Aktienanalyse RWE

Die Versorger-Aktien in Europa haben zum ersten Mal seit vier Jahren wieder die Möglichkeit, sich besser zu entwickeln als der Gesamtmarkt. Davon gehen zumindest die Analysten von Morgan Stanley aus. Die US-Großbank sieht die Kurschancen von fünf europäischen Versorgen bei 22 bis 43 Prozent. Hierzu gehört auch RWE. Allerdings gerät die Aktie des großen Energieversorgers derzeitig auch aufgrund der Negativschlagzeilen rund um die Rodung des Hambacher Forsts unter Druck.

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Entwicklung schlechter als der Gesamtmarkt

Versorger-Aktien hatten es in den letzten Jahren nicht leicht. Laut Morgan Stanley entwickelte sich diese Branche in den letzten zehn Jahren nur einmal – im Jahr 2014 – besser als der Gesamtmarkt. Damals waren dafür mehrere Faktoren verantwortlich. Unter anderem gab es eine Änderung bei den relativen Gewinnkorrekturen. Diese waren zwar immer noch im negativen Bereich, allerdings positiv im relativen Bereich. Dazu kamen damals sinkende Anleiherenditen und eine Verbesserung bei der Generierung von freiem Cash Flow begann. Damit entstand ein positiver Blick auf Dividenden, die über den Cash Flow gedeckt sind. Außerdem entwickelte sich ein Geschäftsumfeld, dass nach einer Energiereform im Spanien wieder stabiler erschien.

Des Weiteren wurde Rohstoffe günstiger, der regulatorische Hintergrund veränderte sich zum Positiven und auch die Ergebnisse waren besser. So konnte sich der gesamte Energiesektor im Jahr 2014 besser entwickeln als der Gesamtmarkt.

Derzeit zeigen sich zwar nicht unbedingt die gleichen Faktoren, die 2014 die Kurse steigen ließen, doch es gibt Grund zur Hoffnung. Zwar seinen die Revisionen der Gewinnschätzungen im Energiesektor in diesem Jahr bisher negativen ausgefallen, aktuelle Zahlen zeigen jedoch verbesserte Trends. Dies gelte vor allem für die Gewinnschätzungen für das Jahr 2020.

Dabei wird wohl auch ein verbessertes Rohstoffumfeld in die Schätzungen einbezogen. Aufgrund von steigenden Strompreisen könnte sich der Trend fortsetzen. Diese könnten auch steigende Unternehmensergebnisse zur Folge haben.

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RWE aus Sicht von Morgan Stanley interessant

RWE gehört zu den Aktien, die Morgan Stanley als attraktiv einstuft. Das Kursziel wurde auf 26 Euro festgelegt. Damit die Aktie diesen Wert erreicht, müsste die Aktie 21,7 Prozent hinzugewinnen. Die Wachstumsziele des Unternehmens könnten dazu beitragen, diesen Aktienkurs zu erreichen.

Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2018 sowie die Prognose für 2019 könnte mittelfristig zu Katalysatoren für den Aktienkurs werden. Morgan Stanley betont besonders positiv die freie Cash Flow Rendite von etwa zwölf Prozent. Zudem sei die Bilanz frei von Finanzverbindlichkeiten.

RWE ist als größter deutscher Stromkonzern derzeit dabei, sich auf die angestrebte Energiewende vorzubereiten. Das Unternehmen will sich neu aufstellen und plant unter anderen, in Zukunft jährlich 1,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien zu investieren. Derzeit muss das Unternehmen jedoch mit einem enormen Imageschaden kämpfen. Der Grund dafür ist die Diskussion um die Rodungspläne des Hambacher Forsts zwischen Köln und Aachen. Derzeit wird der Wald, den RWE roden lassen will, um dort Braunkohle abzubauen, geräumt. Der Hambacher Forst wurde in den letzten Monaten zu einem Ort mit Symbolkraft für Umweltschützer, die gegen Kohlestrom kämpfen. Ab Oktober sollen im Hambacher Forst hundert Hektor Wald gerodet werden, um den Tagebau zu vergrößern.

