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ETF kaufen: Wie es geht und worauf Sie achten sollten

Updated 17 Nov 2020

Anleger auf der Suche nach Alternativen zum Spar- oder Festgeldkonto stoßen früher oder später auf die Möglichkeit, in ETFs zu investieren. Die börsengehandelten Fonds werden nicht nur bei Investoren immer beliebter, sondern können auch von aktiven Tradern mit guten Renditen gehandelt werden. Aber wie funktioniert die Geldanlage oder der Handel mit ETFs, was spricht für die Indexfonds? Gibt es Risiken? Und worauf sollte man achten, wenn man ETF kaufen möchte? Abgesehen von den Kosten spielt auch der bisherige Ertrag des Fonds eine Rolle, ebenso der Anbieter. Für den Kauf von ETFs sprechen

  • Niedrige Handelskosten
  • Große Auswahl an Fonds
  • Sehr genaue Abbildung der zugrunde liegenden Indizes
  • Börsenhandel zu aktuellen Kursen

ETF Fonds kaufen: Indexfonds erklärt

Bei ETFs, kurz für „exchange traded fund“ oder börsengehandelte Fonds, handelt es sich um Fonds, die in ihrer Zusammensetzung die Aktienanteile der Unternehmen eines bestimmten Index 1:1 abbilden. Dabei kann es sich um prominente Indizes wie den DAX oder den Dow Jones handeln, um regionale Indizes oder solche, die bestimmte Industrien repräsentieren, beispielsweise aus dem Rohstoffsegment. Die Zusammenstellung des Fonds und auch seine ständige Aktualisierung entsprechend der Entwicklung des Index erfolgt automatisch, ohne das Zutun menschlicher Fondsmanager.

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Überdies kann man unterscheiden zwischen sogenannten physischen ETFs, die tatsächlich Aktien der im Index vertretenen Unternehmen enthalten, und „synthetischen“ ETFs, die dessen Wertentwicklung nachbilden, ohne tatsächlich entsprechende Aktien zu enthalten. Bei letzteren wird die Wertentwicklung über die Fondsgesellschaft und durch eine Bank zugesichert. Da in beiden Fällen keine Kosten für die Tätigkeit eines Fondsmanagers anfallen, sind ETFs deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

ETF kaufen: Handeln oder sparen?

Die relativ einfache Funktion und die günstigen Kosten bei guten Renditen sorgen dafür, dass ETFs immer beliebter werden. Aber kann man einfach so einsteigen und ETF kaufen? Zum Teil hängt dies davon ab, was man vorhat. Wer lediglich einen Sparplan auf ETFs einrichten möchte, kann unkompliziert und oft kostenlos ein Depot anlegen, etwa bei einer Direktbank, und sich dann einige Fonds zusammenstellen, die allmonatlich oder in größeren Intervallen bespart werden sollen. Auch hier lohnt sich ein Anbietervergleich und ein Vergleich der jeweiligen ETFs, aber profunde Kenntnisse des Börsen- und Wertpapierhandels sind nicht erforderlich.

Trader hingegen, die aktiv mit ETFs handeln wollen, sollten – und das ist beim Börsenhandel allgemein ratsam – die Märkte hinter den fraglichen Indizes studieren und eine gewisse Erfahrung im Wertpapierhandel mitbringen. Zwar gehören ETFs nicht zu den volatilen Produkten wie Währungen oder Differenzkontrakte, aber auch bei den robusten Indexfonds kann man sich verkalkulieren oder das Verhältnis der Kosten zur Rendite falsch einschätzen. Deshalb ist eine eingehende Beschäftigung mit dem Thema Aktienhandel insgesamt und zum Produkt ETF vor dem Start zu empfehlen.

