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Volumen Indikator in der Chartanalyse

Updated 24 Mrz 2020

Wie bereits zuvor erläutert, ist das Volumen für Trader eine wichtige Größe. Indikatoren, die Aufschluss darüber geben, wie hoch die Stückzahl der innerhalb bestimmter Zeitspannen gehandelter Werte ist, lassen erkennen, wie stabil oder „gesund“ ein Trend ist. In dieser Hinsicht ähnelt das Volumen dem Momentum. Daher nutzen Trader gern die Volumenanalyse, um Trends zu überprüfen und Hinweise auf einen fortlaufenden Trend oder eine Trendumkehr zu erhalten. Neben dem On Balance Volume können weitere Indikatoren zu diesem Zweck genutzt werden.

  • Ein Volumen Indikator erlaubt die Validierung von Trends anhand der gehandelten Stückzahlen
  • Die Volumenanalyse gibt Hinweise auf mögliche Trendumkehr
  • Wichtig sind vor allem sogenannte Divergenzen
  • Verschiedene Indikatoren können für die Analyse genutzt werden

Volumen Indikatoren: Resultate, die vom Preis unabhängig sind

Warum legen Trader so viel Wert auf die Anwendung eines Volumen Indikators? Die Antwort ergibt sich bei näherer Betrachtung. Die meisten Indikatoren, die bei der Technischen Analyse genutzt werden, hängen von der Entwicklung der Kurse ab. In ihre Berechnung fließen Eröffnungs- und Schlusskurse, Höchst- und Tiefstpreise ein. Das Volumen, also die gehandelte Stückzahl, ist jedoch eine unabhängige Größe. Es ist ein ausgewogener Wert, denn die Zahlen für Verkäufe und Käufe sind in jedem Fall identisch: Für jeden Verkäufer, der sich von einem Wertpapier trennt, gibt es einen Käufer, der es annimmt. Die durch Angebot und Nachfrage zustande kommenden Preise sind jedoch abhängig von der Stimmung an den Märkten.

Das reine Volumen wird von der Marktstimmung aber nicht in demselben Maß beeinflusst wie der Preis. Anwender nutzen die Aussagen über das Volumen als „unabhängige zweite Meinung“, wenn es darum geht, die Entwicklung von Trends zu überprüfen und zu bestätigen. Bei der Darstellung im Chartfenster lässt sich das Volumen zusammen mit der Kursentwicklung als fortlaufender Graph anzeigen, so dass die Beziehung zwischen beiden Werten offensichtlich ist.

Volumen Indikatoren berechnen

Volumenentwicklung durch Indikatoren bestimmen

Bei validen Trends beobachten Anwender eine parallele Entwicklung von Volumen und Trendrichtung.

  • Aufwärts verlaufender Trend + steigendes Volumen = stabiler Trend
  • Aufwärts verlaufender Trend + abnehmendes Volumen = Trendumkehr
  • Abwärts verlaufender Trend + steigendes Volumen = schwacher Trend
  • Abwärts verlaufender Trend + abnehmendes Volumen = Trendumkehr

Sinkt das Volumen bei steigenden Kursen, ist dies also eine anormale Situation, ebenso wie ein Anstieg des Handelsvolumen bei fallenden Preisen. Streben Kurs und Volumen auseinander, sprechen Trader von einer Divergenz, die nicht selten eine Trendumkehr ankündigt. Die frühzeitige Erkennung dieser Divergenzen ist das Hauptziel beim Einsatz von Volumen-Indikatoren.

Aber das Volumen ist nicht immer ein Trendbegleiter – es kann den Preis auch regelrecht mitziehen. Im Chart stellt sich in diesem Falle zunächst ein neuer Höchststand beim Volumen ein, dem eine Höchststand des Preises folgt: dies ist eine sogenannte Rally. Auch hier lassen sich abschwächende Trends erkennen, wenn der Kurs weiter steigt, das Volumen nach der Rally aber wieder zurückgeht. Auch der umgekehrte Fall ist denkbar, in Form zunehmender Volumina nach drastischem Preisverfall eines Marktes. Wenn Anleger ihre Positionen unbedingt abstoßen wollen, kommt ein sogenannter Verkaufshöhepunkt zustande. Wendet sich das Blatt, greifen andere Trader die nun günstigen Positionen enthusiastisch auf und sowohl Kurs als auch Volumen ziehen entsprechend an. Das Volumen ist also ein aufschlussreicher Indikator, der vor allem wegen seiner Aussagekraft bezüglich einer möglichen Trendumkehr gern angewendet wird. Aber welche Volumen-Indikatoren gibt es?

