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Was sind ETFs?

Updated 23 Jul 2020
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Ein Exchange Traded Fund, kurz: ETF, ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der einen bestimmten Index abbildet. Somit verhält sich die Wertentwicklung des ETF stets parallel zum Index. Damit Sie die Funktionsweise von ETFs verstehen, sollen im Folgenden einige grundlegende Begriffe erklärt und wichtige Fragen für Anleger erörtert werden.

Was ist ein Investmentfonds?

Der Begriff „Fonds“ stammt aus dem Französischen und lässt sich mit „Kapital“ übersetzen. Investmentfonds dienen also der Kapital- und Geldanlage. Im Gegensatz zum Aktienkauf, bei welchem ein Investor das Wertpapier eines bestimmten Unternehmens kauft, mit der Absicht, sich an dessen Entwicklung in Form von Kursanstiegen und Dividendenausschüttungen zu beteiligen, folgt die Anlage in einen Fonds einem anderen Prinzip: Mit dem von zahlreichen Anlegern gesammelten Kapital erwerben Fonds Vermögenswerte wie zum Beispiel Anleihen, Aktien oder Immobilien. Die wesentlichen Vorteile liegen in der Diversifikation, also der Streuung auf diverse Werte und in den niedrigen Transaktionskosten.

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Hinsichtlich des Fondsmanagements werden Investmentfonds in aktiv und passiv gemanagte Fonds unterschieden. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet der Fondsmanager über die notwendigen Investitionen selbst. Bei passiv gemanagten Fonds – den Indexfonds und börsengehandelten ETFs (Exchange Traded Funds) – ist dies nicht der Fall.

Was sind ETFs?

Was ist ein Indexfonds und wie funktionieren ETFs?

Indexfonds und Exchange Traded Funds (ETFs) bilden immer einen bestimmten Index so genau wie möglich ab. Wie Aktien sind sie an der Börse handelbar. Während bei einem aktiv gemanagten Fonds der Manager Unternehmensanteile nach einer bestimmten Strategie erwirbt, bilden passive Fonds grundsätzlich einen Index, wie den DAX oder den MSCI World, ab. Anders als bei den aktiv gemanagten Fonds sind bei Exchange Traded Funds bzw. bei deren Indexnachbildung deshalb keine aufwendigen Marktanalysen notwendig. Daher sind die Gebühren der ETFs auch deutlich niedriger.

Gut zu wissen

Der Deutsche Aktienindex (DAX) beinhaltet die Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen. Er steht für die möglichst exakte Abbildung der Wertentwicklung dieser 30 großen Aktiengesellschaften, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung.

Um den zugrundeliegenden Index so genau wie möglich abzubilden, bedienen sich die Anbieter in der Regel zweier Replikationsmethoden. Mit diesen wird gewährleistet, dass sich der Fonds genau so entwickelt, wie der jeweilige Index. Die sogenannte physische Replikation, bei der die im Index vorhandenen Aktien auch im Fonds gehalten werden, ist bei Anlegern besonders beliebt. Eine andere Variante ist die synthetische Replikation.

Was heißt „börsengehandelt“?

Jedem Indexfonds liegt ein Index zugrunde, der von dem Produkt abgebildet wird. Somit kommen ETFs ohne Fondsmanagement aus, werden wie Aktien aber ebenfalls an der Börse gehandelt. Interessierte Anleger können während der Börsenöffnungszeiten jederzeit ETFs kaufen und verkaufen. Dagegen werden reguläre passive Indexfonds nur einmal täglich gehandelt und über die jeweilige Fondsgesellschaft abgewickelt.

ETFs werden also auch deshalb als börsengehandelte Fonds bezeichnet, weil sie täglich gehandelt werden werden können. Käufer und Verkäufer können an jedem Kursanstieg oder -abfall partizipieren. Andere passive Fonds bilden pro Tag nur einen Kurs ab. Diese Indexfonds sind nicht börsengehandelt. Beide Varianten bilden aber stets einen Index ab, wie zum Beispiel den MSCI World.

Weil aktive Fonds manuell verwaltet werden, fallen die Kosten im Vergleich zu passiven Fonds deutlich höher aus. Der Kauf und Verkauf von Exchange Traded Funds beinhaltet niedrige Orderkosten des jeweiligen Anbieters und eine Abgabe auf die Differenz des An- und Verkaufskurses – auch als Spread bezeichnet.