ETF kaufen: Vergleich Direktbank oder Broker

Die Art der geplanten Investition entscheidet auch weitgehend darüber, wo man letztlich ETF kaufen wird. Sparer können rasch und umstandslos über Direktbanken den Sparplan ihrer Wünsche zusammenstellen. Trader hingegen agieren über das Handelskonto bei einem Broker. Gute Broker erlauben ihren Kunden in der Regel die Nutzung eines meist sogar unbefristeten, kostenfreien Demokontos, so dass der Handel mit ETFs zunächst in einer echten Handelsumgebung, aber mit virtuellem Kapital geübt werden kann, bevor man eigenes Geld investiert. Zudem kann man sich bei den besseren Brokern aus dem Bildungsangebot bedienen und sogar an Webinaren oder Seminaren teilnehmen, um die eigenen Kenntnisse zu vertiefen, bevor man mit fundiertem Hintergrundwissen ETF kaufen kann. Hat man sich eine gewisse Grundlage geschaffen, hilft ein ETF Vergleich bei der Auswahl der Fonds, die für die eigenen Zwecke am besten geeignet sind.

Sparer hingegen sollten beim Finanzdienstleister ihrer Wahl umfassende Hintergrundinformationen zu den Fonds und den darin repräsentierten Unternehmen vorfinden und diese auch tatsächlich studieren. Ein Blick auf die bisherige Performance des ETF kann darüber hinaus eine Vorstellung vermitteln, wie sich der Fonds entwickelt.

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Welche ETF kaufen: Welche Indizes lohnen sich?

Die Funktion von Indexfonds ist leicht verständlich. Wenn es aber dann darum geht, welche(n) Fonds man kaufen sollte, steht man unversehens vor einer riesigen Auswahl. Manche Anbieter haben hunderte, ja sogar tausende von ETFs im Sortiment, was die Entscheidung erheblich erschwert. Wie findet man heraus, welche ETF kaufen sich lohnt? Für Einsteiger ist der Griff zu bekannten Indizes wie dem DAX oder dem MSCI World keine schlechte Idee, denn die Entwicklung des Index kann man recht gut nachvollziehen, Informationen sind nicht schwer zu finden. Doch bei einem Blick auf das Handelsangebot der meisten Banken und Broker stellt man rasch fest, dass es ETFs mit sehr attraktiven Renditen gibt, über deren Hintergründe viele Anleger – und auch Trader – aber zunächst nichts wissen. Hier kommt man nicht darum herum, sich in die jeweiligen Märkte einzuarbeiten. Schließlich ist ein Index wie der DAX die Summe der Aktien der hier repräsentierten Unternehmen. Sowohl das Wachstum aller Unternehmen insgesamt als auch eine Wertsteigerung eines einzelnen Konzerns verändert den Wert des Index, aber auch seine Zusammensetzung. Der Wert eines Unternehmens wiederum hängt von seiner Leistung in seinem ökonomischen Umfeld ab, wird aber auch durch politische Entscheidungen und monetäre Kriterien beeinflusst. Will man also ETFs auf weniger bekannte, aber potenziell lohnende Indizes in den Sparplan oder das Depot aufnehmen, muss man die entsprechenden Märkte immer im Blick behalten.

  • Bekannte Indizes für Einsteiger
  • Märkte im Blick behalten
  • Grundlagen des Wertpapierhandels lernen

ETF Vergleich vor dem Kauf nutzen!

Für einen raschen Überblick über bekanntere ETF lohnt sich in jedem Fall ein ETF Vergleich vor dem Kauf. Die praktischen Vergleichslisten finden sich online. Sie erlauben die Darstellung entsprechend des Kapitalvolumens eines Fonds, seiner Performance im vorhergehenden Jahr und weiterer Kriterien wie den anfallenden Kosten und Gebühren, will man Anteile an diesem ETF kaufen. Bei den meisten Vergleichslisten führen Links zum Anbieter und dessen Konditionen, und/oder auch zu Informationen über den Fonds selbst und seine Zusammensetzung. Finanzexperten empfehlen, beim Vergleich auf einige wesentliche Kriterien zu achten. So sollte der ETF schon seit einigen Jahren existieren und sich gewissermaßen „bewährt“ haben. Ist der Fonds seit mindestens fünf Jahren am Markt, kann man eine recht gute Vorstellung der historischen Leistung über mehrere Jahre erhalten. Auch das Kapitalvolumen des Fonds ist wichtig – denn wenn es zu mager ausfällt, ist dies ein Anzeichen für mangelndes Interesse der Anleger, die emittierende Fondsgesellschaft kann in solchen Fällen einen ETF wieder vom Markt nehmen. Auch die Exaktheit, mit der der Basisindex abgebildet wird, ist eine Frage, der man nachgehen sollte.

