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Staatsanleihen kaufen: Verschiedene Möglichkeiten nutzen und sparen

Updated 15 Jul 2020
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Im weitesten Sinne handelt es sich bei einer Staatsanleihe um eine reguläre Anleihe. Hierbei wird der Staat zum Schuldner. Die Investoren, die Staatsanleihen erwerben, tragen gewissermaßen zur Finanzierung des Staates bei und erhalten dafür eine oftmals attraktive Rendite. Weil es sich bei dem Schuldner um einen Staat handelt und die Anleihen eine weite Streuung bieten, gelten sie als besonders sicher. Diese Art der Geldanlage ist mit vergleichsweise geringen Risiken verbunden. Allerdings sind Staatsanleihen auch nicht gänzlich risikolos. Erfahren Sie in diesem Ratgeber mehr über das Thema Staatsanleihen kaufen, die Funktionsweise von Anleihen und warum sie starken Kursschwankungen unterliegen.

  • Staatsanleihen gelten als vergleichsweise sichere Geldanlagen.
  • Investoren können Anleihen handeln oder in diese investieren.
  • Gewinne aus Staatsanleihen orientieren sich an Angebot und Nachfrage.
  • Trader erhalten interessante Rendite-Chancen.

Wie funktioniert eine Staatsanleihe?

Werden Staatsanleihen gekauft, wird für eine bestimmte Zeit Geld an staatliche Institutionen verliehen. Im Gegenzug erhalten die Investoren in regelmäßigen Intervallen die sogenannten „Kupons“, also festgelegte Zinssätze. Sobald Anleihen einmal erloschen sind, werden sie zu ihrer vormaligen Investition zurückgebracht. Der Zeitpunkt, an dem eine Anleihe die ursprüngliche Investition zurückbekommt, ist gleichermaßen das Laufzeitende. Je nach Anleihen-Art können diese auch diverse Fälligkeitsdaten bzw. Laufzeiten aufweisen.

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Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie würden in eine Anleihe mit einem Kupon von 5 Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren einen Betrag in Höhe von 10.000 Euro investieren. Der Staat würde dementsprechend pro Jahr 5 Prozent der investierten Summe als Zinsen an Sie überweisen. Die eingesetzte Summe von 10.000 Euro erhalten Sie nach Laufzeitende zurückerstattet.[/info_box]

Erwerb und Veräußerung von Staatsanleihen

Ebenso wie Aktien können auch Staatsanleihen über andere Trader oder den freien Markt verkauft werden sowie als Investition gelten. In Bezug auf das bereits erwähnte Beispiel nehmen Sie einmal erneut an, dass Sie über eine Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren verfügen. Diese hat gerade die Hälfte der Laufzeit hinter sich gebracht. Nun haben Sie für sich aber eine interessantere Investition entdeckt. Aus diesem Grund entschließen Sie sich, die Anleihe an einen anderen Trader zu veräußern. Der 5 Prozent Kupon erscheint aber wegen der neuen Anlagemöglichkeiten weniger interessant, als dies zuvor der Fall war. Um das daraus resultierende Defizit auszugleichen, kann die Anleihe auch für weniger als die einst investierte Summe in Höhe von 10.000 Euro verkauft werden.

Verschiedene Arten von Staatsanleihen

Zunächst erscheint das Thema Anleihen für viele Trader recht kompliziert. In Wirklichkeit ist es aber relativ leicht zu verstehen. Verwirrend ist es vermutlich aus dem Grund, weil jedes Land einen eigenen Begriff für die Staatsanleihe verwendet. So werden zum Beispiel Staatsanleihen aus Großbritannien als „Gilts“ bezeichnet. Auch die jeweilige Laufzeit einer britischen Anleihe wird im Namen oft mit erwähnt. Dementsprechend wird eine Anleihe mit einer Laufzeit von zwei Jahren als „2-Jahres-Gilt“ bezeichnet. Mittlerweile sieht man Anleihen in den USA als Bundesanleihen an. Diese werden in drei verschiedenen Kategorien, jeweils abhängig von der Laufzeit, unterteilt:

  • Anleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit heißen T-Bills/Treasury Bills.
  • Die sogenannten T-Notes/Treasury Notes können eine Laufzeit zwischen einem und mehreren Jahren haben.
  • Ferner gibt es auch Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren.

