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MSCI World ETFs – hohe Rendite und geringes Risiko mit dem Weltaktienindex MSCI World

Christian Habeck trader
Updated 9 Jun 2020

Der MSCI World ist im ETF-Handel sehr beliebt. Derzeit sind an der Frankfurter Börse 17 ETFs auf den MSCI World gelistet. Diese stehen für die Aussicht auf hohe Renditen bei einem vergleichsweise geringem Risiko. Ein besonderer Vorteil ist die breite Zusammensetzung des MSCI World auf Aktien aus zahlreichen Ländern.


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MSCI WORLD ETFS

1.600 Aktien aus aller Welt

Im MSCI World, der oft auch einfach Weltaktienindex genannt wird, sind 1.600 Unternehmensaktien aus 23 Industriestaaten repräsentiert. Hinter dem Index steht der Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International mit Sitz in New York. Allerdings ist die Auswahl sehr US-lastig, da über 60 Prozent der Unternehmen im MSCI World aus den USA stammen. Auch aus Japan und Großbritannien ist eine große Anzahl an Aktien im Index vertreten. Einige Aktien stammen auch aus Deutschland oder Frankreich. Kleinere Länder wie Singapur oder Belgien sind ebenfalls mit Aktienwerten vertreten. Mit dieser breiten Auswahl ist der MSCI World der am breitesten gestreuten Aktienindex der Welt.

Die am stärksten vertretenen Branche ist die Informationstechnologie mit fast 20 Prozent aller Aktien. Danach folgen Aktienwerte aus dem Gesundheitsweisen und dem Bereich der Finanzdienstleistungen. Insgesamt repräsentiert der MSCI World über 85 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung in Industrieländern. Viele ETFs bilden die Zusammensetzung des Index nach. Der MSCI arbeitet mit einer Wertentwicklung inklusive Dividenden nach Abzug der Quellensteuer.

MSCI World ETFs

Berechnung in drei Varianten

Der MSCI World wird als

  • Kursindex
  • Bruttoindex und
  • Nettoindex

berechnet. Der Kursindex ist die Grundvariante und gibt nur die Kursgewinne der Aktien an. Der Bruttoindex ist eine Variante, bei der Dividenden wieder in den Index zurückfließen, ähnliche wie bei einem thesaurierenden Fonds. Dieser Index entwickelt sich in der Regel besser als der Kursindex. Auch beim Nettoindex werden Dividenden reinvestiert. Hier werden jedoch Quellensteuern herausgerechnet. Der Nettoindex ist für Anleger aus Deutschland die wichtigste Kursvariante, da diese von allen hier angebotenen ETFs genutzt wird.

MSCI wählt alle im Index vertretenen Aktien nach strengen Kriterien aus und überprüft jedes Quartal die Zusammensetzung des Indexes. Neben der Marktkapitalisierung achtet das Unternehmen vor allem auf das Handelsvolumen und die Liquidität der Aktie. Erfüllt eine Aktie die Vorgaben nicht mehr, wird sie aus dem Index herausgenommen. Im MSCI World finden sich viele bekannte Unternehmen wie

  • Microsoft
  • Apple
  • Amazon oder
  • Facebook

Die Aktie mit dem höchsten Börsenwert ist derzeit Microsoft. Das größte deutsche Unternehmen im MSCI World ist SAP. Auch Siemens und die Allianz sind Teil der Weltaktienindexes. Die deutschen Unternehmen sind jedoch mit unter 0,3 Prozent im Index gewichtet.

MSCI World kann Schwankungen gut abfedern

Aufgrund seiner breiten Streuung kann der Index Schwankungen am Aktienmarkt besser ausgleichen, als andere Indizes. Zum Vergleich: Im DAX sind lediglich 30 Aktien vertreten, im FTSE 100 Titel. Außerdem ist die Auswahl der vertretenen Branchen weitaus größer. Allerdings kann es zulasten der Performance gehen, dass auch Titel aus wirtschaftlich schwächeren Staaten vertreten sind. Allerdings ist es ein großer Vorteil, so viele Aktien auf einen Schlag über nur einen ETF handeln zu können. Alle Aktien einzeln zu kaufen, ist fast unmöglich.

