Der Einfluss der Notenbank auf den Devisenhandel

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aktualisiert: 11 Mai 2020

Der Devisenmarkt besteht aus verschiedenen Marktteilnehmern, wozu auch die Notenbanken gehören. In einigen Situationen kommt es vor, dass Notenbanken gezielt investieren, um einen Währungsschutz vorzunehmen. In solchen Situationen findet der Handel mit den Notenbank-Devisenreserven (Verkauf oder Kauf) statt. Der Einfluss kann aber auch dadurch bedingt sein, dass die Notenbanken hinweise ausgeben (z. B. für eine über- oder unterbewertete Währung). Bekannt sind diese Einflüsse auch unter dem Begriff „Devisenmarktintervention“.

Devisenmarktintervention – Verzerrung des Devisenmarktes?

Ist die gezielte Einflussnahme der Notenbank eine Verzerrung des Devisenmarktes oder steckt etwas anderes dahinter? Natürlich haben die Notenbanken einen enormen Einfluss auf den Devisenhandel und die Kurssituation. Durch ihre Hinweise und andere Instrumente zu Einflussnahme sorgen sie vor allem dafür, Wechselkurse zu stabilisieren. Dadurch ergeben sich Korrekturen der vielleicht ursprünglichen Verzerrung am Devisenmarkt. Die Einflussnahme kann aber auch dazu führen, dass ich natürlich der Devisenmarkt erst dadurch verzerrt.

Einfluss der Notenbanken auf den Forexmarkt

Smarte Trader können Notenbank-Einfluss für sich nutzen

Die Einflussnahme einer Notenbank am Devisenmarkt muss nicht nachteilig für Händler sein. Entscheidend ist es, dass Trader die Situation:

  • frühzeitig erkennen
  • richtig einschätzen
  • ins Handeln kommen

Sobald eine Notenbank am Devisenmarkt interveniert, werden die Bewegungen meist äußerst volatil. Für Händler bedeutet das: die Risikostreuung gegebenenfalls zu erhöhen und das Chancen-Risiko-Verhältnis womöglich noch einmal anzupassen.

Was passiert, wenn die Notenbank interveniert?

Es kann am Devisenmarkt zu ganz unterschiedlichen Ausprägungen nach der Intervention kommen. Häufig neigt er zur Antizipation. Der vorher prognostizierte langfristige Trend nimmt dadurch nicht selten eine andere Richtung ein. Das sollten Trader im Hinterkopf behalten, wenn es um die Platzierung der Trades und vor allem um die Absicherung geht.

Gründe für die Intervention der Notenbanken

Damit die Trader möglichst optimal von der Notenbank-Intervention am Devisenmarkt profitieren können, sollten sie wissen, warum Banken dies tun, um die Warnzeichen zu erkennen und die richtigen Marktnachrichten/News für sich zu nutzen. Gründe für die Intervention können sein:

  • ankurbeln der Wirtschaft
  • gewünschten Kurs stabilisieren
  • Währungsschieflage beheben

Gängiges Beispiel aus der Praxis ist der Kauf von Fremdwährungen und der Verkauf von Lokalwährungen. Dies geschieht dann, wenn eine Lokalwährung enorme Kursgewinne aufweist, was sie Exporte für andere Nationen verteuert. Damit die lokale Wirtschaft nicht abgehängt wird, investiert die Notenbank ganz gezielt, um den Wechselkurs zu beeinflussen.

In der Geschichte gab es bereits einige gezielte Investitionen der Notenbank. Die Bank of Japan investierte beispielsweise ganz gezielt, als der Yuan gegenüber dem USD eine enorme Stärke aufwies. Um eine Abwertung des Yen zu erreichen, intervenierte die Notenbank, was in einer Aufwärtsbewegung für USD/JPY mündete.

Notenbank-Intervention muss nicht immer von Erfolg gekrönt sein

Der Plan der Notenbanken zur Kurskorrektur kann zwar meist aufgehen, muss er aber nicht. Die Notenbank wollte beispielsweise auch den anhaltenden Abwärtstrend des Brasilianischen Real aufhalten, um ihn zum USD zu stärken. Das gelang allerdings nicht, da der USD ungetrübt davon den Aufwärtstrend weiter fortsetzte.

Tools für die Währungsintervention, welche Trader kennen sollten

Die Notenbanken bedienen sich verschiedene Möglichkeiten, um die Intervention am Devisenmarkt vorzunehmen. Smarte Trader kennen sie und nutzen sie zu ihrem Vorteil:

  • direkte Intervention
  • indirekte Intervention

Zur direkten Intervention gehören konzentrierte Interventionen, operative Interventionen oder stilisierte Interventionen. Indirekte Intervention wird durch Appelle ausgeübt.

