Sind Aktien überbewertet? Nach dem Buffet-Indikator derzeit schon!

Christian Habeck
aktualisiert: 23 Mrz 2021

Nicht wenige Anleger haben sich die Corona-Krise und die Talfahrt der Märkte zunutze gemacht und voller Optimismus ihr Portfolio aufgestockt. Kein Wunder, denn mit den Kursverlusten seit März verloren selbst hochpreisige Aktien enorm an Wert. Nicht jeder ließ sich durch die Furcht vor einer anhaltenden Baisse abschrecken – und die erstaunlich rasche Erholung scheint den Schnäppchenjägern Recht zu geben.

Doch vielleicht ist das Zögern der Pessimisten berechtigt, die den von neuem steigenden Werten nicht so recht trauen mögen. Könnte dahinter eine umfassende Überbewertung stecken? Wenn man einen der bevorzugten Indikatoren von Warren Buffett konsultiert, kann man durchaus zu diesem Ergebnis kommen.

Kurssturz vorhersagen mit dem Buffett-Indikator

Der Star-Investor Warren Buffett wird gern auch als das „Orakel von Omaha“ bezeichnet, aufgrund seiner treffenden Analysen und entsprechend erfolgreichen Investitionen. Renditen jenseits von 20% sind für den Wharton-Absolventen eher die Regel als die Ausnahme. Der Schüler Benjamin Grahams hat eine eigene Investment-Strategie entwickelt, die er seit Jahrzehnten unbeirrbar verfolgt.

Dazu nutzt Buffett nicht nur herkömmliche Indikatoren aus der Betriebs- und Volkswirtschaft, sondern hat auch eigene Bewertungsverfahren ausgearbeitet. Ein bevorzugtes Tool des Gründers von Berkshire-Hathaway ist die Börsenkapitalisierung im Verhältnis zum BIP. Der Indikator, gern auch als „Buffett-Indikator” bezeichnet, setzt den Wert eines Aktienmarktes in ein Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Nach eigenen Angaben hält Buffett diese KPI seit zwanzig Jahren für den besten Indikator für die Bewertung von Märkten.

Wie sollte der Buffett-Indikator ausfallen?

Der vordergründig einfach zu berechnende Indikator sollte bei weniger als 100% liegen, damit sich Aktionäre beruhigt fühlen können. Steigt der Wert auf über 100%, gilt dies als Anzeichen für eine Überbewertung. Zweimal bewährte sich der Buffet-Indikator als Fieberthermometer der Börsen, sowohl 2001 als auch 2008. Allerdings konnte er andere wichtige Finanzkrisen wie den Schwarzen Freitag von 1987 nicht vorab anzeigen.

Hinzu kommt, dass der Buffett-Indikator schon seit einigen Jahren bei über 100% liegt, selbst im Dezember 2018 fiel der Wert nicht unter die entscheidende Marke. Einerseits fragen sich nun Experten, ob die Berechnungsgrundlagen der Kennzahl möglicherweise überdacht werden sollten, beispielsweise um die anhaltenden Niedrigzinsen der Zentralbanken mit einzubeziehen, die durch ihren Einfluss auf den Anleihenmarkt mehr oder weniger direkt dazu beitragen, die Marktkapitalisierung zu erhöhen.

Und selbst wenn der Indikator inzwischen deutlich über 100% liegt, ist dies derzeit vor allem durch eine Welle von Pleiten und Schließungen im Gefolge der Corona-Krise zu erklären – sollten mittelfristig die Hilfsmaßnahmen und Umstrukturierungen greifen, könnte sich die Kennzahl rasch wieder „beruhigen“ und auf unter 100% fallen.

Was, wenn die Krise anhält?

Sollte sich die wirtschaftliche Situation weltweit und vor allem in den Industrieländern jedoch mittel- und langfristig nicht substanziell erholen, gehen Analysten schon jetzt davon aus, dass der Buffett-Indikator weiter steigen wird. Die Folgen für die Aktienmärkte sind noch nicht abzusehen – denkbar wären erneute Kursverluste und eine anschließende Erholungsphase, wie sie in diesem Jahr schon zu beobachten war. Die verheerenden Auswirkungen des Corona-Virus sind vor allem dadurch bedingt, dass es sich um ein globales Phänomen handelt, das praktisch alle Branchen betrifft, wenn auch einige mehr als andere.

Für das eigene Portfolio bedeutet dies auch weiterhin erhöhte Wachsamkeit. Grundsätzlich kann man von Neukäufen natürlich nicht abraten – allzu günstig sind die Kurse mancher attraktiver Werte zur Zeit. Eine Umschichtung kann die Gewinner der Krise verstärkt berücksichtigen und darüber hinaus Hochrisiko-Werte reduzieren. Das wird möglicherweise die jährlichen Renditen ein wenig senken, dem Portfolio aber mehr Robustheit verleihen.

Das Aktienportfolio umschichten – aber richtig!

Zunächst einmal sollten sich Anleger nicht einzig und allein durch die Interpretation des Buffett-Indikators in Verzweiflung stürzen lassen. Die Kennzahl ist relativ differenziert und sollte zusammen mit anderen wichtigen KPIs ausgewertet werden – so kann der KGV im Verbund mit Warren Buffetts Lieblings-Kennzahl bessere und detailliertere Signale zu einer bevorstehenden Schwäche der Börsen liefern.