Das Depot für den Kauf von ETFs

Für die Anlage, aber auch für den Handel in ETFs ist ein spezielles Wertpapierkonto, ein Depot, eine Grundvoraussetzung. Bei den meisten Direktbanken wird ein Depot online sehr unkompliziert eröffnet und vielfach kostenfrei geführt. Für die Einrichtung eines ETF Sparplans und andere Formen der längerfristigen Geldanlage sind die Angebote vieler großer Direktbanken sehr gut geeignet und getestet. Für den Handel mit ETFs empfiehlt sich ein Depot bei einem Online-Broker. Auch hier ist bei vielen Anbietern die Depotführung kostenfrei, man kann eine Demo für die ersten Schritte im Wertpapierhandel nutzen und vom Informationsangebot des Brokers profitieren. Hinzu kommt, dass der Broker Zugang zu einer oder mehreren Handelsplattformen gibt, die dem Trader aktuelle Informationen, Echtzeitkurse und Analysetools für den Handel bieten – um nur einige zu nennen. Auch bei einem Broker ist ein Depot schnell angelegt. In allen Fällen erfragt der Anbieter korrekt Angaben zur Person, zur finanziellen Situation, aber auch zur Anlageerfahrung. Eine Legitimierung, meist über VideoIdent, ist ebenfalls Teil des Eröffnungsprozesses.

Den geeigneten Anbieter finden

ETFs gehören bei den meisten Brokern und Banken zum Handelsangebot. Vor allem Direktbanken, aber auch viele Onlinebroker können mit niedrigen Kosten aufwarten, die Depotführung ist oft gänzlich kostenfrei. Für den Ankauf von ETFs fallen Odergebühren an, hinzu kommen die üblichen Handelskosten der entsprechenden Börse. Natürlich sind diese Kosten bei einem Brokervergleich oder Anbietervergleich ein wesentliches Kriterium für die Entscheidung. Aber auch das Handelsangebot spielt eine wichtige Rolle. Hat die Bank oder der Broker eine ausreichende Zahl an ETFs auf Lager? Wenn ja, kann man zumindest einen Teil der angebotenen ETF kaufen, ohne das volle Orderentgelt zu zahlen? Oft können bestimmte ETF zu günstigen Konditionen oder zum Nulltarif gekauft oder bespart werden, daher lohnt sich ein Blick auf die Kosten. Wer ETFs ins Auge fasst, die nicht an europäischen Börsen gehandelt werden, sollte auch bedenken, dass hier schwankende Währungskurse berücksichtigt werden wollen. Sparen kann man durchaus bei

  • Depotführung
  • Provisionen und Handelsplatzkosten
  • Währungsumrechnungskosten
  • Rabattaktionen

Beitragsbilder Ratgeber ETF

Wie seriös ist die Bank oder der Broker?

Neben den Charakteristika der ETFs, die gewählt werden, und den direkten Kosten beim Kauf oder Verkauf spielen andere Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung für einen Anbieter. So sollten die Konditionen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sehr gut auffindbar und transparent sein. Seriöse Finanzdienstleister vermitteln schon beim ersten Blick auf die Website einen Eindruck von übersichtlich dargebotenen Inhalten. Bestenfalls findet der interessierte Anleger auch umstandslos Kontakt zum Kundensupport und kann diesen erreichen, ohne dass ihm Kosten entstehen. Einige Testfragen an den Support vor der Einrichtung eines Depots sind keine schlechte Idee. Ebenso wichtig sind eine seriöse Adresse für den Hauptsitz des Unternehmens und eine Regulierung durch eine europäische Finanzaufsichtsbehörde. Und ein breit aufgestelltes Bildungsangebot unterstreicht, dass es dem Anbieter ernst ist mit der Unterstützung seiner Kunden. Allerdings ist nicht für jeden, der ETF kaufen möchte, das Internet eine Option. In diesem Fall sollte man die Möglichkeiten prüfen, über Filialbanken in ETFs zu investieren. Viele Banken führen Depots und beraten entsprechend. Zwar muss hier mit höheren Kosten gerechnet werden, die Renditen liegen bei ETFs aber dennoch höher als derzeit bei Spar- oder Festgeldkonten. Zusammenfassend sollte man folgende Punkte genauer prüfen:

  • Seriöse Regulierung und übersichtliche Website
  • Günstige und transparente Gebührenstruktur
  • Breites Handelsangebot an ETFs
  • Kompetenter Kundendienst

ETF kaufen – ist das sicher?