Viele MSCI World ETFs stammen von bekannten Emittenten wie iShares oder Xtrackers. Die Gesamtkostenquote liegt bei ETFs auf den MSCI World bei 0,12 bis 0,50 Prozent im Jahr. Damit sind ETFs in diesem Fall deutlich günstiger als andere Fonds. Anleger nutzen ETFs auf den MSCI World oftmals als Basisinvestment. Langfristige Anlagen können durchaus jährliche Renditen von mehr als zehn Prozent erzielen. Historische Daten sind jedoch immer nur eine grobe Einschätzung und kein Indiz dafür, dass sich ein Index auch in Zukunft ebenso entwickeln wird.

ETFs performen zum Teil besser als der Index selbst

Einige der größten ETFs auf den Weltaktienindex konnten zwischen 2015 und 2019 sogar besser performen als der Index selbst. Anleger sollten bei der Auswahl des besten ETFs auf den MSCI World nicht nur die Gesamtkostenquote TER beachten. Dies hat den Hintergrund, dass es durchaus möglich ist, dass ein eher teurer MSCI World ETF in der Wertentwicklung deutlich besser abschneiden kann, als ein günstiger. Die Gesamtkosten fallen in diesem Fall weniger stark ins Gewicht.

Ein Grund ist, dass unter anderem die Replikationsmethode großen Einfluss auf die Rendite haben kann. Einige Anbieter verleihen Wertpapiere, andere kaufen nur einen Teil der Aktien im Index auch tatsächlich genau nach. Bei synthetischen ETFs liegt ein sogenanntes Swap-Geschäft, eine Art Tauschgeschäft mit einer Bank, zugrunde. Oftmals entwickeln sich thesaurierende ETFs, die Dividenden gleich wieder anlegen, auf lange Sicht besser als ETFs, die Dividenden ausschütten. Anleger können bei ETFs auf den MSCI World grundsätzlich nicht nur von Kursgewinnen profitieren, sondern auch von Dividenden.

MSCI World ETFs kaufen

MSCI World ETFs als Teil einer konservativen Anlagestrategie

Anleger, die eher auf Sicherheit setzen, könnten mit einem physischen ETF, der alle Aktien im Index nachkauft und Dividenden wieder anlegt, besser beraten sein. Die Dividenden werden hier letztendlich mit verzinst. Wer jedoch auf regelmäßige Auszahlungen hofft, ist mit einem ETF, der Dividenden einmal im Jahr ausschüttet, besser beraten. Die Dividende kann dann beispielsweise für die Zahlung der Abgeltungssteuer verwendet werden. Thesaurierende Fonds werden seit 2018 mit einer jährlichen Pauschale versteuert. Damals wurden die steuerlichen Regelungen für Fonds angeglichen und vereinfacht.

Wichtig sind zudem die Orderkosten. Darüber hinaus entfällt bei Onlinebrokern im Gegensatz zu vielen Banken Kosten für die Depotführung. Neben der Gesamtkostenquote und den steuerlichen Voraussetzungen blicken viele Anleger bei der Wahl eines ETFs zudem darauf, ob der ETF in Dollar oder Euro notiert ist.

Steuer- und Währungsrisiken geringer

Bis vor einigen Jahren vermieden Anleger physische ETFs, die Dividenden wieder anlegen. Insbesondere wenn dieses im Ausland aufgelegt werden, mussten sich Anleger bis 2017 selbst um die Versteuerung von Erträgen kümmern. 2018 wurde das Investmentsteuergesetz reformiert. Seitdem werden alle ETFs gleich versteuert. Bei allen ETFs wird die pauschale Wertsteigerung berechnet, auf die Anleger dann Abgeltungssteuer zahlen müssen. Diese wird direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt.

Darüber hinaus scheuen Anleger Währungsrisiken, wenn der ETF in Dollar notiert ist. Es ändert jedoch nichts am Wert der Aktien im ETF, in welcher Währung der ETF notiert ist. Wechselkurseffekte fallen in der Regel insbesondere bei langfristigen Anlagen wenig dramatisch aus. Auch ETFs auf den Weltaktienindex, die erst später in Euro umgerechneter wurden, konnten seit 1975 ihren Wert um durchschnittlich etwa neun Prozent steigern.

