Skip to content

ETF DAX – eine Erfolgsgeschichte für Anleger?

Updated 9 Dez 2020
Trading

Eine Vielzahl von Anlegern handelt mit ETFs und erhofft sich finanzielle Gewinne. Das Anlagevolumen der Indexfonds beträgt weltweit über vier Billionen Dollar. Deutsche Börsianer traden mit Vorliebe ETFs auf den Leitindex DAX. Dieser DAX-Index gilt als relevanter Aktienbarometer Deutschlands. Insgesamt enthält er Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen. Der DAX-Index bewertet die Wertpapiere nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung. Für die Gewichtung in diesem Index spielen die frei handelbaren Anteile der jeweiligen Betriebe eine Rolle. Investieren Sie über ETFs in den DAX-Index, profitieren Sie bestenfalls von Kursgewinnen. Zudem erhalten Sie Anteile an den Dividenden der Unternehmen.

  • Deutsche Anleger handeln mit Vorliebe ETFs mit dem Leitindex DAX.
  • Insgesamt wählen Sie zwischen 11 ETFs für eine Anlage in den DAX.
  • Durch eine Investition in ETFs profitieren Anleger von Kursgewinnen sowie anteiligen Dividenden der 30 größten Unternehmen Deutschlands.
  • Mit einem ETF DAX investieren die Börsianer in einem kompletten Börsenindex.

Wobei handelt es sich um ein ETF?

Hinter der Abkürzung ETF verbirgt sich ein „Exchange Traded Fund“. Der Handel der ETFs erfolgt ausschließlich an der Börse. Ebenso wie klassische Investmentfonds zeigen sie, wie sich eine Bandbreite von Investments entwickelt. Den Wertanstieg eines Unternehmens oder einer ganzen Branche lesen Sie somit aus einem Wertpapier ab. Kaufen Sie einen ETF – auch als Indexfonds bezeichnet –, investieren Sie in einen Börsenindex, eine Branche oder in eine komplette Anlagekategorie. Bereits in den 70er-Jahren entstand in den USA die Vorstellung, einen gesamten Börsenindex über einen Indexfonds zu traden. Der erste weltweite Fonds dieser Art kam 1973 an die Börse. Jedoch erhielten zunächst lediglich institutionelle Anleger die Möglichkeit, diesen zu handeln.

new-recommended-broker-banner

Erstmals 1976 stand es Privatanlegern frei, ETFs zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt stellten die Exchange Traded Funds die einzigen Fonds, die Anleger an der Börse handelten, dar. Inzwischen wählen Sie zwischen einer Vielzahl an aktiv verwalteten Investmentfonds. Diese handeln Sie direkt über die Börse oder über eine Kapitalanlagegesellschaft. Die ETFs unterscheiden sich von anderen Fonds, da die Anleger die Anteile nicht über eine Investmentgesellschaft handeln. Investieren Sie in einen ETF, erfolgt das direkt an der Wertpapierbörse.

[info_box]Info: Bei ETFs findet keine aktive Verwaltung durch ein Management statt. Vielmehr bilden die Fonds einen Index passiv ab. Der ETF DAX bildet die Entwicklung des Deutschen Aktienindex DAX eins zu eins ab.[/info_box]

ETFs existieren in beinahe allen Anlageklassen. Die Indexfonds auf Aktienmärkte treffen bei vielen Anlegern auf Wohlwollen. Zudem investieren Börsianer beispielsweise in Indexfonds auf:

  • Rohstoffe,
  • Anleihen,
  • Devisen,
  • Anlagestrategien oder
  • Fonds auf Regionen.

Die Indexfonds gehen nicht mit einem Portfoliomanagement einher. Deshalb fallen für den Anleger geringere Kosten als bei klassischen Fonds an.

Ratgeberbilder Artikel Gebuehren

Worum geht es beim ETF DAX?

