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Steht Brenntag vor der Übernahme von Univar? Aktie bricht zusammen

Ruben Wunderlich
Ruben Wunderlich trader
Updated 28 Nov 2022

Der DAX-Konzern Brenntag hat bestätigt, dass es Gespräche zur Übernahme des US-Konkurrenten Univar führt. Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern. Anleger trennen sich derweil in Scharen von ihren Brenntag Aktien.


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Steht Brenntag vor der Übernahme von Univar? Aktie bricht zusammen

Auf den Punkt gebracht

  • Der Weltmarktführer in der Distribution von Chemikalien, Brenntag, tätigt vielleicht die bis dahin größte Übernahme der Konzerngeschichte.
  • Das Unternehmen bestätigt, dass es Gespräche mit dem US-Konkurrenten Univar führt.
  • Brenntag Aktie rund 10 Prozent im Minus; Univar circa 10 Prozent im Plus.

Am Freitagabend, nach 23:00 Uhr deutscher Zeit, gab Brenntag die Ad-hoc-Meldung heraus, dass es Gespräche mit Univar Solutions Inc. führt.

Ziel der Gespräche ist eine Evaluierung, ob eine Übernahme von Univar durch Brenntag zustande kommen könnte. Univar selbst möchte sich im aktuellen Stadium nicht zu den Gesprächen äußern.

Brenntag äußerte sich wie folgt in der Mitteilung:

„Diese Gespräche laufen derzeit und haben bisher zu keinen konkreten Ergebnissen oder Vereinbarungen geführt. Daher ist derzeit nicht absehbar, ob irgendeine Form von Transaktion stattfinden wird.“

– Brenntag Ad-hoc-Meldung

Die Aussagen machten deutlich, dass sich die Gespräche erst noch am Anfang befinden. Mit einer abschließenden Beurteilung sei laut Bloomberg sogar erst in einigen Monaten zu rechnen.

Anleger trennten sich am Montagmorgen von ihren Brenntag Aktien. Eine mögliche Übernahme würde viel Kapital kosten. Bisher übernahm Brenntag eher kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von 10 bis 50 Millionen Euro.

Doch Univar macht rund 10 bis 11 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das entspricht ungefähr dem Börsenwert von Brenntag. Eine solche Übernahme zu stemmen, wäre eine enorme Herausforderung.

Gemischte Einschätzungen zur Brenntag Aktie

Entsprechend gespalten sind Analysten mit ihrer Einschätzung zum Deal.

Markus Mayer von der Baader Bank sieht den Deal positiv, sofern der Preis der Übernahme stimmt. Er geht davon aus, dass Brenntag diszipliniert genug ist, eine solche Übernahme vernünftig zu finanzieren und Univar ins bestehende Geschäft zu integrieren. Das wiederum könnte enorme Synergien freisetzen.

Deutlich zurückhaltender dagegen ist der Barclays-Analyst Alex Steward. Er hinterfragt nun sogar die gesamte strategische Vorgehensweise

Sascha Gebhardt schrieb in einem Artikel auf Stock3 sogar, dass Brenntag mit der Übernahme die „Flucht nach vorn“ sucht.

Anleger trennten sich zunächst von ihren Papieren auf Brenntag. Eine solche Reaktion ist jedoch keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Der Aktienkurs von Unternehmen, die eine Übernahme ankündigen oder eine solche in Betracht ziehen, sinkt häufig in der ersten Reaktion.

Schließlich kosten Übernahmen viel Geld und eine Amortisation ist weder sicher noch schnell zu realisieren.

Univar Aktien dagegen legten in der ersten Reaktion auf Tradegate um über 20 Prozent zu. Mittlerweile stehen sie bei rund 10 % im Plus.

Ruben Wunderlich
Ruben Wunderlich ist Finanzjournalist und zertifizierter Technischer Analyst mit mehr als 15 Jahren Erfahrung auf den Kapitalmärkten. Auf AskTraders ist er als leitender Redakteur für die deutschsprachige Redaktion verantwortlich.