Morgan Stanley prognostiziert für dieses Jahr einen klaren Gewinnrückgang von zwei Euro auf 1,39 Euro pro Aktie. Damit liegt die RWE-Aktie auf einem sehr tiefen Niveau. Die US-Bank geht allerdings von leichten Ansteigen in den kommenden beiden Jahren aus. Die Schätzungen liegen bei 1,59 bis 1,69 Euro. 2020 könnte das KGV so bei 12,95 liegen.

Dividendenanstieg möglich

Die Dividende könnte in diesem Jahr von 0,50 auf 0,70 Euro pro Aktie angehoben werden. In den nächsten beiden Jahren sind dann nach Einschätzung von Morgan Stanley sogar 0,85 beziehungsweise ein Euro denkbar. Im aktuellen Geschäftsjahr ist gemessen am derzeitigen Aktienkurs eine Dividendenrendite von 3,28 Prozent möglich.

Die RWE-Aktie musste von Januar 2008 bis September 2015 eine lange Talfahrt verkraften. Der Kurs fiel von 100,64 Euro auf 9,20 Euro. Seit Herbst 2015 versucht sich RWE an einer nachhaltigen Kurswende nach oben. Allerdings ist der Aktienkurs von diesem Tief mittlerweile ein gutes Stück entfernt. Die Aktie konnte über die langfristige Abwärtstrendgerade springen. Am Wert des Vorjahreshochs von 23,14 Euro hat sich nun jedoch ein Widerstand gebildet, den die Aktie derzeit nicht überspringen kann. Wenn diese überwunden wird, kann sich ein neues prozyklisches charttechnisches Kaufsignal bilden. Derzeit ist die RWE-Aktie etwa 21,20 Euro wert.

2015 wurde bekannt, dass der RWE-Vorstand das Unternehmen in zwei börsennotierte Gesellschaften aufsplitten will. Die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb sollen in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. RWE setzt weiterhin auf Kraftwerke, aber auch auf ein Investitionsprogramm, mit dem klimaschonende, flexible Erzeugungskapazitäten aufgebaut werden sollen. Die Tochtergesellschaft Innogy ist seit 2016 ebenfalls an der Börse vertreten. RWE befindet sich noch immer in einer Phase der Neustrukturierung. RWE will sich in Zukunft mehr dem Thema erneuerbare Energien zuwenden, um hier wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch finanzielle will man sich konsolidieren und nachhaltiger wirtschaften.

Aktuelle Negativschlagzeilen rund um RWE

Die Aktie von RWE verlor in den letzten Tagen leicht. Die Schlagzeilen rund um den Hambacher Forst belasten damit immer mehr den Aktienkurs, dabei gehört die RWE-Aktie seit Jahresbeginn eigentlich zu den Outperformern im DAX. Die Aktie gewann rund 25 Prozent hinzu. Nun könnte jedoch eine Trendwende eingeleitet werden. Der DAX ging in den letzten Tagen drei Prozent nach oben, RWE verlor allerdings vier Prozent.

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Analysten sehen derzeit noch keinen direkten Einfluss der Ereignisse im Hambacher Forst auf den Aktienkurs. Allerdings berichten Medien derzeit immer wieder von der Räumungsaktion des Waldes, wo zahlreiche Umweltschützer seit Jahren in Baumhäusern leben und so gegen die Rodung demontieren. Während der Räumung kam es zu einem Todesfall, als ein Journalist und Blogger von einer Brücke zwischen zwei Baumhäusern abstürzte.

RWE selbst sieht keinen Zusammenhang zwischen den Protesten im Hambacher Forst und den Kursverlusten. Einigen Analysten versuchen das Minus mit der Umschichtung von defensiven Vorsorgewerten in riskantere Aktien zu erklären. Laut RWE sei auch die Gewinnwarnung eines britischen Versorgers ein Grund.

Würde RWE auf die Rodung des Waldes verzichten, wurde dies einen Verlust in Milliardenhöhe bedeuten. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz geht von Kosten von vier bis fünf Milliarden Euro aus. Das Unternehmen hält weiter an der geplanten Rodung fest, was aber auch bei Investoren Kritik auslöst.