FTSE World-All Index als Alternative

Eine Alternative zum MSCI World ist der FTSE All-World Index. Auch hier sind zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Ländern vertreten, die eine mittlere oder hohe Marktkapitalisierung aufweisen. In diesem Index sind neben den führenden Industriestaaten auch Schwellenländer vertreten.

Darüber hinaus definiert der MSCI World einige Staaten wie Südkorea als Schwellenland, während diese im FTSE All-World Index als Industrieland gelten. Die Unterscheidung zwischen Large-Cap-Aktien, Middle-Cap-Aktien und Small-Cap-Aktien ist ebenfalls anders. Im FTSE sind 90 Prozent der Marktkapitalisierung eines Landes vertreten. Damit sind letztendlich im FTSE sehr unterschiedliche Aktien enthalten.

Dieses Beispiel zeigt, dass auch Anleger, die in einen weltweiten Index investieren wollen, prüfen sollten, ob der MSCI World für ihre Ansprüche in der Tat der passende Index ist. Zudem gibt es je nach ETF große Unterschiede, die sich auch auf die Rendite auswirken und damit die Anlageziele beeinflussen können.

Wahl des passenden ETFs

Bei der Wahl des passenden ETFs gilt die erste Frage der Replikationsmethode. Einige Anbieter setzen trotz der großen Anzahl an Aktien auf eine Vollreplikation und kaufen in der Tat alle Aktie im Index nach. Die zweite Frage gilt dem Umgang mit Dividenden. Schüttet der ETF Dividenden aus, können diese Erträge beispielsweise zum Zahlen der Abgeltungssteuer oder für andere Investitionen eingesetzt werden.

Wichtig sind auch die Anlagekosten. Aus diesem Grund sollte ein Anbieter mit niedrigen Orderkosten und kostenlosem Depot gewählt werden. Die Total Expense Ration (TER) gibt dabei nicht alle Kosten an, sondern nur die laufenden Kosten pro Jahr. Die Gesamtkosten lassen sich aber über die Total Cost of Ownership (TCO) nachvollziehen. Hier werden auch Spreads oder anderen Handelskosten eingerechnet. Beide Werte helfen dabei, die Kosten für einen ETF zu vergleichen.

Welchen MSCI World ETF kaufen?

MSCI World ETFs auch für Anfänger geeignet

Der Erfolg eines ETFs ist eng mit der Höhe der Kosten verbunden. Daher sollten sich Anleger vor dem Kauf eines MSCI World ETFs gut über den ETF selbst und die anfallenden Kosten informieren. Generell gelten ETFs auf den MSCI World aber auch für Einsteiger als empfehlenswert. Umfangreiches Vorwissen ist eben sowenig notwendig wie das regelmäßige Informieren über die Märkte. Oft reicht es sogar aus, nur gelegentlich einen Blick ins eigene Portfolio zu werfen. Darüber hinaus ist es nicht notwendig, den besten Einstiegszeitpunkt zu ermitteln. Bei langfristigen Anlagen gleichen sich Kursverluste über die Jahre hinweg wieder aus. ETFs auf den MSCI World sind darüber hinaus bei zahlreichen Anlagestrategien als Basisinvestment sinnvoll.

Fazit: MSCI World ETFs ideales Basisinvestment

ETFs auf den MSCI World sind bei vielen Anlegern beliebt. Aufgrund der großen Anzahl an Unternehmen der unterschiedlichsten Länder und Branchen im Index ist der MSCI World weniger schwankungsanfällig als andere Indizes. Darüber hinaus können viele MSCI World Indizes gute Renditechancen aufweisen und eignen sich insbesondere für langfristige Investments. Oftmals bilden MSCI World ETFs den Kern eines Portfolios und sind auch für Anfänger zu empfehlen.

Christian (Habeck) hat mehr als 20 Jahre Erfahrung auf den Finanzmärkten und handelt nach wie vor aktiv an der Börse. Seine Leidenschaft hat er vor neun Jahren zum Nebenberuf gemacht.