In der modernen Portfoliotheorie kommt den passiven ETFs eine hohe Bedeutung zu. Daher verwundert es nicht, dass die weltweit größten Vermögensverwalter hauptsächlich auf diese Anlageform setzen. Sie investieren vorwiegend in passive, indexbasierte Anlagen. In Europa verwalten 48 Anbieter ein beachtliches ETF-Vermögen. Dieses liegt über einem Wert von 500 Milliarden Euro. Zu den Marktführern in Deutschland zählt Xtrackers. Hierbei handelt es sich um den ETF-Anbieter der Deutschen Bank. Dieser übernimmt die Verwaltung von elf Prozent des ETF-Vermögens in Europa. Mit über 180 Produkten bietet Xtracker europaweit das größte ETF-Angebot. Darunter befinden sich ebenfalls ETFs mit dem Leitindex DAX. Diese Fonds bilden den DAX im besten Fall exakt ab. Investieren Sie in diese Indexfonds, erfreuen Sie sich möglicherweise an Kursgewinnen. Zudem partizipieren Sie an den Dividenden der gelisteten Unternehmen. Bedenken Sie, dass zwischen den einzelnen DAX-ETFs Unterschiede bestehen. Diese betreffen vorrangig die Zusammensetzung, die Kosten sowie die Kursabbildung. Für eine ganzheitliche Anlagestrategie bewährt es sich, die DAX-ETFs dem breit gestreuten Aktienportfolio beizumischen. Als Basisinvestment eignen sich Fonds auf einzelne Länderindizes weniger. Um einen Exchange Traded Fund zu kaufen, brauchen Sie zuerst ein Wertpapierdepot. Dafür benötigen Sie den passenden Anbieter. Um diesen zu finden, vergleichen Sie beispielsweise die Konditionen verschiedener Online-Broker. Zudem wählen Sie einen Indexfonds, der sich gut in Ihre Anlagestrategie integriert.

Bei den thesaurierenden DAX-ETFs empfehlen Experten beispielsweise Xtrackers DAX UCITS ETF. Entscheiden Sie sich für ausschüttende Indexfonds, stellen ComStage DAX TR UCITS ETF oder Xtrackers DAX Income UCITS ETF 1D eine gute Wahl dar. Die Fonds eignen sich für einen langfristigen Kapitalaufbau. Der Grund: Diese sind günstig und transparent. Das erleichtert Anfängern den Einstieg in den ETF-Handel. Wünschen Sie sich einen flexiblen Umgang mit Ihren Erträgen, kaufen Sie beispielsweise ausschüttende ETFs. Vorwiegend die DAX-ETFs sind ideal für breit gestreute Anlageportfolios. Der deutsche Aktienindex fasst die 30 Firmen mit dem höchsten Börsenwert zusammen. Damit ist der DAX ein bekannter und relevanter Aktienindex in Deutschland. Indem Sie mit ETFs in den DAX investieren, profitieren Sie anteilig von den Gewinnen der Unternehmen. Diese erhalten Sie in Form von Dividenden. Legen Sie Ihr Kapital ausschließlich über ETFs in den DAX an, kann ein langfristiger Vermögensaufbau gelingen. Eine bessere Alternative besteht darin, die Anlage breit zu streuen. Beispielsweise investieren Sie in verschiedene Branchen, Währungen sowie andere Börsenwerte. Dadurch verringert sich das Risiko eines finanziellen Verlusts. Im Vergleich zu anderen Indizes weist der DAX in Bezug auf die Kursentwicklung starke Renditen auf. Entscheiden Sie sich für ein breites Aktienportfolio, erweisen sich DAX-ETFs als empfehlenswerte Investitionen. Bevor Sie einen Exchange Traded Fund auswählen, überlegen Sie, auf welchen ETF Sie setzen. Neben den Kosten unterscheiden sich die einzelnen Indexfonds in ihrer Replikationsmethode. Diese Unterschiede nehmen Einfluss auf den Erfolg Ihrer Anlage.

Ratgeberbilder Artikel Blockchain

Die Replikationsmethoden bei den DAX-ETFs

ETFs formen einen Index nach. Dafür gelangen zwei verschiedene Methoden zum Einsatz. Die Erste nennt sich direkte Replikation. Sie geht mit physisch replizierenden ETFs einher. Diese kaufen und verkaufen die Originalaktien, die dem DAX zugrunde liegen. Hierbei handelt es sich um eine Vollreplikation. Bei dieser erfolgt der Kauf aller Aktien – übereinstimmend mit ihrer Gewichtung – im Aktienindex. Das Gegenteil dieser Methode stellt eine indirekte Replikation dar. Diese funktioniert über synthetisch replizierende ETFs. Diese bilden den DAX nach, kaufen und verkaufen aber nicht die im Index enthaltenen Aktien. Entscheiden Sie sich für die direkte Replikationsmethode, besitzen Sie die Wertpapiere der 30 im DAX zusammengefassten Unternehmen in physischer Form. Alternativ handeln Sie lediglich die Aktien der Betriebe, welche die Indexentwicklung stark beeinflussen. In der Fachsprache nennt sich diese Maßnahme „Representing Sampling Strategie“. In dem Fall enthält der Exchange Traded Fund keine Indexmitglieder mit geringem Einfluss. Dadurch kommt es unter Umständen zu einer abweichenden Kursentwicklung der entsprechenden ETFs. Wählen Sie beispielsweise einen ETF DAX, der die Representing Sampling Strategie anwendet, fehlen beispielsweise die Aktien der Unternehmen Beiersdorf und RWE. Beide nehmen einen geringeren Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Leitindex als andere Großunternehmen. Zu diesen zählen unter anderen Bayer und die Allianz. Investieren Sie in einen ETF mit synthetischer Replikationsmethode, erhalten Sie nicht die Originalaktien der Unternehmen. Sie bilden die Entwicklung des Index über Swaps ab. Das erfolgt über den Tausch mit einem Swap-Konkurrenten. In diesem Fall entsteht ein Vertrag mit einem Finanzinstitut. Dieses liefert den Anlegern gegen eine Gebühr die Indexrendite.

