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ING Gebühren im Überblick – mit welchen Kosten sollten Sie rechnen?

Updated 8 Mrz 2021
ING-DiBa Erfahrungen

Bei der ING handelt es sich um die größte Direktbank Deutschlands (mit mittlerweile über acht Millionen Kunden). Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Kunden die Bank auch als ihren Broker nutzen, um Aktien und weitere Wertpapiere zu handeln. Daher erscheint es sinnvoll, sich die Kosten und Gebühren des Anbieters genauer anzuschauen. Zu klären ist aber auch, ob sich der Anbieter als Broker für Trader eignet. Dazu wäre es erforderlich, dass ING die entsprechenden Finanzprodukte wie CFDs und Futures anbietet. Bereits an dieser Stelle sei in diesem Zusammenhang auf unseren Forex Broker Vergleich verwiesen.

  • Größte Direktbank Deutschlands
  • Zahlreiche Produkte handelbar
  • Gratis Depotführung
  • Handel bereits mit geringen Beträgen möglich

Welche Produkte können mit dem ING Depot gehandelt werden?

Zunächst erscheint es sinnvoll, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Produkte bei ING überhaupt gehandelt werden können. Zu den angebotenen Produkten zählen Aktien, Anleihen, ETCs, ETFs, Fonds, Optionsscheine und Zertifikate. Interessant ist dabei vor allem, welche Finanzprodukte nicht handelbar sind: CFDs, Futures, Währungen und Optionen. Anbieter, bei welchen man auch diese Produkte handeln kann, finden sich in unserem Broker Vergleich.

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Eignet sich ING für Trader?

Damit stellt sich die Frage, ob sich ING für Trader eignet. Dazu muss zunächst geklärt werden, was man überhaupt unter einem Trader versteht. Danach gilt es die Frage zu beantworten, welche Finanzprodukte für einen Trader geeignet sind.

Was versteht man unter einem Trader?

Wie gesagt, ist zunächst zu klären, was man genau unter einem Trader versteht. Von einem Trader spricht man, wenn man kurz- bis mittelfristig handelt. Im Gegensatz dazu handelt es sich um einen Investor, wenn Positionen wie Aktien über einen längeren Zeitraum gehandelt werden. Je kurzfristiger der Handel ausgelegt ist, desto mehr Zeit muss man vor den Bildschirmen verbringen. Investieren kann man daher auch, wenn man weniger Zeit hat und zum Beispiel Vollzeit einem anderen Beruf nachgeht. Beim kurzfristigen Handel sind fundamentale Daten wie zum Beispiel der aktuelle Konjunkturausblick oder Kennzeilen eines Unternehmens (Umsatz, Gewinn etc.) weniger wichtig. Der technischen Analyse kommt aber dafür eine viel größere Rolle zu.

Welche Finanzprodukte sind für einen Trader interessant?

Damit kommt man zur nächsten zu beantwortenden Frage: Welche Produkte eignen sich zum Handeln für Trader? Ein Teil der Antwort ergibt sich schon aus dem letzten Absatz: Ein Trader handelt vor allem kurzfristig. Die zu handelnden Produkte sollten daher für den kurzfristigen Handel geeignet sein. Dazu ist zum einen erforderlich, dass die Käufe und Verkäufe schnell abgewickelt werden können. Oft werden Positionen nur ein paar Minuten oder sogar nur ein paar Sekunden gehalten. Dies führt auch dazu, dass relativ viele Trades eingegangen werden. Dies hängt jedoch von der Strategie des Traders ab und kann individuell sehr verschieden sein. Generell ist es aber wichtig, dass die Orderkosten möglichst gering sind. Andernfalls werden die Gewinne schnell von den sich summierenden Ordergebühren aufgezehrt. In den letzten Jahren haben sich daher vor allem CFDs bei privaten Tradern durchgesetzt, wenn es darum geht, kurz- und mittelfristig zu traden. Diese können innerhalb von Sekunden gekauft und verkauft werden. Zudem gibt es viele Anbieter, die günstige Konditionen für den CFD Handel anbieten (siehe unseren Vergleich: der beste CFD Broker). Aufgrund der vielen Vorteile von CFDs ist es daher sehr schade, dass die ING diese Finanzinstrumente nicht zur Verfügung stellt.