Dennoch, der Wert liegt am 4. September 2020 für die US-Märkte auf einem Rekordhoch von über 180%, und auch weltweit lassen sich Anzeichen für eine deutliche Überteuerung an den Börsen konstatieren. Die Befürchtungen der Analysten, die einen Crash nicht mehr ausschließen mögen, sind also nicht unberechtigt. Investoren können sich allerdings vorbereiten. Bei der Auswahl der Aktien für die eigenen Anlagen sollte ein Schwerpunkt auf Dividenden-Perlen mit erwiesener Performance liegen. Denn dahinter stehen Konzerne mit hinreichendem Cashflow, der sie auch über längere Durststrecken tragen kann.

Auch Anlagen in IT und Kommunikation, Branchen die in der Pandemie zu den Gewinnern gehören, ist eine gute Strategie, und natürlich der Kauf von Aktien aus den Bereichen Pharmazie und Medizintechnik. Sie profitieren ebenfalls von Corona. Für einen Risikoausgleich sorgt auch der Zukauf von Anleihen und Rohstoffen. Werte aus diesen beiden Anlageklassen werden gern genutzt, um volatile Aktienkurse abzufedern und tragen wesentlich zur Beruhigung bei, sollte es zu erneuten Kursstürzen wie im März kommen.

Mit CFDs flexibel bleiben in der Baisse

Nicht jeder Anleger hat – egal mit welcher Strategie – zur Zeit Appetit auf Aktien. Verständlich, denn mit der Investition in Unternehmensanteile ist der eigene Gewinn unmittelbar mit positiven Entwicklungen beim Unternehmen verknüpft. Kursstürze wie im März 2020 bedeuten umgekehrt für die Aktionäre massive Verluste. Anders als bei einem Spar- oder Festgeldkonto gibt es keine Sicherheitsmechanismen oder Anlegerschutz-Fonds, die den Kapitalerhalt garantieren. Und früher beliebte Finanzprodukte zur Vermögensbildung haben angesichts anhaltender Nullzinsen ohnehin ihren Reiz eingebüßt.

Wer sich in dieser Situation nicht recht an die Aktienmärkte herantraut, das eigene Kapital aber dennoch nicht ungenutzt liegen lassen will, hat glücklicherweise Alternativen. Dazu gehören Derivate wie Differenzkontrakte. Die zunehmend populären CFDs ermöglichen die Spekulation auf die Kursentwicklung von Basiswerten, darunter auch Aktien – ohne dass man die Underlyings selbst kaufen muss.

Statt dessen ist mit einem CFD die Teilhabe am Kursverlauf zwischen dem Ein- und Ausstiegszeitpunkt möglich. Da auch Short-CFDs auf fallende Kurse möglich sind, lässt sich mit den flexiblen Differenzkontrakten von volatilen Märkten gut profitieren. Dabei muss man nicht einmal viel Kapital mitbringen, denn CFDs sind Hebelprodukte. Daher muss nur ein Teil des bewegten Handelsvolumens tatsächlich aufgebracht werden – was über diese Margin, die Sicherheitsleistung, hinaus geht, ist ein Darlehen des Brokers.

Kurzfristig traden statt langfristig anlegen

Ein weiterer Vorteil von CFDs ist, dass sie über relativ kurze Zeitspannen gehalten und gehandelt werden. Selten behalten Trader einen Kontrakt über Nacht, weswegen man vom Daytrading spricht. Anders als bei der Investition in Aktien ist das eingesetzte Kapital also nicht über Jahre gebunden, um Renditen zu erzielen, und dank der Hebel lassen sich auch überschaubare Beträge um Faktoren von bis zu 1:30 erhöhen – und ebenso die Renditen.

Den Zugang zu den Märkten gewähren eigens dafür lizenzierte Forex- und CFD-Broker. Ihre Kunden können über eine Handelssoftware mit Echtzeit-Kursdatenversorgung selbsttätig handeln und haben Zugriff auf das Handelsangebot des Brokers – darunter in vielen Fällen auch CFDs auf Aktien aus aller Welt.

Einstieg in den CFD-Handel: So lässt sich ein seriöser Broker ermitteln

CFDs sind sehr attraktive und vergleichsweise unkomplizierte Instrumente. Dennoch bergen auch sie Risiken – immerhin handelt es sich um spekulative Geldgeschäfte, bei denen der Hebel auch Verluste potenziert. Daher sollten interessierte Einsteiger nicht ohne Vorbereitung den Handel aufnehmen – das empfehlen auch die CFD-Broker selbst. Viele von ihnen lassen es sich angelegentlich sein, ihren Tradern dabei zur Seite zu stehen. Sie bieten Informations- und Schulungsmöglichkeiten an, die von Videotutorials bis zu Online-Seminaren oder Echtzeit-Webinaren reichen. Für die praktische Umsetzung der neu erworbenen Kenntnisse bietet sich ein kostenfreies Demokonto an, mit echter Handelsumgebung, allerdings mit virtuellem Kapital.

Doch welcher Broker hier besonders punkten kann, das können Anfänger meist noch nicht abschätzen. Deshalb bietet der Asktraders Brokervergleich eine Hilfe bei der Auswahl. Wir bewerten die besten Anbieter nach einem genau festgelegten System und beziehen auch die Meinungen unserer Leser mit ein. Neben den Bildungsangeboten prüft die Redaktion von Asktraders die Regulierung des Brokers, sein Portfolio, die anfallenden Kosten, aber auch den Kundensupport und mögliche Auszeichnungen. Damit möchten wir unseren Lesern den Einstieg deutlich erleichtern.

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