Die physische Replikation ist transparent. Unerfahrene Anleger können das Investment problemlos nachvollziehen. Allerdings fallen höhere Kosten an als bei einem synthetischen ETF. Durch die aufwendige Nachbildung herrscht zudem die Gefahr, dass die ETFs mit Direktreplikation starke Abweichungen zum Zielindex aufweisen. Experten sprechen von einem verstärkten Tracking-Error. Bei synthetischen Indexfonds müssen Sie dieses Problem kaum befürchten. Die Fondsgesellschaften bilden den DAX präziser nach als die Mehrheit der physischen ETFs. Jedoch rechnen Anleger in dem Fall mit einem höheren Risiko eines finanziellen Verlusts. Verliert ein Swap-Kontrahent seine Zahlungsfähigkeit, verlieren Sie unter Umständen die gesamte Einlage. Obgleich die Wahrscheinlichkeit dieser Szenerie gering bleibt, lohnt es sich, dieses Wissen im Hinterkopf zu behalten.

Was gibt es beim DAX-ETF zu beachten?

Um die Kosten von ETFs zu vergleichen, eignet sich die TER. Die Abkürzung steht für Total Expense Ratio. Allerdings gibt diese nicht alle anfallenden Gebühren für die Indexfonds wieder. Vielmehr zeigt die TER die laufenden, jährlichen Kosten, die auf den Besitzer eines Exchange Traded Fund zukommen. Die umfassenden Gesamtkosten für einen DAX-ETF lesen Sie aus dem Total Cost of Ownership, kurz TCO, ab. Diese vermerkt bei der Kostenanzeige auch die:

  • Handelsgebühren,
  • Swap-Gebühr bei synthetisch nachgebildeten ETFs,
  • Spreads bei Transaktionen innerhalb der Fonds,
  • Steuern und
  • Erträge (beispielsweise aus der Wertpapierleihe).

Ferner berücksichtigen Sie bei der Investition in DAX-ETFs die indirekten Gebühren. Diese entstehen durch den TE, den Tracking Error. Dieser gibt Abweichungen des ETFs vom Index wieder. Geht der Indexfonds mit einem niedrigen TE einher, entwickelt er sich ähnlich wie der zugrunde liegende Index. Weist der Tracking Error auf abweichende Werte hin, gibt er nicht an, ob diese positiv oder negativ ausfallen. Um Aufschluss darüber zu bekommen, werfen Anleger einen Blick auf die TD. Dabei handelt es sich um die Tracking-Differenz. Diese zeigt Unterschiede zwischen der Rendite der DAX-ETFs sowie der Rendite des DAX. Bedenken Sie, dass Indexfonds mit einer niedrigen TER selten zu den günstigen ETFs zählen.

Bei den DAX-ETFs wählen Sie zudem zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds. Investieren Sie in einen Indexfonds, entscheiden Sie im Vorfeld, was mit Ihren Erträgen geschieht. Dabei stehen zwei Alternativen zur Auswahl: Der ETF schüttet die Dividenden aus oder legt sie erneut an. Interessieren Sie sich für eine Gutschrift der Dividenden eines DAX-Unternehmens auf Ihrem Konto, benötigen Sie einen ausschüttenden ETF. Diesen Betrag legen Sie selbstständig in einen weiteren ETF an oder nutzen ihn für persönliche Ausgaben. Alternativ entscheiden Sie sich für Indexfonds, die alle Dividenden direkt wieder anlegen. In der Fachsprache nennen diese sich thesaurierende ETFs. Diese können Ihnen einen finanziellen Vorteil einbringen. Die Anleger profitieren von einem Zinseszinseffekt. Der Wert der ETFs steigt durch die Kursgewinne sowie durch die bisher erzielten Erträge.