Damit ist auch klar, dass sich ING nicht als Broker für Trader eignet. Jedoch kann und sollte man auch als Trader nicht nur kurz- und mittelfristig handeln. Um sein Risiko zu streuen bietet es sich an, auch längerfristige Investments zu halten. Daher kann ING genutzt werden, um Aktien zu handeln und seinen Handelsstil damit zu diversifizieren.

ING Gebühren – Keine Kosten für die Depotführung

Im Folgenden ist zu klären, welche Gebühren ING für das Depot erhebt. Einerseits könnte man erwarten, dass ING als Direktbank generell günstige Konditionen anbietet. Andererseits ist die Bank gerade durch ihre vielfältigen Werbemaßnahmen (TV Werbung etc.) bekannt, welche Kosten verursachen. Diese Ausgaben müssen wieder erwirtschaftet werden – unter anderem durch Kosten und Gebühren, welche von den Kunden zu leisten sind. Viele Banken erheben nach wie vor Gebühren für die Bereitstellung eines Depots. Oft können sich diese Gebühren dabei sogar auf mehrere hundert Euro pro Jahr belaufen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass in diesem Fall oftmals der Gewinn des Depots in Form von Dividenden und Kurssteigerungen alleine durch die Gebühren für die Depotführung „aufgefressen“ werden. Es ist daher sehr erfreulich, dass nach unseren ING  Erfahrungen keine Gebühren für die Depotführung erhoben werden. Hier schlägt anscheinend der Gedanke der Direktbank durch: Bestimmte Gebühren von herkömmlichen Banken sollen vermieden werden. Gleichwohl hat dies nicht zur Folge, dass zum Beispiel beim Service eingespart wird. So steht dem Kunden jederzeit die Möglichkeit offen, sich zum Beispiel per Telefon an einen Berater zu wenden.

ING Gebühren für Orders

Entscheidend ist daher die Frage, wie hoch die Gebühren für die einzelnen Orders bei ING sind. Es erscheint dabei sinnvoll, sich die unterschiedlichen Ordertypen getrennt voneinander anzuschauen.

Gebühren für das Ordern von Wertpapieren

Beginnen werden wir mit den Gebühren für Wertpapierorders. Zur besseren Übersicht erfolgt zunächst eine tabellarische Darstellung.

Provision: 0,25 % vom Kurswert

(Ab dem 18.05.2018 Grundgebühr 4,90 Euro + 0,25 % vom Kurswert)

  Minimum (Order von Bezugsrechten

oder Verkauf mangels Weisung)

4,90 Euro
  Minimum 9,90 Euro

(Entfällt ab dem 18.05.2018)

  Maximum 59,90 Euro

(Ab dem 18.05.2018 69,90 Euro)

Handelsplatzgebühr:
  Direkthandel, Euwax, Frankfurt Zertifikate kostenlos
  Xetra 1,75 Euro
  Inländische Parkettbörsen
  Frankfurt, München 2,50 Euro
  Berlin, Düsseldorf, Hamburg / Hannover, Stuttgart 5 Euro
  Ausländische Handelsplätze 12,50 Euro
Servicegebühr (nur für Orders über Kundenbetreuer): 9,90 €

(Ab dem 18.05.2018 14,90 €)

Vormerkung / Änderung / Streichung eines Limits: kostenlos
 
Bezug junger Aktien: normale Orderprovision
 
Zuteilung von Aktienemissionen: normale Orderprovision
 
Zuteilung von Anleihe- und Zertifikate Emissionen: keine Orderprovision
 
Umrechnung von Fremdwährungs­umsätzen (Auf- bzw. Abschlag): 0,25% auf Devisenmittelkurs