In anderen Ländern gibt es wiederum weitere Namen für Anleihen. Wer also Staatsanleihen in anderen Ländern als Großbritannien oder den Vereinigten Staaten handeln möchte, sollte sich zuvor über die jeweiligen Märkte informieren.

Was sind indizierte Staatsanleihen?

Trader können auch Staatsanleihen kaufen, die nicht über feste Kupons verfügen. Das bedeutet, dass sich die Verzinsung im Bereich der Inflationsrate bewegt. In Großbritannien wird diese Anleihen-Art auch als indexierte Anleihe bezeichnet. Der Kupon folgt dabei dem RPI (Einzelhandelspreisindex). In Amerika heißt diese Form der Anleihe Treasury Inflation-Protected Security oder kurz: TIPS (zu deutsch: Inflationsgeschütztes Wertpapier).

Tipp: Über einen Online Broker Vergleich ist es möglich, den passenden Anbieter für den Kauf von Anleihen zu finden.

Faktoren, die den Wert von Staatsanleihen beeinträchtigen

1. Die Bonität

In der Regel werden Staatsanleihen als Investitionen mit einem geringen Risiko angesehen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahlung des Darlehens durch einen Staat versäumt wird, gilt als relativ niedrig. Dennoch kann es natürlich zu einem Zahlungsverzug kommen und eine risikoreiche Anleihe wird mit einem niedrigeren Zinssatz und zu einem geringeren Kurs gehandelt. Im Übrigen wird zur Bonitätsbewertung eines Staates als häufige Herangehensweise das Anfragen eines Ratings bei einer großen Ratingagentur vorgenommen.

2. Angebot und Nachfrage

Wie bei vielen anderen Geldanlagen wird auch im Falle von Staatsanleihen der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Jeder Staat legt dabei das Angebot von Staatsanleihen selbst fest. Wird durch den Staat ermittelt, dass ein entsprechender Bedarf besteht, werden Geldanlagen neu herausgegeben. Die Nachfrage bestimmt sich durch die Attraktivität der Anleihe bzw. die Investitionen. Einen Einfluss auf die Nachfrage können auch Zinssätze haben. Fallen diese niedriger aus als der Kupon einer Staatsanleihe, so kommt es zu einer Steigerung der Nachfrage, weil sie dementsprechend als interessante Investitionen angesehen wird. Würden die Zinssätze aber über den Kupon steigen, so würde die Nachfrage automatisch sinken.

3. Die Laufzeit

Der Kurs einer neuen Anleihe orientiert sich stets an aktuellen Zinssätzen. Das heißt, dass die Staatsanleihen in der Regel nahe oder sogar zu dem Par-Kurs gehandelt werden. Daraus schließt sich, dass am Ende der Anleihen-Laufzeit nur die Auszahlung des ursprünglichen Anleihen-Wertes bleibt. Der tatsächliche Wert geht also in Richtung Par-Kurs.

Welche Risiken gibt es beim Anleihen-Handel?

Im Allgemeinen sagt man Staatsanleihen zwar ein geringes Risiko zu, gänzlich risikofrei ist diese Art der Investition aber ebenfalls nicht. Weil ein Staat kontinuierlich neues Geld drucken kann, um die eigenen Schulden abzutragen, bekommt ein Investor theoretisch sein investierte Summe immer zurück, sobald die Staatsanleihe ihr Laufzeitende erreicht hat. Allerdings sieht die Realität nicht immer so positiv aus. Als Beispiel ist an dieser Stelle ist die Schuldensituation in Griechenland zu nennen.

Die Risiken im Überblick

Neben dem Kreditrisiko an sich gibt es weitere Punkte, die Anleger bei einer Investition in Anleihen berücksichtigen sollten.