Aktie von RWE kommt nicht zur Ruhe

Die Aktie von RWE liegt derzeit auf das gesamte Jahr gesehen 8,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 23,32 Euro, dass die Aktie am 9. November letzten Jahres erreichte. Das 52-Wochen-Tief beträgt 14,71 Euro und wurde am 6. Februar 2018 erreicht. Die RWE-Aktie erzielt derzeit am Aktienmarkt einen Gesamtumsatz von 50,08 Euro.

Anfang 2008 konnte sich RWE noch über ein Allzeit-Hoch von 102,20 Euro freuen. Das Allzeit-Tief von 9,13 Euro stammt aus dem September 2015. Die RWE-Aktie kommt nach Ansicht einige Experten nicht zur Ruhe. Zwischenzeitlich wurden sogar noch weitaus tiefere Werte als 2015 befürchtet. Zwar scheint sich die Aktie seit 2015 in einer Aufwärtsbewegung zu befinden, die seit langem erhoffte Trendwende wurde jedoch bislang nicht erreicht. Noch immer befindet sich die RWE-Aktie in einer Korrekturbewegung.

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Das Essener Unternehmen ist mit Blick auf den Umsatz der zweitgrößte Energieversorger in Deutschland. Das günstige Wettbewerbsumfeld erlaubte es dem Unternehmen über Jahrzehnte auf stabilem Niveau gute Gewinne zu erzielen. Die Energiewende und die damit verbundenen Umstrukturierungen stellen das Unternehmen allerdings vor Herausforderungen. Die konventionellen Kraftwerke des Unternehmens sind immer weniger rentabel, dagegen hofft man aber im Bereich der erneuerbaren Energien neue profitable Geschäftsfelder zu finden.

In den letzten Jahren war die Entwicklung der RWE-Aktie im Vergleich zum DAX und anderen Indizes klar negativ. Das Unternehmen selbst nennt hierfür die negativen Ertragsperspektiven der konventionellen Stromerzeugung als Grund. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch unter anderem vor, dass man zu lange an der Atom- und Kohlekraft festgehalten habe und zu wenig in erneuerbare Energien investiert habe.

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Fazit:

Fazit: RWE-Aktie erneut mit Verlusten

In den letzten Jahren hatten es Versorger-Aktien in Europa besonders schwer. Der Markt entwickelte sich mit einer Ausnahme im Jahr 2014 in den letzten zehn Jahren immer schlechter als der Gesamtmarkt. Die US-Großbank Morgan Stanley sieht nun aber eine mögliche Trendwende und setzt dabei besonders auf fünf Aktien, denen sie gute Kurschancen einräumt. Dazu gehört auch die Aktie von RWE. Das Unternehmen steht derzeit allerdings aufgrund der Diskussion um den Hambacher Forst bei Köln unter Druck.

Morgan Stanley legte dennoch das Kursziel für die Aktie von RWE auf 26 Euro fest. Dafür müsste sie allerdings im Vergleich zum aktuellen Wert um 27,7 Prozent zulegen. Die US-Großbank hält dies aufgrund der Wachstumsziele des Unternehmens für möglich. Das Unternehmensergebnis in diesem Jahr und die Prognose für 2019 könnten weiteren Auftrieb geben. Derzeit räumt allerdings auch Morgan Stanley einen Gewinnrückgang von zwei Euro pro Aktie ein. Im nächsten und übernächsten Jahr könnte es allerdings wieder leicht nach oben gehen.

Zwischen 2008 und 2015 sank die RWE-Aktie von 100,64 Euro auf 9,20 Euro. Seitdem arbeitet die Aktie an einer nachhaltigen Kurswende. Derzeit erweist sich das Vorjahreshoch von 23,14 Euro als Widerstand. RWE befindet sich aufgrund der Energiewende in der Neustrukturierung. Man will nicht nur verstärkt in erneuerbare Energien investieren, sondern auch nachhaltiger wirtschaften.

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