Tools für die Währungsintervention

Operative Intervention erklärt

Die operative Intervention ist landläufig unter den meisten Notenbankinterventionen bekannt. Die Bank kauft oder verkauft Fremd- und Lokalwährungen, will damit den Wechselkurs in eine bestimmte Richtung beeinflussen. Durch diese Intervention wird die Marktbewegung ausgelöst.

Appelle als Intervention

Appelle sind ein Beispiel für die indirekte Intervention. Die Notenbank wird gar nicht selbst aktiv, sondern setzt darauf, dass durch Hinweise eine gewünschte Reaktion am Markt auftritt. Die Trader reagieren auf den Appell der Notenbank und tragen mit ihrer Handelsaktivität dazu bei, dass die Währung sich in eine bestimmte Richtung bewegt.

Konzentrierte Intervention erklärt

Bei der konzentrierten Intervention handelt es sich um Appelle und operative Interventionen. Besonders effizient sind solche Interventionen, wenn nicht nur eine Notenbank, sondern gleich mehrere aktiv werden. Durch die Appelle mehrere Banken kommt es bei den Tradern am Markt zu einer Verunsicherung, was eine Reaktion auslöst. Hinzu kommt der Eingriff einer Notenbank, um die Wechselkurskorrektur zu verstärken.

Sterilisiert Intervention der Notenbanken

Die sterilisierte Intervention besteht aus zwei Maßnahmen der Notenbanken:

  • Kauf oder Verkauf der Fremdwährungen
  • offene Marktgeschäfte (Kauf oder Verkauf von Staatspapieren)

Auch dadurch wird eine Kurskorrektur erlangt, wenngleich die sterilisierte Intervention im Vergleich zu anderen Tools weniger häufig vorkommt.

Die Meldungen der Notenbanken für Handel nutzen: das sollten Trader wissen

Findige Trader wissen, dass der Devisenmarkt enorme Schwankungen aufweisen kann. Sie wissen aber auch, wie sie diese Schwankungen für die Realisierung der eigenen Trading-Strategie nutzen und haben die richtigen Tools dafür.

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Eines der wesentlichen Tools sind aktuelle Meldungen/Nachrichten, zu denen natürlich auch die Meldungen der Notenbanken gehören. Weltweit gibt es verschiedene Notenbanken, welche die Trader kennen und deren Nachrichten sie immer bei Trading-Entscheidungen mit einbeziehen sollten:

  • Europäische Zentralbank
  • Schweizerische Nationalbank
  • US-Notenbank Federal Reserve
  • Bank of England

Die Europäische Zentralbank hat natürlich die Aufgabe, den Wechselkurs des Euros zu stabilisieren. Dafür nimmt sie, falls notwendig, entsprechende Interventionen vor. Ein Indikator für die Europäische Zentralbank ist der Verbraucherindex. Fällt er schwach aus (beispielsweise im Oktober 2013) reagiert die EZB, um die Währungsstabilität zu erhalten. Ziel ist es, Inflationsraten bei ca. zwei % und sogar darunter zu halten. Genau nach diesem Credo werden die Maßnahmen durchgeführt.

Maßnahmen der Notenbanken

Bisherige Maßnahmen der EZB und die Auswirkungen für Trader

Am Beispiel der EZB lässt sich gut zeigen, welche Maßnahmen zur Einflussnahme am Devisenmarkt getroffen werden können und welche Auswirkungen sie für Trader und Wirtschaft haben. 2009 bis 2011 gab es einen Inflationsanstieg, wenngleich er gering war. Die EZB wollte als Intervention die Zinssätze erhöhen, was allerdings nicht umgesetzt wurde, da die internationale Schuldenkrise dies nicht ermöglichte. Stattdessen wurden weitere Zinssenkungen vorgenommen.

Trotzdem setzte sich die EZB zweiten Anlauf durch und erhöhte 2011 die Zinssätze leicht. Dadurch wurde der Euro trotz Staatsschuldenkrise (vor allem in Ländern wie Irland, Griechenland, Spanien und Portugal) stabilisiert.

