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Trading Plan erstellen – So wichtig ist die eigene Strategie für den Trading Erfolg

Updated 9 Dez 2020
Online Trading

Ein eigener Trading Plan hat viele verschiedene Vorteile und sollte daher fester Bestandteil der Ausrüstung eines Traders sein. Der eigene Handel bekommt so eine Struktur, wird messbarer und somit besser zu analysieren. Zudem löst sich das Trading von spontanen Eingebungen, Emotionen und überhasteten Handlungen, denn durch die feste Struktur werden bestimmte Entscheidungsprozesse festgelegt und es gibt mehrere Voraussetzungen die immer wieder vorliegen müssen, damit ein Trade ausgeführt werden darf. Im Folgenden wird daher darauf eingegangen werden, wie genau ein Trader von einem Plan profitiert, worauf es bei einem guten Trading Plan ankommt und wie man einen solchen erstellt.

  • Egal ob erfahrener Trader oder Neueinsteiger: Jeder Trader sollte einen Trading Plan haben!
  • Ein Trading Plan ist quasi eine Aufgabenliste, die vor jedem Trade durchgegangen werden muss und die als Voraussetzung für die Ausführung eines Trades dient
  • Trading Pläne schützen vor emotionalen Entscheidungen, überhasteten Trades und unstrukturiertem Vorgehen
  • Ein Plan beginnt mit der Zielsetzung, beinhaltet verschiedene Handelsansätze und dazu passende Instrumente und endet mit der Schließung von Trades und Sicherheitsmechanismen zur Risikominimierung

Was ist ein Trading Plan?

Ein Trading Plan entspricht im Grunde einer simplen Check Liste, mit der eine Struktur geschaffen wird, die Trades standardisiert. So werden Fehler bei der Auswahl der Trades unwahrscheinlicher, Trades können leichter analysiert oder verglichen werden und langfristig kann so das Trading verbessert werden. Durch die Struktur und die Voraussetzungen für die Ausführung eines Trades sorgen zudem für ein Loslösung des Tradings von Emotionen oder überhasteten Reaktionen auf die Marktlage. Vor allem Einsteiger wird so das Trading einfacher gemacht, da es ein Gerüst gibt, an dem sie sich orientieren können. Doch auch erfahrene Trader profitieren von einem guten Plan, der mit wachsender Erfahrung natürlich komplexer werden kann oder der etwas gelockert wird, damit ein Trader flexibler agieren kann.

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Wofür braucht man einen Trading Plan?

Ein weniger zentraler aber nicht zu verachtender Vorteil von Trading Plänen ist zudem, dass Sie automatisch weniger Trades tätigen werden, weil jeder Trade genauer geprüft werden muss. Das bedeutet zwar auf der einen Seite auch weniger Chancen, auf der anderen Seite bedeutet das aber vor allem, dass Trades genauer vorbereitet und somit auch besser ausgeführt werden. Schlechtere Trade Ideen werden häufiger nicht umgesetzt und langfristig sinkt die Zahl der verlustreichen Trades und der Profit eines Trader wird wachsen.

Im Vordergrund steht aber das kategorisieren von Trades und das Schaffen von Voraussetzungen für die Ausführung von Trades, sowie die Absicherung vor eigenen Emotionen oder überhasteten Entscheidungen.

Woraus besteht ein Trading Plan grundsätzlich?

Ein guter Trading Plan begleitet einen von der Entwicklung einer Strategie, einer Idee oder einem Handelsansatz bis hin zu dessen Ausführung und dem Absichern oder Schließen der entsprechenden Trades. Der Trading Plan setzt sich dabei aus grundsätzlichen Entscheidungen wie zum Beispiel der Trading Idee, der Plattform oder den Instrumenten aber auch aus immer wieder zu prüfenden Kriterien zusammen, die bei jedem einzelnen Trade relevant werden.