Zunächst ist interessant, dass ING sein Provisionsmodell geändert hat: So wurden in der Vergangenheit 0,25 % des Kurswerts in Rechnung gestellt. Nunmehr wird neben den 0,25 % eine zusätzliche Pauschale in Höhe von 4,90 Euro erhoben. Im Gegenzug entfällt neuerdings die Mindestprovision in Höhe von 9,90 Euro. Dafür erhöht sich aber die maximal mögliche Provision um 10 Euro von 59,90 Euro auf 69,90 Euro. Insgesamt hat der Anbieter daher die Gebühren erhöht. Zu beachten ist, dass neben der Provision auch noch eine Gebühr des Handelsplatzes erhoben werden kann. Je nach Handelsplatz fallen diese Gebühren aber unterschiedlich hoch aus. Keine Gebühren entstehen, wenn man einen der diversen Partner von ING für den Handel verwendet. Die zweitgünstigste Möglichkeit ist die Verwendung des elektronischen Xetra Handels. Normalerweise besteht heutzutage keine Notwendigkeit mehr, an einer Parkettbörse wie zum Beispiel der Frankfurter oder Münchener Börse zu handeln. In diesem Fall würde eine Gebühr von 2,50 Euro erhoben. Teurer wird es, wie bei den allermeisten Anbietern, wenn im Ausland Wertpapiere erworben werden. In diesem Fall beträgt die Gebühr 12,50 Euro. Auffällig ist, dass ING die Servicegebühr für Orders über den Kundenbetreuer von 9,90 Euro auf 14,90 Euro erhöht hat. Man möchte den Kunden anscheinend dazu bewegen, die Kundenbetreuer weniger in Anspruch zu nehmen, um dadurch Kosten einzusparen. Falls diese Kosteneinsparungen dann auch an den Kunden weitergegeben werden, ist gegen diese Vorgehensweise auch nichts einzuwenden. Allerdings ist zu befürchten, dass zumindest ein Teil dieser Kosteneinsparungen für weitere aufwendige Marketingmaßnahmen verwendet werden wird.

Im Vergleich zu herkömmlichen Banken und Sparkassen sind die Gebühren für den Wertpapierhandel bei ING als relativ niedrig anzusehen. Besser Konditionen erhält man bei einigen Online Brokern. Bei diesen wird aber oftmals am Service gespart. ING kann daher einen guten Kompromiss darstellen und ist daher als Broker für den Wertpapierhandel durchaus empfehlenswert.

Gebühren für Sparpläne

Eine Besonderheit von ING stellen die sogenannten Sparpläne dar. Diese können Aktien, ETFs und auch Zertifikate beinhalten. Als Gebühr für den Kauf wird hier eine Provision von 1,75 % des Kurswerts berechnet. Wenn man Wertpapiere des Sparplans verkauft, so fallen dabei die bereits genannten üblichen Ordergebühren an. Anders als viele Mitbewerber erlaubt es ING, den Sparplan auf bestimmte Aktien (aus dem Dax sowie große internationale Unternehmen wie Google) festzulegen. Man kann daher selbst bestimmen, wie das Depot mithilfe des Sparplans gefüllt werden soll. Wem dies zu aufwendig ist, der kann einfach in einen Fonds investieren. Dieser wird dann automatisch für den Anleger verwaltet und man braucht sich um nichts zu kümmern. Wer allerdings selbst tradet, wird auch bei längerfristigen Anlagen gerne darüber mitentscheiden, in welche Unternehmen investiert wird. Zudem bietet ING auch an, im Rahmen eines Sparplans in Zertifikate zu investieren. Diese Form des Investments ist allerdings stärker risikobehaftet. Daher sollten sich nur erfahrene Anleger für diese Art der Geldanlage entscheiden. Insgesamt ist es erfreulich, dass ING Sparpläne anbietet. Auf diese Weise kann man kontinuierlich und unkompliziert sein Vermögen aufbauen. Die Kosten dafür sind als moderat anzusehen.

