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Was ist ein CFD ETF?

Updated 9 Jun 2020
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CFDs und ETFs haben eine Gemeinsamkeit: Bei beiden Finanzinstrumenten handelt es sich um Produkte, denen ein Basiswert, beispielsweise ein Index, zugrundelegt. CFDs haben jedoch den Vorteil, dass auf diesem Weg auch auf fallende Kurse gesetzt werden kann. Zudem können Trader hier Hebel einsetzen. Unter Umständen lassen sich beide Finanzinstrumente auch miteinander kombinieren.

ETFs vs. CFDs

ETFs ohne CFDs werden ähnlich wie Aktien an einer Börse gekauft und verkauft. Den börsengehandelten Fonds liegt dabei ein Index, Anleihen oder andere Basiswerte zugrunde. Auch CFDs sind Derivate auf zahlreiche Basiswerte von Aktien über Rohstoffe bis hin zu Indizes. CFDs sind Differenzkontrakte, die die Kursentwicklung eines Basiswerts, in diesem Fall also eines ETFs, genau abbilden. Trader kaufen nicht den Basiswert selbst, sondern erwerben eine Forderung, über die Trader an der Kursentwicklung des Basiswerts beteiligt werden. Der Handel mit CFDs findet oft im außerbörslichen Handel statt und kann unter Umständen günstiger sein als der direkte Kauf eines Basiswerts.

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Für viele Anleger ist es eine Alternative zu direkten Investments in einen Fonds, ETFs über CFDs zu handeln und hier auch Hebel einzusetzen. Geht ein Trader dabei eine Short-Position an, geht er davon aus, dass der Kurs des ETFs fallen wird. Diese Option entfällt beim direkten ETF-Kauf. Hier hofft der Anleger, den ETF nach einer bestimmten Zeit mit Gewinn zu verkaufen. Der Verkaufspreis liegt damit im Idealfall deutlich über dem Kaufpreis.

Was ist ein CFD ETF?

Zahlreiche Basiswerte bei ETFs und CFDs

Mittlerweile könnten bei vielen Anbietern einige Hundert oder sogar einige Tausend ETFs auf zahlreiche Basiswerte wie Indizes, aber auch Aktien, Anleihen oder Rohstoffe gehandelt werden. Oft werden die Fonds von bekannten Emittenten herausgegeben. Bei vielen Onlinebrokern könnten Trader eine zwei- bis dreistellige Anzahl an ETFs auch über CFDs handeln.

CFD ETFs sind dabei für viele Trader lukrativ. Neben den Transaktionsgebühren entfallen oftmals weitere Kosten wie Ausgabeaufschläge. Viele Broker bieten zudem die Möglichkeit an, CDF ETFs rund um die Uhr zu handeln. Beim direkten Kauf von ETFs müssen sich Anleger an die Börsenöffnungszeiten halten.

Auch wenn einige Anbieter auch beim ETF-Kauf beispielsweise die Möglichkeit einer Limit Order anbieten, ist die Auswahl an Orderarten bei CFDs oft größer. Beispielsweise könnten diese Finanzinstrumente auch mit einem Stop Loss gehandelt werden, um Verluste abzusichern. Damit können CFDs mit Blick auf das Risikomanagement in vielen Fällen sinnvoller sein. Aus steuerlicher Sicht kann der Kauf von ETFs über CFDs ebenfalls ein Vorteil sein.

ETFs und ETF CFDs verteilen Risiko

ETFs wie auch CFDs auf ETFs haben im Vergleich zu anderen Anlageinstrumenten ein besser verteiltes Risiko. In einem ETF sind mehrere Einzelaktien, Anleihen oder Rohstoff-Futures enthalten. Ähnliches gilt auch für Indizes, in denen mehrere Aktien aus einem Land oder einer Branche gebündelt sind. Einige Indizes fassen sogar einige Hundert Einzelaktien zusammen. Kommt es nun bei einem Bestandteil des ETFs zu Verlusten, können diese an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden.