Was macht ETFs für Anleger so interessant?

Der Markt für ETFs wächst stetig, und das nicht grundlos. Denn gegenüber aktiven Fonds bieten Exchange Traded Funds zahlreiche Vorteile. Die drei wichtigsten sind:

1. Der Kostenvorteil

Einer davon ist vor allem in der aktuellen Niedrigzinsphase von großer Bedeutung: der Kostenvorteil. Wie erwähnt, bilden ETFs einen bestimmten Index ab und kommen deshalb ohne Fondsmanager aus. Daher sind die laufenden Kosten deutlich niedriger als bei aktiven Fonds. In Zeiten knapper Renditen entscheiden schon 50 Basispunkte (0,5 %) über Gewinn und Verlust.

2. Die Einfachheit

Ein weiterer Vorteil von ETFs ist deren einfache Struktur. Wer in diese Fonds investiert, weiß genau, was er in seinem Depot hält. Bei vielen anderen Finanzprodukten ist das nicht immer der Fall. Dagegen sind bei ETFs sind alle Positionen stetig einsehbar. Anleger haben damit Vorteile bei der langfristigen Finanzplanung und erleben keine bösen Überraschungen.

Dank transparenter Exchange Traded Funds lässt sich der Grundsatz „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ einfach umsetzen. Wer weiß, in was er investiert, hat es leichter, sich ein ausgewogenes Portfolio zusammenzustellen.

Was ist ein Indexfonds ?

3. Die Flexibilität

Darüber hinaus sind ETFs besonders flexibel. Anleger können die Fonds zu den Börsenzeiten jederzeit kaufen oder verkaufen, und dies zu guten Konditionen.

Bei aktiv gemanagten Fonds verhält sich das oft anders. Sind Fondsanteile an die Fondsgesellschaft zurückzugeben, verliert der Anleger schnell einige Tage und bekommt zum Schluss oftmals einen schlechten Kurs. Auch an der Börse gehandelte Fondsanteile aktiv gemanagter Investmentfonds lassen sich oftmals nur mühsam zu Geld machen.

Anders sieht das bei ETFs aus. Sogenannte Market Maker sorgen hier dafür, dass der ETF-Handel problemlos funktioniert. Die Anleger bleiben somit flexibel. Und da es bei Exchange Traded Funds keine Ausgabeaufschläge gibt, ist es möglich, die Produkte auch sehr viel aktiver zu handeln.

Die Vor- und Nachteile von ETFs im Überblick

  • ETFs sind börsengehandelt.
  • ETFs sind sicher (sie zählen zum Sondervermögen).
  • ETFs sind transparent.
  • ETFs sind flexibel.
  • ETFs sind kostengünstig.

 

  • Anleger müssen sich um die Anlage selbst kümmern.
  • Anleger müssen die Funktionsweise des zugrundeliegenden Index verstehen.
  • Anleger können mit dem ETF keine Überrenditen gegenüber dem Index erzielen.

Auch immer mehr Kleinsparer haben ETFs und deren Vorteile inzwischen für sich entdeckt. ETFs bieten sich zudem zum regelmäßigen Sparen an. Bei vielen Anbietern können Anleger neben ETFs auch ETF-Sparpläne abschließen und monatlich eine bestimmte Rate (zum Beispiel 25 Euro oder 50 Euro) einzahlen. Im Rahmen von Aktionen können einige ETFs sogar kostenlos angespart werden. ETF-Sparpläne eignen sich zum langfristigen Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge.

Wichtige Fragen zu Exchange Traded Funds

Worin unterscheiden sich Indexfonds und ETFs?

Obgleich ETFs passiv verwaltet werden, sind sie mit passiven Indexfonds dennoch nicht gleichzusetzen. Beide Fonds bilden immer einen bestimmten Index ab, der sich maßgeblich auf die Inhalte (zum Beispiel Anleihen oder Aktien) des Portfolios auswirkt. Der grundsätzliche Unterschied ist im Börsenhandel zu finden. So wird bei einem passiv verwalteten Indexfonds nur einmal täglich ein Kurs festgestellt, zu dem dann sämtliche Käufe und Verkäufe abgerechnet werden. Dagegen können Anleger den Kurs eines börsengehandelten ETFs in Echtzeit nachverfolgen und je nach Entwicklung entsprechend reagieren. Zusammenfassend lässt sich sagen: Mit passiven Exchange Traded Funds erhalten Anleger etwas mehr Flexibilität als mit passiven Indexfonds.