In der ersten Stufe entscheidet man sich bei seinem Trading Plan im Rahmen der Zielsetzung, worauf man hinarbeitet. Hier kann bzw. muss auch entschieden werden, ob man hauptberuflich, nebenberuflich oder auch nur in bestimmten Phasen oder zu bestimmten Zeiten Trading betreiben möchte. Im Rahmen dieser Entscheidung wird auch zumindest das Spektrum an nutzbaren Finanzinstrumenten oder Produkten und möglichen Handelsplattformen bzw. Brokern festgelegt.

Zudem sollte gerade bei Einsteigern ein bestimmter Zeitraum für den Trading Plan festgesetzt und auch die Gesamtanzahl der Trades sollte zumindest grob umrissen werden. Schließlich sollten auch Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkte und Signale, sowie die Methoden, mit denen diese herausgesucht und analysiert werden, festgelegt werden. Der letzte Schritt sind dann die Orderarten und etwaige Sicherheitsmechanismen oder Systeme zur Schließung von Trades.

So ist ein Trading Plan aufgebaut:

  • Zielsetzungen, zeitliche & finanzielle Möglichkeiten
  • Instrumente, Finanzprodukte, Handelsplattformen und passende Broker
  • Zeitrahmen innerhalb dessen der Trading Plan angewendet werden soll & eine grobe Angabe der maximalen Anzahl von Trades
  • Signale, Analysen und Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkte festlegen
  • Trades abschließen, Orderarten und Sicherheitsmechanismen einführen

Zielsetzung: Darauf kommt es an!

Im Rahmen der Zielsetzung müssen zunächst die erwartbaren und gewünschten Erträge festgelegt werden. Hierbei sollte eher konservativ gerechnet werden und gerade zu Beginn einer Karriere als Trader ist ein neutrales Ergebnis alles andere als eine Schande. Zudem müssen natürlich Ziele und verfügbares Kapital zueinander passen. Wer nebenberuflich Traden möchte und vor allem sich als Trader verbessern und langfristig einen Zuverdienst schaffen möchte, der kann bereits mit kleinen Beträgen wie monatlich 50,- Euro mit dem Trading beginnen. Plant man hingegen hauptberuflich zu Traden, muss natürlich eine Summe erwirtschaftet werden, die ausreicht um damit den Lebensunterhalt zu verdienen. Hierfür hat ein Trader natürlich einen viel höheren Kapitalbedarf, da die Trades auch hinsichtlich des Risikomanagements nicht aus zu großen Positionen bestehen dürfen, muss viel Geld vorhanden sein. Denn selbst mit einem Konto in Höhe von 100.000,- Euro und einer veranschlagten Rendite von 5 Prozent monatlich, die bereits sehr beachtlich vor allem für Einsteiger ist, würden gerade einmal 5.000,- Euro vor Steuern dabei erwirtschaftet werden.

Insofern stellt sich vor allem die Frage nach dem Moneymanagement. Geld, das zum Trading eingesetzt wird, muss ansonsten völlig verzichtbar sein. Es darf nicht gleichzeitig eine finanzielle Rücklage für Notfälle oder langfristig für Anschaffungen oder Kosten wie das Studium der Kinder oder ähnliches eingeplant sein. Zum einen liegt das selbstverständlich daran, dass aktives Trading immer risikobehaftet ist und zum anderen kann ein Trader auch nur dann rational und ruhig agieren, wenn er weiß, dass das Kapital frei ist und dessen Verlust nicht ein direkter Einschnitt in das alltägliche Leben wäre. Natürlich muss in diesem Rahmen auch die eigene Risikobereitschaft ermittelt und dementsprechend entschieden werden. Wer große Probleme mit Risiko und Volatilität hat, der muss entsprechend mehr Kapital einbringen und ein konservativeres Money- und Risikomanagement anwenden.

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Finanzinstrumente, Handelsplattform und Broker: So wählen Sie ihre Werkzeuge richtig aus!