Welchen Volumen Indikator für die Technische Analyse nutzen?

Auch bei der Volumenanalyse haben Nutzer im Chart die Wahl zwischen verschiedenen Indikatoren, die entsprechend den eigenen Handelsstrategien und möglicherweise in Kombination mit ergänzenden Indikatoren gewählt werden können. Hierzu gehören neben dem bekannten OBV-Wert eine Handvoll weiterer Indikatoren.

On Balance Volume Indikator

Der Wert des OBV lässt sich unkompliziert berechnen, und zwar unter Verwendung der Schlusskurse für den betrachteten Zeitraum. Fallen die Schlusskurse höher aus als für die unmittelbar vorhergehende, korrespondierende Periode, werden die Umsätze der aktuellen Periode zum OBV addiert, fallen die aktuellen Schlusskurse niedriger aus, werden sie vom OBV subtrahiert. Bei diesem Volumen Indikator handelt es sich also um eine Akkumulation von Schlusskursen, der kumulative Wert beruht in seiner Entwicklung auf deren Zu- und Abnahmen. Dank der einfachen Berechnung ist der Vergleich bei der Entwicklung von Preis und Volumen leicht, um Trends zu bestätigen, sollten Kurs und OBV parallel laufen.

Accumulation Distribution Linie

Die ADL ist eine Weiterentwicklung des OBV, allerdings wird hier eine Preisgewichtung in die Berechnung einbezogen. Je ausgeprägter die Kursveränderung eines Marktes ausfällt, umso höher ist der Volumenanteil, der für die Berechnung verwendet wird. Auch hier liegt die Annahme zugrunde, dass ein valider Trend von einem entsprechenden Handelsvolumen unterlegt wird und Divergenzen als Hinweis auf eine Trendumkehr verstanden werden können. Laufen ADL und Kurs nicht länger parallel, ist anzunehmen, dass das Handelsvolumen die Stärke des Trends nicht länger stützt und dieser seine Kraft einbüßen wird. Die ADL ist ein bei Tradern beliebter Indikator, der sehr oft genutzt wird. Eine der Stärken der ADL ist ihre Zuverlässigkeit, wenn es darum geht, Ausbrüche aus Konsolidierungen anzukündigen. Hier wird das Volumen dazu genutzt, zunehmende oder abnehmende Liquidität zu bestimmen, die einen neuen Trend ankündigt.

Chaikin-Oszillator

Der Chaikin-Oszillator, kurz ChO, ist lediglich eine Weiterentwicklung der ADL und transformiert die ADL in Oszillator-Signale. Der Oszillator ist einer der Indikatoren, die das Momentum auf einen anderen Indikator anwenden. Er soll dazu beitragen, das Momentum der ADL zu visualisieren. Rechnerisch gesehen, handelt es sich um einen MACD auf die ADL. Zugrunde liegt die Annahme, dass das Volumen trendgerichtete Kursbewegungen anstößt. Dementsprechend erhalten Kursbewegungen unter hohem Volumen in der Bewertung eine höhere Priorität. Bewertet wird der Schlusskurs in Relation zur Mitte der maximalen Tagesspanne. Je weiter sich der Schlusskurs von dieser Mitte entfernt, umso höher liegt bei Extremen oberhalb der Mitte der Kaufdruck, unterhalb der Mitte der Verkaufsdruck.