  • Inflationsrisiko: Hierbei handelt es sich um eine möglicherweise stark ansteigende Inflation, die in der Folge den Wert einer Staatsanleihe sofort sinken lässt. Kommt es zu einem Anstieg der Inflationsrate über den Kupon-Wert der Anleihe, verliert diese an Stärke und der Investor verliert sein Kapital. Alternativen stellen hier die bereits erwähnten, indizierten Anleihen dar.
  • Zinsänderungsrisiko: In diesem Fall kann es zu einer erheblichen Änderung des Zinssatzes kommen, was dazu führen würde, dass der Wert der Staatsanleihe unmittelbar sinkt. Man spricht dabei auch von sich erhöhenden Zinssätzen für Kosten, welche durch die dauerhafte Beteiligung an einer Staatsanleihe entstehen, trotz entstehender Rendite-Chancen in anderen Märkten.
  • Währungsrisiko: Dieses Risiko trifft dann zu, wenn ein Investor eine Anleihe kauft, die ihm das Geld in einer anderen Währung als der Referenzwährung ausbezahlt. Die Gefahr bei solchen Anleihen besteht darin, dass ein Investor einen Einbruch der eigenen Geldmittel bei schwankenden Wechselkursen riskiert.

Wie handelt man Staatsanleihen? – Die Möglichkeiten im Überblick

Staatsanleihen bieten vielen Menschen eine interessante Möglichkeit, in eine langfristige Geldanlage zu investieren, die keinem stetigen, hohen Risiko unterliegt. Neben den Anleihen und den damit verbundenen Zinssätzen können Anleihen aber auch für CFD-Trader zu einer lohnenswerten Handelsangelegenheit werden. Grundsätzlich gibt es zwischen dem Investieren in Staatsanleihen und dem Handeln von Staatsanleihen diverse Unterschiede.

1. In Anleihen investieren

  • Die Anleihen werden über einen längeren Zeitraum gehalten.
  • Ein Investor kauft eine Anleihe mit dem damit verbundenen Risiko, einen Verlust bei einem fallenden Kurs zu erleiden.
  • Ein Gewinn wird ausschließlich durch die regelmäßig stattfindenden Zinszahlungen generiert.
  • Der Handel findet über einen Anleihe- bzw. Forex-Broker statt.

2. Mit Anleihen handeln

  • Ein Anleger spekuliert auf die Kursbewegungen einer Anleihe mit kurzer und mittlerer Laufzeit.
  • Eine Anleihe wird gekauft, wenn davon ausgegangen wird, dass deren Wert steigen wird. Wird wiederum davon ausgegangen, dass der Kurs fällt, kann die Anleihe verkauft werden.
  • Der Gewinn wird hierbei durch die Kursbewegungen einer Anleihe erzielt.
  • Durch den Einsatz eines Hebels können die Gewinne (aber auch die Verluste) gesteigert werden.
  • Der Handel erfolgt mit einem Anbieter, der das Hebel-Trading zur Verfügung stellt.

Sollte ein Investor an einer festverzinslichen Geldanlage interessiert sein, möchte jedoch nicht die Dienste eines Maklers beanspruchen, so kann er mit Staatsanleihen-ETFs ähnliche Renditen erzielen.

Staatsanleihen per CFD handeln: Konto eröffnen und Anleihe wählen

Schritt 1 – Ein Konto eröffnen

Um Staatsanleihen handeln zu können, sollten Sie im Rahmen eines Vergleichs zunächst herausfinden, wer bester Online Broker in diesem Bereich ist. Anschließend muss bei einem geeigneten Anbieter ein Kundenkonto eröffnet werden. Dies kann in der Regel innerhalb von wenigen Minuten vorgenommen werden. Anschließend gibt es je nach Anbieter verschiedene Handelsmöglichkeiten, wie zum Beispiel das CFD-Trading. Nach der Eröffnung eines Kontos muss im ersten Schritt ein bestimmter Betrag auf das eigene Konto eingezahlt werden, um entsprechend handeln zu können. Die Einzahlungsmethoden können dabei variieren. Gängig sind neben der Banküberweisung auch die Zahlung per Kreditkarte sowie diversen Online-Bezahldiensten wie PayPal, Skrill oder Neteller.