Welche Unternehmen fasst der deutsche Leitindex zusammen?

Investieren Sie mit ETFs in den DAX, empfiehlt es sich, folgende Fakten zu kennen:

  • 2018 umfassten die sechs größten DAX-ETFs ein Anlegergeld von 16 Milliarden Euro.
  • Die Verlustrisiken verteilen sich beim deutschen Leitindex auf wenige Unternehmen.
  • Kursausschläge fallen unter Umständen größer aus als bei internationalen Aktien-ETFs.

Legen Sie Ihr Kapital in einen oder mehrere DAX-ETFs an, informieren Sie sich im Vorfeld, welche Unternehmen der Fonds zusammenfasst. Die insgesamt 30 Firmen stammen aus wenigen Branchen. Beispielsweise entfällt ein Fünftel der Unternehmen auf die Autobranche. Die an der Börse einflussreichen Firmen sind BMW, VW, Daimler und der Zulieferer Continental. Knapp 14 Prozent der Betriebe entstammen der Chemie- und Pharmaindustrie. Bekannte Vertreter stellen beispielsweise Bayer und BASF dar. Einen starken Einfluss nehmen zudem Banken und Versicherungen auf den DAX. Im Grunde bestimmen diese drei Hauptbranchen über die Hälfte des DAX-Werts. Gemäß der Gewichtung stellen folgende sechs Unternehmen die einflussreichsten Größen innerhalb des deutschen Leitindex dar (Stand 2018):

  • das Standardsoftware-Unternehmen SAP mit einer Indexgewichtung von 8,94 Prozent,
  • Siemens mit 7,11 Prozent,
  • Allianz mit 6,91 Prozent,
  • Volkswagen mit 6,76 Prozent,
  • Bayer mit 6,70 Prozent und
  • BASF mit 6,27 Prozent.

Die Gewichtung der einzelnen Aktien unterliegt dem Orderbuchumsatz. Ebenso orientiert sie sich an der Free-Float-Marktkapitalisierung, dem Streubesitz. Die Anzahl der im Streubesitz befindlichen Aktien multiplizieren Sie mit dem Aktienkurs, um den Börsenwert zu erhalten. Je höher dieser ausfällt, desto mehr Einfluss nimmt das entsprechende Unternehmen im Index. Ein einzelner Wert erreicht eine maximale Gewichtung von zehn Prozent. Zwischen 09:00 Uhr morgens und 17:30 Uhr erfolgt eine sekündliche Ermittlung des DAX-Werts auf XETRA. Nach der Schlussauktion kommt es bis 20:00 Uhr zur Berechnung des Late-Index. Dieser Kurs erhält in der Frankfurter Wertpapierbörse Relevanz.

DAX-ETFs bilden eine gute Ergänzung zu Ihrer Anlagestrategie

Entscheiden Sie sich, einen ETF DAX zu kaufen, eröffnen Sie zuerst ein Wertpapierdepot. Als vorteilhaft gelten Anbieter, die keine Kontoführungsgebühren verlangen. Anschließend wählen Sie einen Indexfonds, der zu Ihrer Anlagestrategie passt. Planen Sie bereits vor der Erstinvestition, ob es sich dabei um physische oder synthetische ETFs handelt. Ebenso überlegen Sie, ob sich ein thesaurierender oder ausschüttender Fonds für Ihre Bedürfnisse eignet. Um mit einem Sparplan langfristig Kapital aufzubauen, bietet sich ein thesaurierender DAX-ETF an. Die ausschüttenden ETFs eignen sich, wenn Sie einmalig einen größeren Betrag anlegen. Ebenso profitieren Anleger von dieser Variante, wenn sie die Erträge flexibel nutzen möchten. Bei einer langfristigen Anlage entscheiden Sie sich bestenfalls für einen günstigen Exchange Traded Fund. Bei diesem achten Sie auf die jährliche Gebühr, welche die TER angibt. Als alleinige Investition eignen sich ETFs auf den deutschen Leitindex weniger. Der Grund: Die Unternehmen, die der DAX zusammenfasst, stammen aus wenigen Branchen. Kommt es bei diesen zu Schwierigkeiten – beispielsweise einer Krise –, wirkt sich der Wertverlust stark auf den DAX-Kurs aus.