Wo können Anleger ETFs kaufen?

Sowohl weltweit als auch hierzulande ist der Markt für ETFs in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Immer mehr Online Broker und Direktbanken bieten die Fonds zu günstigen Konditionen an. Die Anleger profitieren von diesem Wettbewerb. Denn nicht nur die Zahl der verfügbaren ETFs steigt jährlich, es kommen Jahr für Jahr auch neue interessante Indizes hinzu.

Aber wer zählt eigentlich zu den größten Anbietern von ETFs? In Deutschland gehören zu den größten ETF Emittenten Xtrackers (Deutsche Asset Management), iShares (BlackRock), Lyxor ETF, Vanguard, Amundi ETF, UBS ETF, Deka und ComStage. Daneben gibt es viele weitere Anbieter, die um die Gunst der Investoren werben.

Wie sicher sind ETFs?

Bei ETFs handelt es sich um Fonds und diese sind grundsätzlich als Sondervermögen konstituiert. Sollte die Fondsgesellschaft aus jedweden Gründen zahlungsunfähig oder insolvent sein, so bleiben die Werte, die in einem Portfolio gebündelt sind, gesichert. Alle Fondsanteile – und somit das Geld der Anleger – ist damit gesetzlich vor dem Zugriff etwaiger Gläubiger der Gesellschaft geschützt.

Bei synthetisch replizierenden ETFs gibt es für die Anleger allerdings ein größeres Risiko, da diese mit anderen Partnern auf dem Markt sogenannte Tauschgeschäfte (Swap) durchführen und von der Zahlungsfähigkeit der Akteure abhängig sind. Durch den Inhalt des Sondervermögens und die Ausfallrisiken der Partner sind derartige Swap-ETFs risikoreicher.

ETF Erklärung & Definition

Warum werden ETFs überwiegend passiv verwaltet?

Wie eingangs erwähnt, haben ETFs das Ziel, den zugrundeliegenden Index (zum Beispiel den MSCI World oder den DAX) möglichst genau nachzubilden. Da diese Indizes die Zusammensetzung für die Anleihen- oder Aktienpakete vorgeben, ist ein Fondsmanager, der die Verwaltung des Portfolios übernimmt, nicht notwendig. Aus diesem Grund sind passive ETFs besonders preisgünstig. Bei aktiv verwalteten Fonds entstehen hingegen höhere Kosten, die die Rendite des Anlegers zumeist schmälern. Darüber hinaus lässt sich das Verhalten der aktiven Investoren für Privatanleger oftmals schwer nachvollziehen, wohingegen bei passiven Fonds eine vollständige Transparenz über die jeweilige Anlagestrategie gegeben ist.

Fazit: Mit ETFs können Anleger günstig und einfache in ganze Märkte investieren!

Im Allgemeinen handelt es sich bei ETFs um klassische Investmentfonds, die sich wie Aktien über die Börse jederzeit handeln lassen. Ein ETF bündelt ein Portfolio aus Wertpapieren, welches aus Aktien oder Anleihen besteht in einem „Korb“. Exchange Traded Funds bilden klassischerweise einen Index ab, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex. Dieser dient wiederum für die Wertpapiere, die der jeweilige Fonds bündelt, als Richtschnur. Die Fondsanteile von jedem Korb werden sodann an der Börse gehandelt, ebenso wie die Aktien eines Unternehmens.

Das heißt, dass Anleger mit ETFs auf einfache Weise in ganze Märkte investieren können. Unkompliziert ist auch die Aufteilung der Anlagen auf unterschiedliche Anlageklassen wie Rohstoffe, Anleihen, Immobilien oder Aktien. Somit eignen sich die Fonds ideal für die Umsetzung einer individuellen Anlagestrategie. ETFs können wie Aktien an der Börse gehandelt werden und haben keine Haltefristen. Damit sind Exchange Traded Funds für Anleger ein transparentes und einfaches Anlageprodukt.

 

Lesen Sie auch unseren Ratgeber zu Dividenden ETFs.