Einsteiger, die noch keine Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel haben und sich mit Aktien nicht auskennen, fragen sich natürlich, wie sicher die Anlage in börsengehandelte Fonds ist. An deutschen Börsen sind ETFs seit 18 Jahren Bestandteil des Handels. Sie unterliegen denselben strengen Auflagen, die für alle Investmentfonds zur Anwendung kommen. Unter anderem gelten Fondsvermögen als Sondervermögen. Die emittierende Fondsgesellschaft muss die Kundeneinlagen separat verwahren, bei einer Insolvenz haben Gläubiger auf diese Gelder keinen Zugriff. Gleiches gilt für Banken, Direktbanken und auch Broker, die durch eine seriöse europäische Behörde lizenziert und reguliert werden. Auch sie müssen segregierte Konten für Kundengelder führen und eine Einlagenschutzversicherung abschließen.

Risiken des Börsenhandels

Da ETFs automatisch angepasst werden, besteht bei dieser Form der „passiven“ Geldanlage auch nicht das Risiko, dass ein Fondsmanager sich übernimmt oder „verzockt“. Dennoch sind ETFs Wertpapiere – das heißt, dass Anleger und Händler beim Kauf von ETFs das Risiko des Börsenhandels auf sich nehmen: unvorhergesehene Kursentwicklungen und Preisschwankungen. Da ETFs allerdings aus einem regelrechten „Aktienkorb“ bestehen, ist das Risiko hier deutlich geringer als bei einer Investition in Anteile einzelner Unternehmen. Ebenso wie beim Aktienhandel sollten Trader allerdings die Märkte beobachten. Das gilt besonders, wenn man einen Schwerpunkt auf potenziell lukrative, aber nicht vollständig kalkulierbare ETFs legt, die beispielsweise Indizes oder Industrien von „emerging markets“ abbilden. Da es mittlerweile sogar einige ETF gibt, die mit sogenannten Hebeln gehandelt werden können, bei denen also mit wenig Grundeinsatz ein Vielfaches des Kapitals eingesetzt wird, sei hier auch darauf verwiesen, dass Hebel im Verlustfall ebenso hoch greifen wie bei den Gewinnen. Trader sollten mit der gebotenen Vorinformation und Besonnenheit auch beim Handel mit den so unkompliziert scheinenden Indexfonds zu Werke gehen.

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Weniger risikoreich: ETF Sparpläne

Ein Sparplan auf ETFs erfordert nur geringe Grundkenntnisse und bietet Anlegern zusätzliche Vorteile und Sicherheit. So kann man mehrere ETFs in einem Sparplan bündeln und damit das Risiko noch mehr streuen. Mögliche Kursschwankungen der Fonds gleicht bei einem Sparplan der Cost-Average-Effekt aus: Die Fondsanteile werden zu einem Mittelkurs angekauft, der sogar niedriger ausfallen kann als der aktuelle Kurs des ETF. So sorgt der Sparplan für günstigere Kosten, als sie ein Trader beim Handel mit ETFs erhalten würde.

ETF Fonds kaufen bietet vielseitige Möglichkeiten

Wer ETF Fonds kaufen möchte, hat hiermit eine gute Möglichkeit, mithilfe eines einfachen Finanzinstruments mit übersichtlicher Gebührenstruktur zu investieren. Natürlich sind auch ETFs nicht vollständig gegen die Risiken des Börsenhandels gefeit, allerdings kann eine Anlage bei den bekanntesten Indizes mit vergleichsweise guten Renditen getätigt werden. Ebenso wie bei der Anlage in Aktien eignen sich Indexfonds besonders für den langfristigen Vermögensaufbau, ob mit oder ohne einen speziellen ETF Sparplan. Aber auch für den aktiven Handel sind die börsennotierten Fonds eine gute Option, auch wenn Trader mehr Hintergrundwissen benötigen als Anleger, die lediglich eine Sparplan einrichten. Generell gilt, dass vor dem Kauf die Information steht. Ein Anbieter- und ETF Vergleich kann hier eine große Orientierungshilfe sein.