SNB und ihre Aufgaben

Auch die Schweizerische Nationalbank eine wesentliche Rolle am Devisenmarkt ein. Sie hat, wie die EZB auch, verschiedene Mandate:

  • Preisstabilität
  • Zinssatz im CHF-Geldmarkt Steuern
  • Überwachung der Inflation

Die Gewährleistung der Preisstabilität ist wie bei der EZB die wichtigste Aufgabe. Die Schweizer Nationalbank war vor allem 2009 in der Eurokrise besonders gefragt, als es durch den Zufluss verschiedener Währungen in Milliardenhöhe zu steigender Nachfrage von CHF-Anleihen kam und der Wert des CHF enorme Höhen erreichte. Die Folge: Die Exporte drohten aufgrund der starken Landeswährung zurückzugehen, sodass die SNB den EUR/CHF-Kurs auf eine Mindestgrenze limitiert.

Die Kontrolle der Inflation ist bei der Schweizer Nationalbank ebenso wie bei der EZB ein wichtiges Aufgabengebiet. Ein weiteres Mandat: die Steuerung der Zinssätze. Zur Inflationskontrolle wird gegebenenfalls eine Leitzinsanpassung vorgenommen, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Diese Meldungen/Events dürfen Devisenhändler nicht im Kalender verpassen

Durch die Einflussnahme der Notenbanken auf den Devisenmarkt kann es zu Kursbewegungen kommen. Smarte Trader wissen ganz genau, wann es wichtige Entscheidungen der Notenbanken gibt und warten gespannt auf diese Termine. Viele Broker bieten für die bessere Kontrolle Wirtschaftskalender, in denen genau solche Events vermerkt sind. Die Sitzungen der Zentralbanken finden immer ganz unterschiedlich statt. Bei der EZB beispielsweise alle sechs Wochen.

Die Leitzinsentscheidungen sind stets ein wichtiges Event, auf dem sich entscheidet, ob und welche Richtung sich die Devisenkurse bewegen.

Tipp: Um keine aktuellen Meldungen zu verpassen, können sich die Trader ganz smart Push-Benachrichtigungen über eine Broker-App zusenden lassen. Der Vorteil: Eine blitzschnelle Reaktion ist dadurch ebenfalls möglich.

Diese Auswirkungen könnten Zinsentscheidungen der Notenbanken haben

Zu den wichtigen Entscheidungen der Notenbanken, vor allem der EZB, gehören Entscheidungen. Sie umfassen:

  • Mindestbietungssatz
  • Einlagensatz
  • Spitzenrefinanzierungssatz

Auf diese Weise gibt es nicht nur Änderungen am Devisenmarkt, sondern auch an den Märkten generell. Wird beispielsweise eine Erhöhung der Zinsen vorgenommen, kann es zum Ripple-Effekt kommen. Aktienwerte, Werte von Anleihen oder übrigen Wertpapieren werden erhöht. Auch der Euro-Wert im Vergleich zu anderen Währungen steigt. Beschließt die EZB niedrige Zinsen, kommt es zu gegenteiligen Effekten.

Wie entscheidet die EZB? – der Blick auf die Zusammensetzung des EZB-Rates hilft

Häufig lassen sich schon vor den eigentlichen EZB-Entscheidungen Tendenzen für die tatsächliche Beschlussfassung ablesen. In den Medien und um den Geldmarkt gibt es vor den EZB-Zusammenkünften immer wieder wichtige Hinweise, was bei der nächsten Sitzung passieren kann. Trader können selbst aktiv werden, um die Beschlüsse besser prognostizieren zu können. Dafür hilft der Blick auf die Zusammensetzung des Rates. Die Verteilung der Stimmrechte ist äußerst interessant, denn sie unterscheidet sich zwischen den Ländern und Wirtschaftsfaktoren.

Broker helfen mit Analysen

Viele Broker stellen ihren Händlern vor den EZB-Entscheidungen bereits analytische Aussichten durch die eigenen Trading-Profis zur Verfügung. Wer diese Informationen nutzt, kann sich bereits ein Bild über die möglichen Ereignisse am Markt nach der Entscheidung Verkündung machen und mögliche Trading-Szenarien durchspielen. Smarte Trader nutzen beispielsweise die Zeit bis zur Entscheidungsfindung, um ihre eigene Strategie noch einmal zu überdenken und sie gegebenenfalls anzupassen. Das Demokonto kann dabei helfen, einzelne strategische Änderungen auszuprobieren, ohne dabei ein eigenes Risiko eingehen zu müssen.

Damit die Flexibilität bei der Nutzung des Demo-Kontos möglichst groß in allen Marktklagen ist, empfiehlt es sich:

  • das Demokonto zeitlich unbegrenzt zu nutzen
  • eine möglichst hohe Summe des virtuellen Guthabens zu beanspruchen

Auf diese Weise können Trader auch parallel zu ihrem Live-Konto die einzelnen Szenarien am Markt probieren, ohne monetären oder zeitlichen Druck.