ETFs werden ähnlich wie Aktien über ein Wertpapierdepot gehandelt. Will ein Trader CFDs auf ETFs handeln, muss er ein Konto bei einem Broker eröffnen und kann über dieses in der Regel auch CFDs auf andere Basiswerte wie Rohstoffe oder Aktien handeln. Beim direkten Kauf von ETFs kann es bis zu zwei Werktage dauern, bis die Transaktion verbucht wurde und der Kauf oder Verkauf durchgeführt wurde. Die Ausführung von CFDs ist bei vielen Anbietern deutlich schneller. Je nach Anbieter sind zudem die Spreads bei CFD ETFs geringer als beim direkten ETF-Kauf.

Hebel im CFD-Handel begrenzt

Laut den Vorgaben der Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) dürfen private Trader CFDs auf ETFs mit Hebeln von maximal 1:5 handeln. Trader, die sich bei ihrem Broker als professionelle Trader registrieren, können höhere Hebel nutzen. Der zu Beginn eingesetzte Hebel bleibt während dem gesamten Investment bestehen. Der Einsatz von Hebeln erhöht die Gewinnchancen, aber auch das Risiko. Nutzt ein Anleger einen Hebel, kann er mehr Kapital als das in der Tat eingesetzte bewegen. Möchte ein Trader beispielsweise 100 Euro bei einem Hebel von 1:2 einzahlen, so setzt er letztendlich 200 Euro an. Als Gegenleistung muss ein Margin als Sicherheitsleistung hinterlegt werden.

Trader können auf diesem Weg eine höhere Summe handeln, als sie eigentlich eingesetzt haben. Gewinne und Verluste multiplizieren sich damit um den Wert des Hebels. Bei normalen ETFs ohne Hebel kann immer nur vorhandenes Geld investiert werden. Der ETF wird zum angegebenen Kaufpreis, gegebenenfalls plus zusätzliche Kosten, gekauft bzw. verkauft. Hat ein Anleger einen ETF auf einen Index wie den DAX gekauft und der Index steigt um einen bestimmten Wert, steigt auch der ETF um diesen Wert an. Allerdings gibt es einige ETFs, die sogar besser performen als der zugrundeliegende Index.

CFD ETFs zu Absicherung des Portfolios

Viele Anleger nutzen CFD ETFs, um ihr Portfolio zu diversifizieren oder eine andere Position zu hedgen, also abzusichern. Dies ist für viele Trader womöglich der größte Vorteil von CFD-ETFs. Oft wird eine andere Position auf den gleichen Basiswert über einen CFD ETF abgesichert. Anleger können hier Strategien anwenden, bei denen sie auf beide möglichen Kursentwicklungen setzen.

Ein großer Unterschied zwischen ETFs und ETF-CFDs liegt im Anlagehorizont. ETFs werden oftmals als langfristige Anlage genutzt. Einige Anleger kaufen ETFs auch, um diese später als Altersvorsorge zu nutzen. ETFs sind zudem ein eher passives Investment. Über einen längeren Zeitraum greifen Anleger oft nicht ein, sondern warten, wie sich der ETF entwickelt. Im Unterschied z anderen Fonds greifen auch keine Fondsmanager in die Zusammensetzung des ETFs ein. CFD-ETFs werden oft schon nach sehr kurzer Zeit, manchmal sogar nur wenige Sekunden, wieder verkauft.

Daher sind beide Finanzinstrumente bei anderen Anlagestrategien interessant. Stehen Trader vor der Entscheidung, ob sie einen ETF direkt oder über CFDs kaufen wollen, ist eine wichtige Frage das persönliche Anlageziel. Möchte ein Trader mehr spekulieren oder andere Anlagen absichern, ist ein CFD besser geeignet. Eher konservative Anleger, die Vermögen ansparen wollen, sollten sich dagegen für ein direktes Investment in einen ETF entscheiden.

