführung einer fundamentalen Analyse in Bezug auf die Inflation gehen Devisenhändler immer davon aus, dass die Zentralbanker die Geldpolitik anpassen, um die Inflation innerhalb eines Zielbandes zu halten.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt misst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die von einem Land über einen bestimmten Zeitraum, in der Regel vierteljährlich oder jährlich, produziert werden. Der Anstieg des BIP ist durchaus positiv, da er auf eine starke Produktion hinweist. Gleichwohlmuss das BIP durch robuste Handelsdaten und Nachfrage nach den hergestellten Produkten und Dienstleistungen unterstützt werden. Wenn alle diese Elemente vorhanden sind, deutet ein steigendes BIP in der Regel auf einen erhöhten Wert der Währung des Landes hin.

Zum Schluss

Die drei fundamentalen Faktoren Zinsen, Inflation und BIP sind die wichtigsten Indikatoren, die jede grundlegende Analyse der Devisenmärkte umfassen sollte. Sie haben fast immer einen größeren Einfluss auf die Devisenmärkte als alle anderen Faktoren zusammengenommen. Ausgehend von diesen drei grundlegenden Faktoren und dem Verständnis, wie sie sich auf die Devisenmärkte auswirken, bilden sie eine solide Grundlage für jede Fundamentalanalyse geschaffen.

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Hi Paul, 

die Fundamentalanalyse ist das Gegenstück zur Chartanalyse. Du achtest also weniger auf den Chart, sondern mehr auf die Daten aus dem eigentlichen Wirtschaftsraum. Dazu zählen zum Beispiel die Zinsen, die Außenhandelsbilanz, das Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosenquote, die generelle Politik etc. 

Allerdings musst du natürlich beachten, dass du im Forex-Handel nicht nur eine Währung handelst, sondern immer eine Währung gegen die andere. Demzufolge musst du natürlich beide Währungsräume genauestens analysieren. 

Und dann musst du abschätzen, welche Währung von den beiden attraktiver ist. Dabei geht es gar nicht nur darum, welche Währung jetzt aktuell attraktiver ist, sondern welche auch in Zukunft attraktiver sein wird. Natürlich ist das eine Spekulation. 

Die Währung, die vermutlich in Zukunft attraktiver sein wird für Anleger, weil sie vielleicht im Vergleich zu der anderen Währung eine bessere Entwicklung nimmt, wie beispielsweise eine bessere Wirtschaftsleistung und ein höheres Zinsniveau und so weiter, dann solltest du für diese spezielle Währung eher Long eingestellt sein. 

Außerdem musst du die Faktoren berücksichtigen, die für diesen Währungsraum ebenfalls fundamental gesehen relevant sind. 

Zum Beispiel sind Australien und Kanada sehr Rohstofflastige Wirtschaftsräume. Der Großteil der Arbeitsplätze in diesen beiden Ländern ist in der Rohstoffbranche angesiedelt. 

Wenn die globale Nachfrage nach Rohstoffen im Allgemeinen sinkt, dann würde das als Folge davon die Wirtschaftsleistung dieser Länder direkt betreffen. Angenommen, die Rohstoffpreise gehen deutlich zurück, weil die Nachfrage drastisch sinkt, dann sinkt auch die Wirtschaftsleistung dieser beiden Länder. 

Die Folge ist, dass ein Engagement in diesen Währungen weniger attraktiv ist. Du könntest also Short eingestellt sein. 

Aber: wie schon erwähnt, musst du natürlich auch die entsprechende Gegenwährung beachten. Wenn du zum Beispiel den kanadischen Dollar gegen den australischen Dollar handelst, dann hebt sich dieser Faktor vielleicht auf, weil ja beide Währungsräume davon betroffen sind. Dann musst du andere Dinge mit ins Kalkül ziehen. 

Auch ist das Steigen des Zinsniveaus nicht immer vorteilhaft für einen Währungsraum. Es kommt immer darauf an, warum eine Notenbank die Zinsen anhebt. Normalerweise tut sie das in wirtschaftlichen starken Zeiten, damit die Wirtschaft nicht überhitzt. Allerdings kann es auch sein, wie zum Beispiel in einigen Entwicklungsländern, dass dort eine grassierende Inflation herrscht. Dann versuchen die Notenbanken mit Zinserhöhungen dieser Inflation entgegenzuwirken. Allerdings ist das dann nicht positives Zeichen, da die Währung immer weiter abwertet. 

Die Zinserhöhungen sind dann nur ein letzter Ausweg, der aber nicht unbedingt funktionieren muss, wenn ein bestimmtes Inflationsniveau bereits überschritten wurde. 

Wie du siehst, haben wir bis jetzt keinen einzigen Blick auf den Chart geworfen. Du überlegst dir also nur die fundamentalen, das heißt die wirtschaftlichen, Daten des Währungsraums und setzt diese ins Verhältnis zu dem anderen Währungsraum. Und dann musst du eine Spekulation eingehen, ob du ihr für den einen oder für den anderen Währungsraum positive Signale siehst.

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