Weitere ING Gebühren

Wie bereits angesprochen, fallen für die Depotführung bei ING erfreulicherweise keine Gebühren an. Ebenso entstehen, anderes als bei vielen anderen Anbietern, keine Kosten für den Depotübertrag. Auch die Auflösung des Depots verursacht dabei keine Kosten. Hinzuweisen ist noch auf eine Servicegebühr, welche fällig wird, wenn Weisungen für Hauptversammlungen gegeben werden. Allerdings betrifft dies wiederum nur die Inanspruchnahme eines Kundenbetreuers (14,90 Euro). Diese Art von Gebühren sind aber auch bei anderen Anbietern üblich, so dass ING hier keine Ausnahme darstellt.

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ING als sehr transparenter Anbieter

Nach unseren ING Erfahrungen ist der Anbieter sehr darum bemüht, sich möglichst transparent zu zeigen. So ist alleine schon die Homepage sehr übersichtlich gestaltet. Man findet alle benötigten Informationen schnell und gut aufbereitet. Dies gilt vor allem auch für die Kosten und Gebühren. Manch anderer Anbieter versteckt diese Informationen gerne oder gestaltet sie möglichst unübersichtlich. Daher könnten sich andere Unternehmen in diesem Punkt sehr gerne ein Beispiel an ING nehmen. Auch die Kundenbetreuung ist sehr gut. So sind die Mitarbeiter stets darum bemüht, dem Kunden bei dessen Anliegen behilflich zu sein. Der Service ist dabei kompetent und freundlich.

Kein Demokonto

Negativ ist uns in unserem Test aufgefallen, dass ING leider kein Demokonto anbietet. Dies ist sehr schade, denn auf diese Weise kann man sich über mehrere Wochen hinweg mit dem Anbieter vertraut machen. Vor allem kann man dabei feststellen, ob man mit der angebotenen Software zurechtkommt und ob man auch ansonsten mit den Leistungen des Anbieters zufrieden ist. Es wäre daher wünschenswert, wenn auch ING, so wie viele seiner Mitbewerber, in Zukunft seinen Kunden ein kostenloses Demokonto oder ING Musterdepot zur Verfügung stellen würde.

ING Gebühren sind marktüblich

Trader handeln vor allem kurz- und mittelfristig, Investoren hingegen langfristig orientiert. Sie kaufen oftmals Aktien, um diese dann über Jahre hinweg in ihrem Depot zu belassen. Es ist einleuchtend, dass für diesen Handelsstil vor allem fundamentale Daten wie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung eine Rolle spielen. Demgegenüber benutzt ein Trader vor allem die technische Analyse, um seine Entscheidungen zu treffen, ob er eine Position eröffnet oder schließt. Ein Trader muss sehr kurzfristig handeln, also Positionen innerhalb von wenigen Minuten oder Sekunden eingehen und wieder schließen. Für diese Art des Handels bieten sich daher vor allem CFDs und Futures an. Denn bei diesen sind auch die Ordergebühren in der Regel gering. Das stellt sicher, dass die Gewinne nicht durch die sich summierenden Gebühren „aufgefressen“ werden. Es ist daher sehr schade, dass ING diese Finanzprodukte nicht anbietet. Denn dadurch scheidet der Anbieter als Broker für einen Trader aus. Allerdings ist zu beachten, dass auch ein Trader sein Portfolio diversifizieren sollte: Neben dem Trading sollte er daher auch längerfristige Investments tätigen, um sein Risiko zu streuen. Für den Aktien- und Fondshandel kann man daher ING sehr gut verwenden. Dies gilt umso mehr, da die Gebühren und Kosten marktüblich sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Banken und Sparkassen sind sie sogar als niedrig anzusehen. Hier macht sich bezahlt, dass es sich bei ING  um eine Direktbank handelt. Nicht zu kurz kommt dabei aber erfreulicherweise der Service: So kann man sich bei eventuellen Problemen jederzeit an seinen Kundenbetreuer wenden. Auch zeigt sich ING überaus transparent. Insgesamt ist der Anbieter daher empfehlenswert.