Unterschied ETF zu CFD-ETF

ETFs gelten als sichere Anlageform

ETFs gelten zudem als sehr transparente und sichere Anlage. Oftmals ist es darüber hinaus gut möglich, sich über den zugrundeliegenden Basiswert umfassend zu informieren. Viele Anbieter stellen übersichtlich alle Kosten und weitere Informationen, beispielsweise zur bisherigen Rendite, zur Verfügung, sodass sich Anleger eine gute Übersicht verschaffen können. Auf diesem Weg können sie mehrere ETFs vergleichen und sich für den Fonds entscheiden, der am besten zu ihren Anforderungen passt.

Auch bei direkten Investments in ETFs sind mehrere Anlagestrategien umsetzbar. Bei konservativen ETF-Handelsstrategien wählen Anleger oft Core-ETFs auf bekannte Indizes. In diese investieren sie dann oft längerfristig. Bei einer Core-Satellite-Strategie können sie aber auch CFD ETFs nutzen. In diesem Fall bauen Anleger ein Portfolio aus als sicher geltenden ETFs auf und nutzen für zusätzliche, kurzfristige Renditechancen ETF CFDs.

ETFs für langfristige Anlagen sehr gut geeignet

Anleger, die eine eher höhere Summe langfristig in einen Index wie den DAX investieren wollen, sind in der Regel mit normalen ETFs gut beraten. Allerdings gibt es Handelsstrategien, bei denen sich ein kurzfristiges Investment über CFDs durchaus lohnen kann. Auch wenn vergleichsweise wenig Kapital vorhanden ist, kann es sinnvoller sein, dieses in CFD ETFs zu investieren.

Einige Anleger halten ihre ETFs schon sehr lange. Womöglich haben sie diese sogar schon vor 2009 und damit vor der Einführung der Abgeltungssteuer gekauft. Ist dies der Fall, kann es besonders ratsam sein, diese ETFs solange wie möglich zu halten und sich damit Steuervorteile zu sichern. Bei einer erfolgreichen Performance des zugrundeliegenden Indexes kann so innerhalb von 30 Jahren durchaus ein Gewinn im dreistelligen Prozentbereich zusammenkommen.

Anleger müssen bei solch langfristigen Investments in der Lage sein, schwächere Marktphasen zu überstehen. Es ist nicht Sinn der Sache, bei kurzfristigen Kursabfällen nervös zu werden und den ETF gleich zu verkaufen. Auch wenn der Kurs am Ende der geplanten Haltedauer sinkt, erholt sich dieser oft wieder. In diesem Fall sollten Anleger mit dem Verkauf des ETFs eine Weile warten.

CFDs auf ETFs handeln

CFD ETFs für kurzfristige Anlagen

Werden ETFs über Jahrzehnte als Absicherung gehalten, haben Anleger in schwächeren Marktphasen keinen Handlungsspielraum. Hier werden nun CFD ETFs interessant, die Anleger für eine kurze Zeit halten können. Anleger können – oft beim gleichen Anbieter – ihre ursprüngliche Anlage über einen CFD ETF absichern. Hält ein Anleger einen ETF auf den DAX, kauft er nun zusätzlich ein CFD ETF auf den DAX. Der Hebel ist hier frei wählbar. Ein höherer Hebel ist allerdings mit einem höheren Risiko verbunden.

CFD ETFs können auch dann interessant sein, wenn nur eine vergleichsweise kleine Summe für den Handel zur Verfügung steht, bei der sich ein langfristiger ETF-Kauf nicht lohnen würde. In diesem Fall können Anleger über den CFD ETF auf steigende Kurse setzen. Damit sind CFD ETFs in dieser Situation eine Alternative zum direkten Kauf eines ETFs.

Fazit: CFD ETFs als Ergänzung zu direkten Investments

ETFs können entweder direkt an einer Börse oder über CFDs gehandelt werden. Letzteres hat den Vorteil, dass Trader hier auch auf fallende Kurse setzen können. Darüber hinaus können Hebel eingesetzt werden. Oftmals eignen sich ETF-CFDs, um andere Positionen auf den gleichen Basiswert abzusichern. Zudem können sie eine Alternative sein, wenn nur vergleichsweise kleine Einzahlungssummen zur Verfügung stehen.