Ein eigener Trading Plan umfasst natürlich auch die Werkzeuge, die Plattform für den Handel und somit auch die Wahl des Brokers. Gerade zu Beginn einer Trading Karriere sollten Finanzinstrumente gewählt werden, die tendenziell auch mit geringerem Kapital gehandelt werden können, die dem Risikoprofil des Traders entsprechen und auch vergleichsweise Fehler verzeihend sind. Auf große Hebel oder komplizierte Derivate sollte daher zu Beginn möglicherweise verzichtet werden. Viele Einsteiger entscheiden sich aufgrund der vergleichsweise einfachen Struktur daher zu Beginn für Forex gehandelte Devisenpaare wie US Dollar & Euro, die auch zu recht günstigen Konditionen zur Verfügung stehen.

Auch die Wahl der Handelsplattform hängt vor allem von der Erfahrung des Traders und den Präferenzen ab. Wer zum Beispiel mit professionellen und automatisierten Systemen handeln möchte, der sollte auf möglichst moderne Handelsplattformen wie den MetaTrader 5 oder dessen Vorgänger setzen. Doch auch viele eigene Plattformen von Brokern oder deren Webtrader eignen sich für viele Arten des Tradings. Wer darüber hinaus bestimmte Analysetools, Indikatoren oder ähnliche Features benötigt, der kann sich diese auch über Drittanbieter besorgen. Hier muss dann allerdings auf die Kompatibilität mit der entsprechenden Software geachtet werden.

Schließlich ist die Auswahl des Brokers selbstverständlich wegweisend für den Erfolg oder Misserfolg des Tradings. Sicherheitsmechanismen, eine Einlagensicherung und ein seriöses Geschäftsgebaren einmal vorausgesetzt, kommt es bei der Wahl vor allem auf gute Konditionen und die Verfügbarkeit aller relevanten Werte und Finanzinstrumente an. Natürlich muss aber auch die gewünschte Handelsplattform bzw. benötigte Features im Angebot des Brokers enthalten sein. Wer sich bei der Auswahl des Brokers schwer tut, der sollte auf Lizenzen, Siegel und Tests unabhängiger Anbieter achten. Insbesondere Kundenrezensionen sind häufig hilfreich und wenn ein kostenloses Demokonto angeboten wird, kann man auch einfach den entsprechenden Anbieter unverbindlich testen. Sie sollten die Auswahl auf keinen Fall überstürzen, denn ein guter, seriöser und günstiger Partner kann langfristig zum entscheidenden Faktor für ihr Trading werden.

Wenn Sie auf diese Punkte achten, wird die Wahl der Instrumente, der Handelsplattform und des Brokers gelingen:

  • Nutzen Sie sichere, leicht verständliche und vor allem zu Beginn auch Fehler verzeihende Finanzinstrumente die Sie vollständig verstanden haben
  • Im Zweifel testen Sie nicht nur die Plattform und den Broker, sondern auch die Finanzinstrumente in einem kostenlosen und unverbindlichen Demokonto!
  • Wählen Sie eine Handelsplattform die ihnen leicht zugänglich erscheint, alle für Sie relevanten Features anbietet und die stets aktualisiert wird
  • Suchen Sie sich schließlich einen Broker auf, bei dem alle bisher gewählten Instrumente, Handelsplattformen und ihre benötigten Features zum Angebot dazu gehören
  • Vergleichen Sie Angebote, Konditionen, Zusatzleistungen und achten Sie auf Siegel, Zertifikate und unabhängige Tests

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So legen Sie den zeitlichen Rahmen richtig fest

Je nachdem auf welcher Zeitebene und mit welchem Horizont Sie ihr Trading betreiben möchten, sollten Sie auch den Zeitrahmen für ihren Trading Plan auslegen. Wenn Sie bereits in der Vergangenheit Trading betrieben haben, können Sie ihre Historie auswerten und einen groben Rahmen dementsprechend anfertigen. Haben Sie noch keine Trading Daten von sich selbst, können Sie entweder wieder auf ein kostenloses und unverbindliches Demokonto zurückgreifen oder aber Sie schätzen anhand ihrer Strategie ab, welcher Zeitrahmen für Sie passend ist und welche Anzahl von Trades erwartbar ist.