Schritt 2 – Die Anleihe auswählen

Im nächsten Schritt kann sich der Investor für eine Anleihe entscheiden, in die er investieren möchte. Sollte er eine Anleihe wählen, die in einer anderen Währung als die Referenzwährung auszahlt, muss er mit einem erhöhten Währungsrisiko rechnen. Handelt er jedoch mit einer Anleihe, kann aus der ganzen Welt Staatsanleihen kaufen oder veräußern. Die Auswahl kann auch hier je nach Anbieter variieren. Ein vorheriger Broker Vergleich ist empfehlenswert, um den Anbieter mit dem besten Angebot zu finden. Eine Gegenüberstellung der besten Broker mit ihren Serviceleistungen und Konditionen können Sie ganz einfach auf AskTraders.com vornehmen.

Staatsanleihen per CFD handeln: Zeitpunkt wählen, Position eröffnen und schließen

Schritt 3 – Der Trading-Zeitpunkt

Sobald sich der Investor für eine Anleihe entschieden hat, die er handeln möchte, muss er darüber nachdenken, wann er seine Position eröffnet. Das Öffnen und Schließen einer Position entscheidet häufig darüber, wie erfolgreich auf den Märkten gehandelt werden kann. Das richtige Timing ist von großer Bedeutung. Dafür ist es erforderlich, zu verstehen, wie sich die Preise einer Staatsanleihe entwickeln. In der Regel nehmen die Zinssätze den größten Einfluss auf die Preisbewegungen von Staatsanleihen. Zahlreiche Händler nehmen die Anleihen für Spekulationen auf steigende oder fallende Zinsen.

Schritt 4 – Die Position eröffnen

Wenn sich der Investor für seinen ersten Trade entschieden hat, kann er seine Position über die Handelsplattform seines Anbieters eröffnen. Je nach Aufbau der Handelsoberfläche gibt es auf der Plattform entweder eine Suchfunktion, um den gewünschten Anleihemarkt zu finden, oder die Möglichkeit, durch die entsprechenden Märkte zu navigieren. Anschließend muss ausgewählt werden, wie viel Geld auf die Position gesetzt werden und ob auf „long“ oder „short“ gegangen werden soll. Sodann bietet es sich auch an, ein Limit oder einen Stop zu setzen, durch die die eigene Position automatisch bei bestimmten Voraussetzungen geschlossen wird.

Schritt 5 – Die Position schließen

Für den Fall, dass der Investor die Funktionen Stop oder Limit nicht einsetzt, muss er seine Position selbst schließen, um Gewinne zu erzielen und Verluste zu vermeiden. Durch einen umgekehrten Trade kann eine CFD-Position geschlossen werden. Das bedeutet, dass die Staatsanleihe verkauft wird.

Staatsanleihen kaufen: Auf diversen Wegen möglich

Beginnt ein Staat damit, Staatsanleihen herauszugeben, wird dies in der Regel in einer Auktion vorgenommen. Im Rahmen einer solchen Auktion werden große Finanzinstitutionen oder Banken die Staatsanleihen kaufen. Sie verkaufen die Anleihen anschließend an andere Banken, Pensionsfonds oder andere Investoren weiter. In einigen Fällen werden die Anleihen auch direkt an bestimmte Investoren verkauft. Alternativ ist es aber auch möglich, auf anderen Wegen in Staatsanleihen zu investieren. So kann zum Beispiel über das CFD-Trading mit einem Hebel auf die sich verändernden Kurse einer Anleihe spekuliert werden, ohne diese dabei physisch zu besitzen (Staatsanleihen-ETFs). Bei börsengehandelten Staatsanleihen handelt es sich um Fonds, welche die Kurse von Wertpapieren verfolgen können. Die Investoren erhalten damit sämtliche Vorteile einer Anleihe, jedoch mit einer zusätzlichen Transparenz und Liquidität. Generell sind die Rendite-Chancen und Risiken bei Anleihen stark miteinander verknüpft. Das bedeutet, dass der Investor bei einem höheren Zinssatz auch mit einem höheren Risiko rechnen muss. Gleichzeitig sind Anleihen mit geringerer Rendite meist auch weniger riskant und sicherer.

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