Volumen-Preis-Trend

Auch der VPT ist ein Oszillator, der den Faktor des Momentums mit dem Volumen verbindet. Der Trendindikator multipliziert die Kursveränderungen zwischen zwei Zeitintervallen mit dem Volumen und kumuliert die so erhobenen Werte mit den Ergebnissen vorhergehender Perioden. Die Berechnung des VPT ist um einiges komplizierter als bei anderen Volumen-Indikatoren, verwendet wird die folgende Formel:

VPT = ((Ct – Ct-1) * Vt) + ((Ct-1 – Ct-2) * Vt-1) + (( Ct-n+2 – Ct-n+1) * Vt-n+1)

Dabei entspricht Ct dem Schlusskurs der aktuellen Periode, Vt gibt deren Volumen an. Durch das Addieren der Einzelwerte glättet der VPT das Ergebnis, ohne dass ein gleitender Durchschnitt berechnet werden muss. Der Indikator liefert im Chart eine Darstellung mit offenen Extremwerten, die um 0 als Mittelwert oszilliert.

Volumen-Preis-Trend

Upside-Downside-Volumen

Auch dieser Volumen-Indikator folgt der Annahme, dass ein valider Trend von korrespondierenden Volumina begleitet wird und Divergenzen eine Trendumkehr ankündigen. Derartige Divergenzen sollen mithilfe des UDV frühzeitig bestimmt werden, um Tradern lohnende Chancen bei einer sich anbahnenden Trendumkehr anzuzeigen. Für die Berechnung wird das Volumen bei gefallenen Kursen vom Volumen bei gestiegenen Kursen subtrahiert. Der UDV ist allerdings einer der weniger aussagekräftigen Volumen-Indikatoren, erfahrene Anwender raten deshalb dazu, in nur in Kombination mit anderen Indikatoren zu nutzen.

Volumen Indikatoren anwenden lernen – mit einem Demokonto

Das Handelsvolumen ist, wie sich nunmehr nachvollziehen lässt, aufgrund seiner Unabhängigkeit vom Preis ein äußerst aussagekräftiger Faktor. Das macht die Volumenanalyse zu einem wichtigen Hilfsmittel, wenn es darum geht, die Stärke von Trends zu bestimmen und Divergenzen schon frühzeitig zu erkennen. Bahnt sich eine Trendumkehr an, profitieren davon vor allem Trader, die diese Entwicklung rechtzeitig erkennen und entsprechende Handelssignale wahrnehmen.

Die Technische Analyse kommt deshalb ohne die Nutzung von Volumen-Indikatoren nicht aus. Im Chartprogramm der Handelssoftware gehören die beschriebenen Indikatoren daher zur Ausstattung. Ihre Berechnung ist in der Regel nicht kompliziert und theoretisch gut verständlich. In der praktischen Handhabung können vor allem Anfänger dennoch leicht zu Fehleinschätzungen kommen – und das kann ins Geld gehen. Um unnötige Verluste bei den ersten Schritten mit der Chartanalyse zu vermeiden, bieten Broker Einsteigern die Möglichkeit, kostenfrei, oft auch zeitlich unbefristet ein Demokonto für erste Übungstrades zu nutzen.

Anders als beim Echtgeld-Konto sind für die Einrichtung nur die Angabe einer E-Mail-Adresse und die Auswahl eines Passworts notwendig. Anschließend bietet die Demo eine echte Handelsumgebung, so dass der Nutzer sich mit der Handelssoftware, der Chartfunktion und auch dem Einsatz von Indikatoren vertraut machen kann. Da Demokonten mit virtuellem Kapital bestückt sind, ist mit den Übungstrades keinerlei finanzielles Risiko verbunden. Ergänzt werden Demokonten nicht selten durch Schulungsmaterialien, die die Grundlagen des Tradings vermitteln. Erläutert wird neben dem Börsen- und außerbörslichen Handel unter anderem auch die Technische Analyse, oft durch hochwertige Angebote in Form von Texten, Videos, Kursen und sogar Webinaren.

Wer sich die Zeit nimmt, die Inhalte derartiger Trading-Akademien gründlich zu studieren, lernt in der Tat viel Wissenswertes und kann das Gelernte mithilfe der Demo auch gleich praktisch anwenden. Denn die Technische Analyse muss zumindest in ihren Grundlagen vollständig verstanden werden, damit die Anwendung von Volumen Indikatoren, Trendfolgern und Oszillatoren zum Erfolg führt und die Risiken bei der Umstellung auf ein Live-Konto minimiert werden können.