Sie sollten einem Plan, wenn er denn einmal ausgearbeitet ist, auf jeden Fall auch einige Zeit geben, um ihn richtig zu testen. Nur eine kurze Marktphase, in der ihre Strategie nicht wirklich gut funktioniert darf nicht dazu führen, dass Sie ihren ganzen Plan fälschlicherweise für unzureichend halten. Die nachträgliche Analyse ist daher mindestens genauso wichtig, um festzustellen warum ihr Plan funktioniert oder nicht funktioniert hat.

So können Sie zum Beispiel als aktiver Daytrader einen Plan machen, der jeweils in 24 Stunden aufgeteilt ist und eine maximale Anzahl an Trades vorsieht. Diesen Trading Plan könnten Sie dann über einen Monat testen. Bei durchschnittlich 5 Handelstagen pro Woche erhalten Sie so bereits nach einem Monat ein recht umfangreiches Informationsmaterial über ihr eigenes Trading. In der nachträglichen Analyse können Sie dann überprüfen, ob es sich um einen guten Monat für den Test und den Plan handelte oder ob es möglicherweise wenig Aussagekraft hat, wie Sie in diesem Monat abgeschnitten haben, weil die Märkte außergewöhnlich gut oder schlecht gelaufen sind.

Haben Sie klare Einstiegs- und Ausstiegssignale!

Wenn Sie ein langfristig erfolgreicher Trader sein möchten, dürfen Sie nicht aufgrund von Emotionen, spontanen Launen oder irgendeines Gefühls handeln, sondern Sie brauchen klare Strukturen. Das bedeutet dass Sie durch die von ihnen gewählte Form der Analyse ganz klar definierte Einstiegs- und Ausstiegssignale haben, die von ihnen auch konsequent gehandelt werden müssen. Das bedeutet auch, dass Trades mehrfach wieder geschlossen werden müssen, auch wenn es ein Signal gab, die Bestätigung aber ausblieb und obwohl Sie diesen Trade eigentlich für gut halten würden. Auch wenn Sie am Ende eines Handelstages im Minus sind und ein Trade die letzte Chance für diesen Tag ist, wenn ihr Handels Plan sagt, dass Sie bei einem bestimmten Signal aussteigen müssen, dann halten Sie sich daran.

Durch diese Herausnahme von Emotionen und undefinierbaren Gefühlen wird ihr Trading langfristig auf jeden Fall besser werden, es gehört jedoch ein hohes Maß an Disziplin dazu. Haben Sie ihren Trading Plan aufgeschrieben und darin klare Signale benannt, wird diese Disziplin weiter unterstützt, da Sie sich nun an einen Plan halten. Teil des Plans ist somit ganz klar von Beginn an nicht nur die Eröffnung, sondern auch die Schließung von Trades, unabhängig davon, ob Sie im Verlust oder im Gewinn sind.

Eng damit verwandt ist die Auswahl bestimmter Orderarten und Funktionen. Wer mit Stop-Loss oder Take-Profit Orders arbeitet, der minimiert das Risiko persönlicher Fehler durch Emotionen und ähnliches noch weiter, denn die automatisierten Orderausführungen schützen einen Trader davor, sich selbst nicht an den Trading Plan zu halten. Wer zudem bereits bei der Eröffnung auch Orders für die Schließung einrichtet, der zwingt sich selbst dazu, einen Trade von Anfang an ganz durchzuplanen. In der Regel führt auch das schon zu besseren Entscheidungen.

Ohne Trading Plan wird langfristiger Erfolg zur Glückssache

Wer selbst schon einmal gehandelt hat weiß, dass Trading solange es gut läuft sehr leicht fällt, es aber sofort schwierig wird, wenn der Markt gegen einen selbst läuft. Dann sind die Emotionen schnell da und egal ob bewusst oder unbewusst, man verletzt eigene Regeln oder verfolgt die eigene Strategie nicht mehr konsequent. Das ist gefährlich und muss vermieden werden. Ein Trading Plan hilft dabei und gleichzeitig sorgt er automatisch für besser geplante und durchdachte Trades. Deswegen ist ein Trading Plan sowohl für Einsteiger als auch Profis verpflichtend und Sie sollten sich schnell einen anlegen, wenn Sie noch keinen haben!